Wahl zum Stuhrer Gemeinderat

Gewinne bei den Grünen, Verluste bei der CDU

Die Grünen sind die großen Gewinner der Wahl zum Stuhrer Gemeinderat. Sie werden mit acht Sitzen in dem Gremium vertreten sein. Die CDU büßt hingegen drei Sitze ein, bleibt aber knapp die stärkste Fraktion.
13.09.2021, 00:48
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Gewinne bei den Grünen, Verluste bei der CDU
Von Claudia Ihmels
Gewinne bei den Grünen, Verluste bei der CDU

Die Kandidaten der CDU, hier Ralph Ahrens (links) und Uwe Schweers, hatten sich schon früh am Stuhrer Rathaus eingefunden, um den Einlauf der Wahlergebnisse zu verfolgen.

Claudia Ihmels
doc7hiftys4r3mhtxjqb6n.jpg

Die Kandidaten der CDU, hier Ralph Ahrens (links) und Uwe Schweers, hatten sich schon früh am Stuhrer Rathaus eingefunden, um den Einlauf der Wahlergebnisse zu verfolgen.

Foto: Claudia Ihmels

Stuhr. Die CDU bleibt die stärkste Fraktion im Stuhrer Gemeinderat – wenn auch mit deutlichen Verlusten. Die Christdemokraten erhielten 32,50 Prozent der Stimmen, 7,3 Prozentpunkte weniger als bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren. Während bei den CDU-Kandidaten die Stimmung bei der Präsentation der Wahlergebnisse am Sonntagabend am Stuhrer Rathaus dementsprechend eher verhalten war, konnte man den Politikern von Bündnis 90/Die Grünen am Stehtisch nebenan die Freude deutlich ansehen. 19,88 Prozent waren es laut des vorläufigen amtlichen Endergebnisses schließlich, 7,85 Prozentpunkte mehr als 2016. "Das ist schon satt", kommentierte Kristine Helmerichs (Grüne).

Kaum Veränderungen hingegen bei der SPD: 29,13 Prozent der Stimmen entfielen auf die Sozialdemokraten, was einen leichten Verlust von 0,65 Prozentpunkten bedeutet. Ihre Stellung als zweitstärkste Kraft hinter der CDU konnte die SPD aber trotz der deutlichen Zuwächse der Grünen behaupten. Mehr Stimmen als 2016 erhielt auch die FDP, die mit 10,86 Prozent in den neuen Stuhrer Rat einzieht und damit mit einem Plus von 2,18 Prozentpunkten. Weniger Stimmen bekam hingegen Besser, statt 9,72 Prozent wie 2016 reichte es nun nur für 5,39 Prozent. Neu in den Stuhrer Rat wird die AfD einziehen. Ihr Kandidat Andreas Schnieder bekam 2,24 Prozent.

Viele Stuhrer Kommunalpolitiker zog es am Sonntagabend zum Stuhrer Rathaus. Die Verwaltung hatte dort zwei Bildschirme aufgebaut, auf denen sowohl die Ergebnisse der Kreistags- als auch der Gemeinderatswahl verfolgt werden konnten. Viele verfolgten den Einlauf der Ergebnisse der einzelnen Wahlergebnisse und der Kandidaten außerdem am Smartphone. "Dass es schwierig wird, hatte ich mir schon gedacht", sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Finn Kortkamp, nachdem etwa die Hälfte der Stuhrer Wahllokale ausgezählt waren und schon klar war, dass seine Partei weniger Stimmen als 2016 erhalten hatte. Er und der Stuhrer CDU-Vorsitzende Ralph Ahrens sahen einen Grund dafür auch in dem Generationenwechsel unter den CDU-Kandidaten. Frank Schröder, Marliese Brandes und Lars Nordbruch sind nicht mehr angetreten, sie hätten immer viele Stimmen für die Partei geholt. Insgesamt hätte man weniger Kandidaten ins Rennen geschickt. Sicherlich würde sich in dem Ergebnis auch der Bundestrend niederschlagen, so Ahrens mit Verweis auf die "Afghanistan-Performance" und den Spitzenkandidaten der Christdemokraten. 

doc7hig0bn70xv10w1pbb65.jpg

Ausgelassene Stimmung herrschte im Alten Stuhrer Bahnhof, in dem die Wahlparty der FDP stattfand.

Foto: Claudia Ihmels

"Wir sind aber immer noch die stärkste Fraktion. Das muss man sich immer neu erkämpfen und das ist uns gelungen", betonte der Stuhrer CDU-Chef aber auch. Er kündigte dennoch eine Analyse des Ergebnisses an, man werde sich die Ergebnisse in den einzelnen Wahllokalen genauer anschauen, obwohl das angesichts der Zunahme bei der Briefwahl schwieriger werde. 

Den Bundestrend machten auch die Stuhrer Grünen – zumindest teilweise – für ihr Ergebnis verantwortlich. Das Thema Klimawandel spiele ein große Rolle. "Aber auch das Thema Schwimmbad hatten viele Stuhrer auf dem Zettel", so Kristine Helmerichs, die damit darauf anspielte, dass ihre Fraktion die Errichtung eines eben solchen mit einem Antrag ins Rollen gebracht hatte. Auch die Grünen waren mit vielen neuen Kandidaten angetreten, sie werteten das als Pluspunkt, ebenso wie den Verlauf ihres Wahlkampfes. "Wir haben sehr schön im Team gearbeitet, das hat Spaß gemacht", sagte Anne Kahle-Greffrath.

Ausgelassene Stimmung herrschte auch in direkter Nähe zum Rathaus im alten Stuhrer Bahnhof, wo zahlreiche Kandidaten der Stuhrer FDP den Wahlabend verbrachten. "Die Varreler sind zuverlässige Wähler", freute sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Alexander Carapinha Hesse über die vielen Stimmen in seinem Heimat-Ortsteil. Begeisterung auch bei Heiko Fischer, der in seinem Wahllokal Feuerwehrhaus Stuhr 47 Stimmen erhalten hatte. "Und bei der Kreistagswahl sieht es auch positiv für uns aus", ergänzte der Stuhrer FDP-Vorsitzende Johannes Südkamp.

Bis das vorläufige amtliche Endergebnis feststand, mussten alle Kandidaten jedoch reichlich Geduld mitbringen: Es stand erst nach Mitternacht fest. Zuletzt zog sich die Auszählung der letzten Briefwahlergebnisse noch etwas hin – was auch damit zusammenhing, dass die Zahl der Briefwähler deutlich zugenommen hatte. "Wir haben im Vergleich zu 2016 eine Verdreifachung bei der Briefwahl", sagte Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte. Knapp 6000 Wähler gaben ihre Stimme in Stuhr auf diesem Wege ab.

Die vorläufige Sitzverteilung im neuen Stuhrer Rat: CDU: 12 (-3), SPD: 11 (gleich), Grüne: 8 (+3), FDP: 4 (+1), Besser: 2 (-2), AfD: 1 (neu). Die Wahlbeteiligung lag bei 56,28 Prozent (2016: 53,8 Prozent).

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+