Teil 4 des Selbstversuchs Plastikfreies Leben: Vom Stand direkt in den Beutel

Nach dem Einkauf im Unverpackt-Laden leert sich der Kühlschrank unseres Autors langsam wieder. Auf dem Wochenmarkt am Domshof klappt der Einkauf ganz ohne Plastikmüll.
09.08.2018, 18:30
Lesedauer: 2 Min
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Plastikfreies Leben: Vom Stand direkt in den Beutel
Von Max Seidenfaden

Der Kühlschrank leert sich nach dem Einkauf am Montag wieder, diesmal möchte ich mein Glück aber nicht in einem Unverpackt-Laden sondern auf dem Wochenmarkt versuchen. In ihrem Buch „Noch besser leben ohne Plastik“ (Oekom Verlag, 13 Euro) rät Nadine Schubert, mit der Umstellung in der Küche anzufangen. „Die Vorräte dort werden schneller aufgebraucht und können ersetzt werden“, schreibt die Autorin. Ein guter Rat, den meine Einkäufe fürs Bad werden noch länger halten, in der Küche aber brauche ich dringend Nachschub.

Schon seit mehreren Tagen springt mir an den Obst- und Gemüseständen am Domshof die Ware ins Auge. Aber bekommt man diese auch unverpackt oder wird sie letztendlich doch in eine Plastiktüte gesteckt? „Es gibt viele Kunden, die selbst Taschen mitbringen. Und natürlich füllen wir dann deren Tüten gerne voll, das ist auch in unserem Interesse“, erklärt Michael Krause vom gleichnamigen Gemüsestand. Es gebe aber auch weiterhin Leute, die auf die Plastikverpackung bestehen oder Produkte, die sich schlecht in andere Verpackungen packen ließen.

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Am Stand versuche man selbst auf Plastik zu verzichten oder Plastik wiederzuverwenden. So auch bei den Beeren, die alle in kleinen Plastikschalen lagern, aber auch in mitgebrachte Tupperware abgefüllt werden können. „Die leeren Plastikschalen nehmen wir dann wieder mit, reinigen sie gründlich und können sie erneut verwenden“, erklärt Krause und zeigt einen großen Stapel leerer Plastikschälchen. „Das ist die Menge an Schälchen, die wir heute zurückbekommen haben und es werden immer mehr. Das Bewusstsein für Plastikmüll steigt bei den Kunden“, freut sich Krause. Ich kaufe frische Weintrauben, Erdbeeren, die beide in meine mitgebrachten Dosen gefüllt werden sowie Möhren und Paprika, die gleich nach dem Abwiegen in meinem Jutebeutel landen.

Die Umstellung in der Küche schreitet immer mehr voran, der erste Schritt, so wie ihn Nadine Schubert beschrieben hat, fällt mittlerweile relativ leicht. Denn ich beherzige auch einen zweiten Tipp der Autorin. "Suchen Sie sich zwei bis drei Läden aus, deren Sortiment Sie genau kennen, damit Sie wissen, wo Sie welche Produkte bekommen", schreibt Schubert. Wochenmarkt und Unverpackt-Laden sind jetzt zwei regelmäßige Anlaufstellen für mich. Es kann aber auch noch ein gut sortierter Super- oder Biomarkt werden, denn auch dort kann man unverpackt fündig werden.

Am Nachmittag zieht es mich in ein Modegeschäft, ich brauche neue Hemden. Zwar habe ich noch frische in meinem Schrank, doch aus der Reinigung sind sie alle in einer Plastikhülle verpackt zurückgekommen und zumindest in dieser Woche will ich sie nicht mehr verwenden. Ich habe Glück, finde ein Hemd mit extralangem Ärmel von der Stange ohne Plastikverpackung. Ein weiteres Hemd in weiß, der Farbe, die ich ursprünglich gesucht habe, gibt es dann nur noch originalverpackt. Am Hemdkragen sind innen und außen ein Kragen zum Stabilisieren - beides aus Plastik. Es scheint einfach noch nicht ohne Plastik für mich zu gehen.

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