Jugendfußball

JFV Staleke: Der beste Jahrgang seit langem

Die gute Jugendarbeit des JFV Staleke macht sich nun auch für das Herrenteam des FC Hagen/Uthlede in der Fußball-Oberliga Niedersachsen bezahlt.
09.06.2020, 09:44
Lesedauer: 5 Min
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Von Karsten Hollmann

Hagen. Die gute Jugendarbeit des JFV Staleke macht sich nun auch für das Herrenteam des FC Hagen/Uthlede in der Fußball-Oberliga Niedersachsen bezahlt. Mit Jerome Albritton, Tim Kobbenring, Ylbes Halimi und Nick Schwertfeger hat auch ein Quartett zuletzt bereits regelmäßig am Training des Oberligisten teilgenommen. Diese vier Spieler verlassen den Jugendbereich wohl auch mit dem Meistertitel in der U 19-Landesliga, die wie alle anderen Ligen voraussichtlich nicht zu Ende gespielt wird.

„Das ist ein sehr vernünftiger Jahrgang“, frohlockt FC-Trainer Carsten Werde. Bei allem Erfolg der A-Junioren des JFV Staleke wolle er zwar nicht auf die Euphoriebremse treten, warnt allerdings vor allzu hohen Erwartungen: „Wir dürfen nicht erwarten, dass auf Anhieb zwei oder drei Spieler aus diesem Jahrgang Stammspieler bei uns werden.“ Fest für den Kader der ersten Herrenmannschaft ist auch erst einmal nur Ylbes Halimi eingeplant. „Ylbes kenne ich schon ganz lange. Ich bin schließlich auch sein Lehrer am Gymnasium in Hagen“, teilt Hagens Co-Trainer Tjark Seidenberg mit. Er traut seinem Schützling auch den Sprung in die Oberliga zu: „Ylbes ist ein technisch sehr gut ausgebildeter Mittelfeldspieler.“ Er müsse aber auch noch an Defiziten arbeiten.

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„In dieser Hinsicht hat er aber in dem Jahr, in dem er schon bei uns mittrainiert, große Fortschritte gemacht. Wir freuen uns, ihn jetzt bei uns einbauen zu können“, so Seidenberg. Der 18-Jährige selbst bezeichnet die Übersicht, das Passspiel und Dribbling als seine große Stärken. „Dafür muss ich aber noch an meinem schwachen linken Fuß und an meinem Zweikampfverhalten arbeiten“, erklärt Halimi, dessen Eltern aus dem Kosovo stammen.

Jerome Albritton und Nick Schwertfeger sollen sich erst einmal im zweiten Herrenteam für höhere Aufgaben empfehlen. „Sie sollen sich nun erst einmal Schritt für Schritt an den Herrenbereich gewöhnen. Ich stehe in einem ständigen Austausch mit dem Trainer unserer zweiten Mannschaft, Andreas Ley. Die Zusammenarbeit klappt gut“, weist Carsten Werde darauf hin, dass die FC-Reserve keine Einbahnstraße für Albritton und Schwertfeger darstelle. Die Zukunft von Tim Kobbenring ist hingegen noch ein wenig ungewiss. „Da steht das Gespräch noch aus“, informiert Werde.

Bei der aktuellen U 19 des JFV Staleke handelt es sich schon um eine besondere Formation. „Das ist der beste Jahrgang seit langem“, versichert Andreas Schwertfeger. Dieser trainiert die Kicker aus dem Geburtsjahrgang 2001 bereits seit der U 10. Anfangs coachte Andreas Schwertfeger das Team noch an der Seite seines inzwischen verstorbenen Vaters Gerd Schwertfeger. Später gesellten sich noch Fabian von Oesen und teilweise auch Michael Beisert als weitere Übungsleiter dazu. „Es ist schon interessant zu sehen, was aus den einstigen 'Pöksen' inzwischen so geworden ist“, ist Andreas Schwertfeger stolz auf seine Jungs.

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Die Krönung zum Abschluss der Jugendzeit hätte nun der regulär erworbene Meistertitel werden können, wenn nicht Corona dazwischen gekommen wäre. „Das ist natürlich ein bisschen unglücklich, aber auch nicht zu ändern“, so Schwertfeger. Seine Mannschaft hat in dieser Saison alle Spiele gewonnen und steht zudem auch noch im Pokalfinale. „Ich kann mich gar nicht mehr an unsere letzte Niederlage erinnern“, sagt der 52-Jährige. Dass seine Schützlinge einen solchen Durchmarsch schaffen würden, sei für ihn aber überraschend gewesen. Dies sei nicht zuletzt auch ein Verdienst von Ylbes Halimi, Jerome Albritton, Tim Kobbenring und Nick Schwertfeger gewesen. In der Vorsaison waren Verletzungen dieses Quartetts auch mit verantwortlich dafür, dass der Serienstart verpatzt wurde. In der Rückrunde setzten die Kreis-Cuxhavener dann aber noch einmal zu einer Aufholjagd an, die beinahe noch mit dem vierten Platz belohnt worden wäre.

