Tintenklecks Mehr Tanz für Verden

Der Verein Tintenklecks hat große Pläne. Neben "Tanz macht Schule" gibt es nun eine daran angelehnte Veranstaltung für die Werkstätten der Lebenshilfe Verden-Rotenburg.
06.10.2021, 17:08
Lesedauer: 4 Min
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Mehr Tanz für Verden
Von Marie Lührs

Der Verein Tintenklecks hat große Pläne. Einer von ihnen ist das Störtebeker-Projekt, das eigentlich bereits in diesem Jahr starten sollte. Wegen der aktuellen Situation wurde es jedoch in das Jahr 2022 verlegt. Die Proben für das inklusive Projekt sollen im Frühjahr beginnen. Die Aufführung ist für den 2. Juli 2022 geplant. Dann sollen die Teilnehmenden im Allerparkt eine Tanz- und Theaterperformance mit Musik und Gesang auf die Bühne bringen, in der sie sich mit dem Leben des jungen Klaus Störtebeker befassen. 

Doch auch wenn das Großprojekt verschoben wurde: Ohne Aufgaben steht der Tintenklecks nicht da. In Zusammenarbeit mit dem Tanzwerk Bremen läuft in diesem Jahr wieder das Projekt Tanz macht Schule an. "Sechs Schulen sind mit dabei", erklärt die Vorsitzende Margarete Meyer. Neben vier Verdener Grundschulen seien die Likedeelerschule und die Oberschule Langwedel mit dabei. "Allerdings wird es auch in diesem Jahr keine gemeinsame Aufführung in der Stadthalle geben." Stattdessen werde bis in den Dezember hinein für schulinterne Vorführungen geprobt. Die Zusammenarbeit von Tanzwerk und Tintenklecks sei eine lange währende Erfolgsgeschichte, sagt Rolf Hammes, der sowohl im Tanzwerk als auch beim Tintenklecks aktiv ist.

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Anfang September konnte ein neuer Ableger des Events anlaufen. Denn nun wird nicht nur in Schulen, sondern auch in Behindertenwerkstätten getanzt. "Das war eine Anregung von zwei Schülerinnen der Likedeeler Schule", erzählt Meyer. Die beiden Mädchen wollten auch nach ihrer Schulzeit noch weiter tanzen können. Mitarbeitende der Werkstätten der Lebenshilfe Verden-Rotenburg tanzen nun einmal in der Woche unter der Leitung von Choreograf Markus Hoft. 

Die vielen Veranstaltungen werden von einem neuen Vorstand organisiert. Dem Team gehören neben Meyer und Hammes Andreas Kahlert, Svetlana Stockmann und Claudia Wehrstedt. "Wir möchten Brücken bauen und die aktive Teilhabe fördern", lautet ihr Vorhaben. Die Angebote des Vereins orientieren sich an den vier Ts: Tanz, Theater, Texte und Töne. Ziel ist es, möglichst viele Menschen zu erreichen. Das soll mit niedrigschwelligen Angeboten erreicht werden. Der Verein plant dafür, Theater und andere Aktionen an Orte zu bringen, an denen es sie sonst nicht gibt. "Überall dort wo Menschen sind, soll Kultur erlebbar gemacht werden", lautet das Ziel.

Kulturerlebnisse für alle

Unter dem Titel "Kultur on Tour" will der Verein eine neue Reihe für Kinder ab vier Jahren und ihre Familie aus der Taufe heben. Die Idee stammt von Doris Gerken. "Schon im November wird es eine erste Veranstaltungsreihe mit dem Theater Ekke Neckepen und dem Stück 'Der kleine Wal' geben", kündigt der Verein an. Im Februar folge das Hermannshof-Theater voraussichtlich mit "Die drei Schweinchen und der Wolf", ehe das Theater Schnurzepiepe mit "Petterson zeltet" nachzieht. Als mögliche Schauplätze stehen die Dorfgemeinschaftshäuser Eitze und Walle sowie das Mehrgenerationenhaus Bürgertreff Hoppenkamp, die Stadtwaldfarm und das Haus am Oderplatz zur Diskussion. "Die Idee hinter der Reihe ist es, ein Stück mehrmals an verschiedenen Orten zu spielen", sagt Meyer. So sollen möglichst viele Kinder und ihre Familien in den Genuss der Vorführungen kommen, ohne eine längere Anfahrt auf sich nehmen zu müssen.

Dank einer Förderung durch die Kulturstiftung der Länder verfügt der Tintenklecks nun über eine neue mediale Ausstattung. "Mit Kamera, Mikro und Lichttechnik sollen diverse digitale Formate möglich werden", sagt Meyer. Ein digitales Projekt, das bereits auf viel Zuspruch stößt, ist das Theater aus der Kiste. Dafür wurden bereits zwei Produktionen vom Theater Ekke Neckepen und dem Theater Regenbogen professionell gefilmt. Die Videos gehen mit samt technischer Ausstattung für die Aufführung auf die Reise durch Kindertagesstätten im ganzen Landkreis. Über 300 Kitakinder hätten sich die Produktionen bereits angesehen, sagt Andreas Kahlert vom Vorstand. Derzeit werde an einem weiteren Projekt gearbeitet. Eine Schulklasse oder Arbeitsgruppe könnte unter theaterpädagogischer Anleitung ein eigenes Theaterstück entwickeln und inszenieren. Das Ergebnis soll gefilmt werden und in den Fundus der Theaterkiste einfließen. 

Für die bevorstehenden Herbstferien sowie die Oster- und Sommerferien 2022 plant der Tintenklecks Workshops für Jugendliche und ein digitales Theaterprojekt. Auch eine weitere Beteiligung an der Reihe Allerkultur ist für das kommende Jahr geplant.

Verein sucht Unterstützung

Weitere kreative Ideen hofft der Verein bei einem Markt der Möglichkeiten entwickeln zu können. Er soll Menschen mit Ideen mit Gruppen zusammenbringen, die bei der Realisation helfen. Kreative können sich mit Projekten auch immer an den Tintenklecks wenden, betont das Vorstandteam. Der Verein sucht zudem noch nach Unterstützung. Ab Januar 2022 gibt es eine Stelle für einen Bundesfreiwilligendienstleistenden. Männer und Frauen, die mindestens 27 Jahre alt sind, können sich auf die Stelle bewerben. Für neun bis zwölf Monate können Interessierte künftig in die Bereiche Organisation und Kulturmanagement schnuppern. Die Bewerber bekommen aber auch die Möglichkeit, eigene Ideen und Projekte anzuschieben. Vorgesehen dafür sind 21 bis 25 Wochenstunden. Der Bundesfreiwilligendienst 27plus richte sich vor allem an Menschen, die sich beruflich noch einmal neu orientieren wollen, erläutert Meyer. 

Zusätzliche Unterstützung sucht der Verein für das Störtebeker-Event. Dafür wolle das Team vor allem dem Theater- und Tanzpädagoginnen-Nachwuchs eine Chance geben, eigene Ideen und Projekte auszuprobieren. Interessierte können sich unter www.tintenklecks-verden.de weiter informieren. Kontakt gibt es unter 04231/61444 und per E-Mail an buero@tintenklecks-verden

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