Zisch ist gestartet Zeitung in der Schule feiert Auftakt in der Europaschule

Zeitung in der Schule erreicht auch dieses Jahr wieder Schüler aus mehr als 100 Klassen in Bremen und Umgebung. Die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen soll so gestärkt werden.
24.01.2020, 20:39
Lesedauer: 3 Min
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Von Marie-Chantal Tajdel

Dass Jugendliche kaum ohne Handy, Tablet und Co. leben können, gilt als bekannt. Es geht aber doch, und zwar für das Projekt Zeitung in der Schule, kurz Zisch. Das hat Marco Fahjen bei der Auftaktveranstaltung am Freitag erzählt. Der Lehrer an der Europaschule, Schulzentrum SII Utbremen, hat im vergangenen Jahr eine Klasse betreut, die im Selbstversuch 24 Stunden auf Geräte mit Internet verzichtet hat. „Weil er sein Handy nicht dabei hatte, um die Uhrzeit abzulesen, hatte einer der Schüler eine Wanduhr mit sich herumgetragen“, erzählt Fahjen schmunzelnd. Andere nutzten Festnetztelefone, trafen sich mit ihren Freunden oder beschäftigten sich einfach mit sich selbst. „Die Planung des Alltags war aber schwerer“, so das Fazit der Schüler.

Mehr als 100 Schulklassen beteiligt

Auch in diesem Jahr machen wieder zwei Klassen der Berufsschule mit. Den Zisch-Auftakt richtet die Europaschule bereits zum dritten Mal aus, sagt Maja Oelerich, kommissarische Schulleiterin, bei der Begrüßung der Gäste, darunter Schüler des Technischen Bildungszentrums, der Schule in der Vahr, dem Gymnasium Vegesack sowie dem Schulzentrum Grenzstraße. Oelerich lobt das Projekt, „weil die Schüler die Möglichkeit bekommen, sich mit unterschiedlichen Themen journalistisch auseinanderzusetzen.“

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Drei Monate lang bekommen mehr als 100 Klassen in Bremen und dem Umland den WESER-KURIER kostenlos gestellt, um sich mit einem Medium auseinanderzusetzen, das in ihrem Alltag möglicherweise kaum mehr eine Rolle spielt: der Zeitung. „Wir machen ein Produkt, bei dem man sich mit Quellen beschäftigt und Fakten zählen“, sagt Stefan Dammann, Abteilungsleiter Sonderthemen beim WESER-KURIER. In der Zeitung könne man sich informieren und beim Durchblättern vielleicht auf Themen stoßen, mit denen man nicht gerechnet habe.

Seit 2003 richtet der WESER-KURIER das Projekt zur Förderung der Lese- und Medienkompetenz in Kooperation mit dem Aachener Izop-Institut aus und hat seither fast 68.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erreicht.

Auch ein Gesundheitsprojekt

Die AOK Bremen-Bremerhaven unterstützt das Zisch-Projekt bereits seit drei Jahren und bietet Recherchen zu Themen wie Fitness oder Fast Food an. Aus einigen dieser Themen machen Schulklassen eigene Artikel, die nach den Osterferien in den Zischbeilagen erscheinen. „Uns liegt Zisch in doppelter Hinsicht am Herzen“, sagt Stefanie Waterkamp von der AOK Bremen-Bremerhaven. „Zum einen ist es ein Leseprojekt, zum anderen kann es an Themen heranführen, die scheinbar unsexy sind wie gesunde Ernährung und Organspenden.“

Sie erläutert außerdem, wie wichtig Lesen nicht nur für das Gehirn, sondern auch für die Gesundheit ist: Die Universität Yale habe herausgefunden, dass diejenigen Menschen, die viel Lesen zwei Jahre länger gesund sind, als die Menschen, die nicht lesen, sagt sie. Wer liest, ist also klar im Vorteil.

Um die Anforderungen des Zisch-Projektes allen teilnehmenden Schülern der Auftaktveranstaltung zu verdeutlichen, haben Dennis Haase und Johannes Thomae gemeinsam mit Tarik Lieder, alle von der Klasse BOT 19, ein Zisch-Duell auf die Beine gestellt: Wie viele Zeichen gehören auf eine Zisch-Seite? Oder: Wann erschien der WESER-KURIER zum ersten Mal? Vier Schüler erhielten für die richtige Antwort Preise.

Die Gedanken sind frei

Darunter auch zwei Grundschüler der Schule in der Vahr. Gemeinsam mit ihren Klassenkameraden haben sie zuvor ein Lied über die Meinungsfreiheit gesungen: „Die Gedanken sind frei“. Für weitere Beiträge sorgten Schüler und Lehrer gemeinsam: Mit Ukele in der Hand rappte Magnus Mietz einen Song über den Autoren Stefan Zweig. Natcha Chantaba tanzte zu thailändischer Musik einen traditionellen Tanz und eine Lehrerband spielte Funk und Deutsch-Pop.

In die Fußstapfen ihrer Mitschüler aus dem vergangenen Jahr tritt die Klasse DQF 17. DQF steht dabei für Doppelqualifizierung: Die Schüler machen ihr Abitur mit dem Schwerpunkt Fremdsprache. Bald werden sie deshalb auch Chinesisch im Unterricht lernen. Im vergangenen Herbst waren sie bereits in der chinesischen Stadt Shanghai. Über diese Zeit wollen sie einen Artikel für Zisch schreiben, erzählen die Schüler.

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