Stadtplanung

Zech will die Innenstadt umkrempeln

Nach Informationen des WESER-KURIER will der Unternehmer Kurt Zech das Parkhaus Mitte kaufen und abreißen lassen. Das ist aber nur ein Teil eines großen Plans.
05.07.2017, 20:24
Lesedauer: 2 Min
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Zech will die Innenstadt umkrempeln
Von Jürgen Hinrichs
Zech will die Innenstadt umkrempeln

Die Bremer Innenstadt aus der Luftperspektive.

Christina Kuhaupt

Kurt Zech packt die Bremer Innenstadt an. Nach Informationen des WESER-KURIER will der Unternehmer das Parkhaus Mitte kaufen und abreißen lassen. Das ist aber nur ein Teil des großen Plans, für den es dem Vernehmen nach bereits Unterstützung vom Senat gibt. Zech will durch ein Geflecht von Passagen neue Rundläufe schaffen. Einbezogen werden sollen unter anderem das Karstadtgebäude, das dem Kaufmann gehört, und das Gebäude von Galeria Kaufhof.

„Der Abriss des Parkhauses Mitte würde endlich die neuen Laufwege ermöglichen, nach denen der Einzelhandel und die Politik so lange gerufen haben“, sagte Zech am Mittwoch dem WESER-KURIER. „Neben dem Verkauf des Lloydhofs stellt dieses Projekt die letzte Chance dar, die Bremer City grundsätzlich zu entwickeln und aufzuwerten. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, Bremen voranzubringen, und gehe von einer tatkräftigen Unterstützung seitens des Senats aus.“

Mächtig ins Rollen kamen die Gespräche zwischen Zech und den Spitzen des Senats, darunter Bürgermeister Carsten Sieling (SPD), als die Bremer Parkhausgesellschaft Brepark von ihrem Aufsichtsrat Pläne absegnen lassen wollte, die Lloyd-Passage mit Millionenaufwand umzubauen. Zech soll sich, als er davon erfuhr, an Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) gewandt haben. Günthner sorgte dafür, dass für die Sitzung im Juni der Punkt Lloyd-Passage von der Tagesordnung genommen wurde. Ein Umbau für etliche Millionen Euro, um wenig später alles wieder abzureißen, wäre politisch schlecht zu vermitteln gewesen.

Die mögliche erweiterte Fußgängerzone in der Innenstadt.

Die mögliche erweiterte Fußgängerzone in der Innenstadt.

Foto: WK

Nimmt man die Brepark-Sitzung als Auslöser für die jetzt laufenden Verhandlungen, legt das nahe, dass Zech nicht lange warten will, um seine Absichten in die Tat umzusetzen. Schon als er vor drei Jahren das Karstadtgebäude an der Obernstraße gekauft hat, vermuteten Branchenkenner, dass da einer an einem großen Rad dreht. Der Unternehmer ist mit seinen Bau- und Immobiliengeschäften, einer Reederei und der Hotelkette Atlantic erfolgreich in der ganzen Republik, teilweise auch im Ausland. Er gilt nicht als Bestandshalter, sondern verbindet mit seinen Investitionen meist strategische Interessen. Am Beispiel der Bremer Innenstadt bewahrheitet sich das aufs Neue.

Das Parkhaus Mitte als den Ort zu nehmen, um die City im Wettbewerb mit den großen und wachsenden Einkaufsmärkten wie Weserpark und Dodenhof entscheidend zu stärken, war lange Jahre von der Bremer CDU gefordert worden. Ihr wurde stets zur Antwort gegeben, dass die Eigentumsverhältnisse in dem Gebäudekomplex viel zu verworren seien. Ein unauflösbares Problem, hieß es. Jetzt sehen die Behörden das offenbar anders.

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Sollten die Pläne von Zech aufgehen, werden sich in der Innenstadt ganz neue Verbindungen ergeben. Es werden Lagen wie die Knochenhauerstraße erschlossen, die jetzt mehr am Rand sind. Die Straße könnte zur Fußgängerzone werden. Interessant ist diese Entwicklung auch vor dem Hintergrund, dass die Stadt gerade den Lloydhof am Ansgarikirchhof zum Kauf anbietet. Er soll nicht abgerissen, aber neu entwickelt werden. Das wäre ein weiterer Baustein für ein arrondiertes Angebot in der City. Bewegung gibt es auch im Büro- und Geschäftskomplex Bremer Carree. Der bisherige Eigentümer, die Allianz, hat die Immobilie, die wie der Lloydhof am Ansgarikirchhof liegt, in der vergangenen Woche verkauft.

Radio Bremen, das ebenfalls über die City-Pläne von Zech berichtet, stellt dem Ergebnis seiner Recherchen eine Frage voran: Will Zech die Bremer Innenstadt auf den Kopf stellen? Der Unternehmer gibt die Antwort – er will.

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