Bremer Raumfahrtunternehmen Wyser-Pratte legt gegen OHB nach

Nach dem offenen Brief von OHB-Vorstandschef Marco Fuchs hat sich nun US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte wieder zu Wort gemeldet. Er scheint freundlicher gestimmt, an seiner Kritik hält er aber fest.
28.08.2017, 19:47
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Wyser-Pratte legt gegen OHB nach
Von Maren Beneke

Im Austausch zwischen dem Bremer Raumfahrtunternehmen OHB und US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte geht es Schlag auf Schlag. Nachdem der OHB-Vorstand am Donnerstag in einem offenen Brief die Vorwürfe des 77-Jährigen zurückgewiesen hatte, meldet der sich nun erneut zu Wort. „OHB hat hervorragende Produkte und ist eines der spannendsten Unternehmen in Europa“, lobte Wyser-Pratte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. Aber er blieb dabei: „In der Führung muss aufgeräumt werden.“

In einem ersten offenen Brief hatte Wyser-Pratte die Raumfahrtfirma vor zwei Wochen direkt angegriffen. Der Finanzinvestor, der nach eigenen Angaben zweitgrößter OHB-Anteilseigner ist, der nicht zur Inhaber-Familie Fuchs gehört, warf dem Unternehmen unter anderem eine unklar organisierte und intransparente Führung der Managementebene und eine Abhängigkeit von der Inhaberfamilie Fuchs vor.

70 Prozent in Familienbesitz

Familie Fuchs hält gut 70 Prozent der Unternehmensanteile, der Rest ist in Streubesitz. Wyser-Pratte dürfte etwa zwei Prozent der Aktien halten. Nach seiner Ansicht sind Aufsichtsratschefin Christa Fuchs und Vorstand Fritz Merkle zu alt für ihre Posten. In einem ebenfalls offenen Brief setzte sich der OHB-Vorstandsvorsitzende Marco Fuchs gegen die Vorwürfe zu Wehr.

Doch Wyser-Pratte lässt nicht locker und kündigte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ an, seine neuen Antworten wiederum noch in dieser Woche nach Bremen schicken zu wollen. Zum Aufsichtsrat sagte er nun noch einmal, dass das Gremium von jemand anderem geführt und es vergrößert werden sollte.

Internationales Geschäft

Im Gespräch mit der Zeitung hob Wyser-Pratte nun außerdem hervor, dass Firmen wie OHB wichtig für die Raumfahrtbranche seien – insbesondere, um ein Gegengewicht zu Weltraumbehörden wie Nasa und Esa oder zum Airbus-Konzern zu schaffen. OHB sei dafür prädestiniert, müsse sich jedoch internationaler positionieren.

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„Ich komme aber nicht als Feind, sondern als Freund“, sagte Wyser-Pratte. Sein Stil sei „vielleicht ein bisschen aggressiv, aber das ist nötig, um Aufmerksamkeit zu bekommen“. Der Finanzinvestor bekräftigte noch einmal sein Gesprächsangebot. Er würde Marco Fuchs einladen oder auch nach Bremen kommen, um mit ihm zu diskutieren. Fuchs hatte das zuletzt ausgeschlossen.

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