„In dieser Saison sind wir weitgehend vom Verletzungspech verschont geblieben“, nennt Andreas Schwertfeger einen wesentlichen Grund für die Erfolgsstory in dieser Spielzeit. „Wir hätten den Titel vermutlich auch ohne Corona geholt“, ergänzt Schwertfeger. Nach Abschluss der Hinserie weist seine Mannschaft mit 43 Toren sowohl die beste Offensive der Liga als auch mit nur sieben Gegentreffern in neun Begegnungen die beste Defensive auf. Mit Joel Beisert, Nick Schwertfeger, Yilbes Halimi und Jerome Albritton nehmen vier JFV-Kicker vier der fünf ersten Positionen in der Torjägerliste der Landesliga Lüneburg ein.

Während Albritton und Beisert klassische Stürmer sind, ist Halimi vielseitig im Mittelfeld und auch im Angriff einsetzbar. Nick Schwertfeger kommt meist über die linke Mittelfeldseite, fühlt sich aber auch im zentralen Mittelfeld daheim. Tim Kobbenring hatte als Innenverteidiger nicht so viele Gelegenheiten, um sich in die Torschützenliste einzutragen. Einen Treffer steuerte der Abwehrmann dann aber doch bei.

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„Unsere komplette Mannschaft ist wie eine große Familie. Wir besuchen alle die gleiche Schule und sind untereinander auch außerhalb des Platzes befreundet“, weist Ylbes Halimi auf einen weiteren Pluspunkt seines Teams hin. Auch das Trainerteam habe großen Anteil am Erfolg. „Ohne Andreas, Fabian und Michael wäre dieser nicht möglich gewesen“, versichert der Youngster. Dieser hoffe nun auf seine Chance in der Oberliga-Formation des FC Hagen/Uthlede.

Auf einen ähnlich guten Jahrgang wird der Klub in naher Zukunft wohl nicht mehr zurückgreifen können. Aus der aktuellen U 19 dürften nur noch zwei Akteure ein weiteres A-Jugend-Jahr einlegen. Da die beiden Spieler aber ebenfalls in den Herrenbereich wechseln, löst sich das Team komplett auf. Die derzeitige U 18 wird dann die U 19 bilden, bleibt dabei allerdings in der Kreisklasse. Aus der jetzigen U 19 werden Justin Strohmann und Steffen Koschade in Zukunft für die SG Wittstedt/Driftsethe/Bramstedt auflaufen. Ersatzkeeper Tobias Richter gehörte auch bereits zuvor der TuSG Ritterhude III an und war ebenso wie Jonah-Mercan Behling vom MTV Bokel nur als Gastspieler Mitglied beim JFV. Behling wird weiterhin für Bokel kicken.

Unter anderem Stammtorwart Jesko Lübsen, Luca Wohlers, Nick Tejer sowie Joel Beisert schließen sich dem FC Hagen/Uthlede II in der Kreisliga Cuxhaven an. „Wichtig ist, dass diese Akteure nun erst einmal alle Spielpraxis im Herrenbereich sammeln“, sagt Carsten Werde. Wie es mit Andreas Schwertfeger weitergehen wird, ist noch ungewiss. „Ich weiß noch nicht, was ich machen werde. Durch die Corona-Krise kann ja auch noch keiner sagen, wann und wie es weitergehen wird“, gibt der Angestellte aus dem Logistikbereich zu bedenken.

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Zur Sache

Geplatzte Double-Chance

Der Jugendförderverein (JFV) Staleke, der offiziell JFV Staleke Hagen im Bremischen heißt, wurde im Jahr 2011 gegründet. Vorsitzender ist Heinrich Berndt. Mitglieder sind der FC Hagen/Uthlede, die SG Wittstedt/Driftsethe/Bramstedt sowie der TSV Sandstedt. Letzterer verfügt allerdings über keinerlei Teams im Herrenbereich. Bei der aktuellen U19, die überwiegend mit Spielern aus dem Geburtsjahrgang 2001 besetzt ist, handelt es sich um die erfolgreichste Mannschaft des JFV seit der Vereinsgründung.

Die Formation von Trainer Andreas Schwertfeger feierte bereits Kreis- und Bezirksmeistertitel in der Halle als auch im Freien. In dieser Saison wäre das Team um Kapitän Jerome Albritton ohne die Corona-Pandemie vermutlich souverän Meister in der Landesliga Lüneburg geworden. Kurz vor dem Corona-Lockdown hatte sich der JFV noch durch einen 5:4-Sieg im Halbfinale des Bezirkspokalwettbewerbs beim TSV Stelle nach Elfmeterschießen für das Finale qualifiziert, in dem der Sieger der zweiten Halbfinal-Partie zwischen der JSG Ahlerstedt/Ottendorf/Bargstedt und dem Buchholzer FC auf die Hagener gewartet hätte.

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