Neue Stadtkante

Neuer Entwurf findet großen Anklang

Im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung hat ein Projektentwickler den neuen Entwurf für die Verdener Stadtkante vorgestellt. Seine Ausführungen stießen auf großen Anklang.
16.09.2021, 16:42
Lesedauer: 3 Min
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Neuer Entwurf findet großen Anklang
Von Marie Lührs

Bereits im Juli hatte sich eine Jury einstimmig für einen neuen Entwurf für das Projekt "Neue Stadtkante" ausgesprochen. Im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Ratssitzung wurde der Siegerentwurf nun auch den Fraktionen vorgestellt und fand dort laut einer Mitteilung der Stadt "großen Anklang". Der Zuschlag ging an die Asset Firmengruppe aus Bremen mit ihrem Entwurf von Schenk Fleischhaker Architekten (Hamburg).

"Der Siegerentwurf verbindet Bewährtes mit zukunftsweisenden Themen", sagt Birgit Koröde, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung. Die "vertraute städtebauliche Struktur der Verdener Altstadt" bilde den Rahmen für die äußere Form des geplanten Quartiers. "Das ortstypische giebelständige Haus wird als Grundmotiv aufgenommen und gliedert das neue Quartier in einer in Verden bekannten Maßstäblichkeit", beschreibt Koröde den Entwurf. Der organische Stadtgrundriss der Altstadt werde an dieser Stelle auf selbstverständliche Art weitergeführt und ergänzt.

Barrierefreier Wohnraum

Der Entwurf sieht den Bau von jeweils drei Spitzgiebel-Gebäuden mit moderner Ziegelfassade in zwei Reihen vor. "Die Häuser bieten vor allem neuen Rahmen für Wohnen, aber auch Einzelhandel, Gewerbe und Gastronomie", heißt es in der Beschreibung. All das war auch in den zuvor angestrebten Entwürfen eingeplant. Das etwa 7500 Quadratmeter große Grundstück soll Platz für etwa 100 Wohneinheiten verschiedener Größen bieten. Sowohl kleine Kompaktwohnungen als auch größere familiengerechte Wohnungen sollen durchgehend barrierefrei sein. Ein Anteil von 20 Prozent entfällt auf geförderten Wohnungsbau. 

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Auch ein Hotelbetrieb ist vorgesehen. Eine Machbarkeitsstudie wurde bereits vom Projektentwickler beauftragt. Mit Blick auf die Aller und das Naturschutzgebiet Allerniederungen entsteht zudem ein Platz, der als "Stadtbalkon von Verden" bezeichnet wird. Er ist leicht erhöht und soll eine "hohe Aufenthaltsqualität" mit Blick in die Natur bieten. 

Hoher Anspruch an die Nachhaltigkeit

Das Vorhaben sei zukunftsweisend mit einem hohen Anspruch an die Nachhaltigkeit entwickelt worden, teilt der Investor mit. So werden die geneigten Dächer für großflächige Photovoltaikflächen genutzt. Geothermie soll die Versorgungssicherheit des Klimaschutz-Quartiers ohne fossile Brennstoffe klimagerecht sicherstellen. Teil der Planung ist auch eine Mobilitätsstrategie, die Sharing-Konzepte für Autos, aber auch für Fahrräder vorsieht. Neben gut erreichbaren Fahrradräumen soll es ein Angebot für E-Fahrzeuge geben. Themen wie Nachhaltigkeit, Mobilität und Klimaschutz waren erst bei der neuen Ausschreibung zu wichtigen Kriterien geworden. 

"Ich freue mich sehr, dieses anspruchsvolle, schöne Klimaschutz-Quartier in der Verdener Altstadt zusammen mit der Stadt zu entwickeln und das Bebauungsverfahren durchführen zu können", betont Ingo Damaschke, geschäftsführender Gesellschafter der Asset Firmengruppe. "Es wurde von der Stadt ein toller städtebaulicher Rahmenplan vom Büro Schenk Fleischhaker Architekten juriert."

Im nächsten Schritt wird das Vorhaben entsprechend der Empfehlungen der Jury optimiert. Bis Ende des Jahres soll ein Beschluss über das städtebauliche Konzept als Basis für das folgende Bebauungsplanverfahren gefasst werden. Dann wird auch eine Beteiligung der Öffentlichkeit folgen. 

Baubeginn 2023 möglich

Das Projektvolumen umfasst etwa 45 Millionen Euro. Das Bebauungsplanverfahren soll Ende 2022 enden. Der Bau könnte dann 2023 beginnen. Ist das Großprojekt fertiggestellt, wird es auch wieder einen Rewe-Markt in City-Nähe geben. Sein Vorgänger war in der Kaufhalle beheimatet.

Das ehrgeizige Vorhaben in Allernähe war vor zwei Jahren unerwartet gescheitert. Der Investor, die Hamburger Entwicklungsgesellschaft BPD, hatte im April 2019 überraschend seinen Rückzug aus dem Projekt angekündigt. Wenige Monate später folgte eine weitere Absage: Eine Bietergemeinschaft, die als Ersatz eingesprungen war, wollte das Vorhaben doch nicht weiter verfolgen. Statt auf den drittplatzierten Bewerber für das Projekt zurückzugreifen, entschied sich die Verwaltung für eine Neuausschreibung. "Mehr Wettbewerb ist von Vorteil", begründete Lutz Brockmann im vergangenen Sommer die Entscheidung. Er zog zudem aus den gescheiterten Anläufen der vergangenen Jahre eine positive Bilanz: "Wir haben aus dem ersten Verfahren viel gelernt."

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