Mitgliederehrung bei der SPD

Der Partei 60 Jahre die Treue gehalten

Hans-Dieter von Friedrichs ist der SPD beigetreten, als in Berlin gerade die Mauer gebaut worden war. Der SPD-Ortsverein zeichnete noch weitere Langzeit- Genossen aus.
30.07.2021, 21:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christa Neckermann
Der Partei 60 Jahre die Treue gehalten

Harry Dreeke, im nächsten Jahr 60 Jahre in der SPD, die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Kristin Lindemann und Hans-Dieter von Friedrichs, seit 60 Jahren Mitglied bei den Sozialdemokraten, standen im Mittelpunkt der feierlichen Ehrung langjähriger Parteimitglieder.

Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. Als Hans-Dieter von Friedrichs, gerade mal das Abitur in der Tasche und die Nachkriegszeit noch in frischer Erinnerung, in die SPD eintreten wollte, beschied man ihm, dass er noch keine 21 und damit nicht voll geschäftsfähig sei. Also musste der junge Jura-Student noch weitere drei Jahre warten, bis er das inzwischen reichlich abgegriffene SPD-Mitgliedsbuch entgegennehmen durfte. Am 1. Oktober dieses Jahres ist der Jurist und ehemalige Oberkreisdirektor seit sechs Jahrzehnten bei den Sozialdemokraten dabei.

Auf der Ehrungsfeier, die in diesem Jahr gemütlich im Freien um einen Holzkohlegrill herum stattfand, konnte die Ortsvereinsvorsitzende der SPD, Kristin Lindemann, neben der erwähnten 60-jährigen Mitgliedschaft noch für jeweils vier 50-jährige und vier 25-jährige Mitgliedschaften Ehrungen vornehmen. Dabei erinnerte sie noch einmal an die Höhepunkte in den Jahren, als sich die jetzigen Mitglieder entschlossen, den Sozialdemokraten beizutreten.

„1961 wurde gerade in Berlin die Mauer gebaut“, erinnerte Lindemann im Zusammenhang mit von Friedrichs an einen ganz besonderen Moment deutscher Zeitgeschichte. „1971 war Willy Brandt Bundeskanzler, sein Kniefall in Warschau machte Geschichte. 1996 war die Mauer in Berlin schon wieder gefallen, und Europa wuchs enger zusammen.“

Es ging ihm um Europa

Hans-Dieter von Friedrichs ließ dann kurz seine Arbeit in der Sozialdemokratischen Partei Revue passieren. „Es ging mir um soziale Gerechtigkeit und einen gewissen antimilitaristischen Hintergrund, und es ging mir um Europa“, nannte von Friedrichs seine Gründe, der Partei beizutreten. Schon als 19-Jähriger sei er der IJGD, der Internationalen Jugend-Gemeinschaftsdienste, beigetreten und habe in Verdun vor Ort erlebt, was Kriege anrichten würden, denn da seien noch die Trümmer des ersten Weltkrieges sichtbar gewesen. Friedrichs erzählte auch davon, wie schwer es ihm als jungem Assessor und dann Juristen gefallen war, in einer Partei Fuß zu fassen, die erst wenig zuvor damit begonnen hatte, sich von einer „Arbeiterpartei“ zu einer „Volkspartei“ zu mausern. Von Helmut Schmidt, für den Friedrichs sechs Monate nach seinem Studium arbeitete, erhielt Friedrichs den Rat, zunächst dahin zurückzukehren, "wo die Wurzeln liegen", in der Kommunalpolitik.

Dabei habe er gelernt: „Vergesst die kleinen Leute nicht!“ Es seien die Dinge wichtig, die die Minderheiten beträfen. Einen Sieg erringe man nur in der Mitte.

"Noch demokratischer"

Die heutige SPD, so von Friedrichs, sei noch demokratischer geworden. Das hänge unmittelbar auch mit den modernen Medien zusammen, über die Informationen viel schneller verbreitet würden - und überall abrufbar sein würden. Neben Hans-Dieter von Friedrichs wurden weitere Mitglieder geehrt. Für 50-jährige Mitgliedschaft: Reinhard Flad, Heinz Heller und Gerd Schmidt. Seit 25 Jahren sind Sigrun Chairselle, Tim Jesgarzewski, Reiner Kruse und Jan Wellbrock der Partei treu.

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