Umsetzung bis zum Jahresende

Fünf neue Tempo-30-Zonen sollen in Bremen-Nord kommen

Fünf neue Tempo-30-Zonen sollen in Bremen-Nord bis Jahresende eingerichtet werden. Weitere 14 Bereich werden derzeit noch vom Amt für Straßen und Verkehr geprüft.
29.09.2018, 07:00
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Von Klaus Grunewald
Fünf neue Tempo-30-Zonen sollen in Bremen-Nord kommen

Vor öffentlichen Einrichtungen, zum Beispiel Kindergärten und Wohnheimen, sollen Autofahrer künftig deutlicher vom Gas gehen. Fünf Tempo-30-Zonen entstehen allein bis Jahresende.

Marcus Führer/DPA

Auf Nordbremens Straßen soll es künftig langsamer und sicherer zugehen. Insbesondere vor Schulen, Kindertagesstätten, Spielkreisen, Behinderteneinrichtungen, Altenheimen, Kirchengemeinden und vor Krankenhäusern. Wo es sie noch nicht gibt, sind dort weitere Tempo-30-Zonen geplant. Kinder, Kranke und Alte, heißt im Ressort von Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne), sollen durch diesen Schritt besser geschützt werden.

Die neue Langsamkeit auch auf Nordbremens Straßen geht auf eine Novellierung der Straßenverkehrsordnung zurück, die Ende 2016 in Kraft getreten ist. Danach soll Tempo 30 vor sensiblen Bereichen wie Kitas oder Schulen nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sein. Vor 583 von insgesamt 761 solcher Einrichtungen in der Stadtgemeinde muss schon heute der Fuß vom Gaspedal genommen werden. In Kürze sollen nach Auskunft des Amtes für Straßen und Verkehr 71 hinzukommen, 107 weitere seien in der Prüfung.

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Zwischen Grambke und Farge gibt es schon jetzt fast 120 öffentliche und soziale Einrichtungen, die an Straßen liegen, in denen die Geschwindigkeit auf Tempo 30 zu drosseln ist: 30 befinden sich im Ortsamtsbereich Blumenthal, 37 in Vegesack und 50 in Burglesum. Bis Ende des Jahres sind zunächst fünf zusätzliche Tempo-30-Zonen geplant: In Blumenthal vor der Oberschule In den Sandwehen am Neuenkirchener Weg, in Burglesum vor dem Seniorenwohnpark An der Ihle an der Hindenburgstraße sowie in Vegesack vor dem Alten- und Pflegeheim Haus Raphael an der Löhstraße, beim Martinshof an der Straße Martinsheide und an der Lerchenstraße vor der Oberschule gleichen Namens. Diese fünf Zonen sind der Anfang.

In der sogenannten Umsetzungsstufe 2 will das Amt für Straßen und Verkehr dann prüfen, ob in Bremen-Nord vor 14 weiteren Einrichtungen mindestens 300 Meter lange Tempo-30-Zonen einzurichten sind. Gleich vier Mal wäre davon die Hammersbecker Straße betroffen: Vor dem Altenpflegeheim Christopherhaus II, dem Klinikum Bremen-Nord, dem Hort an der Grundschule Hammersbeck sowie der Schule selbst könnten bald ebenfalls Hinweisschilder stehen, die den motorisierten Verkehrsteilnehmer ermahnen, die Geschwindigkeit zu reduzieren.

Eine Geschwindigkeitsreduzierung soll auch dem Schutz der Kinder dienen, die sich regelmäßig im Bürgerhaus Vegesack an der Kirchheide einfinden und dort Angebote nutzen, ebenso wie den behinderten Menschen, die im Wohnheim des Jugendgemeinschaftswerks an der Dobbheide leben.

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In Blumenthal haben die ASV-Fachleute gleich sieben Objekte auf die Prüfliste für weitere Schutzzonen gesetzt. An der Mühlenstraße die Kindertagesstätten der evangelischen Gemeinde Lüssum sowie den „Wasserturm“, an der Eggestedter Straße die dortige Oberschule und darüber hinaus den Sekundarbereich II des Schulzentrums, an der Farger Straße die Kita der evangelischen Gemeinde Rönnebeck-Farge, an der Rekumer Straße die Schule Rekum sowie an der Dillener Straße das Stiftungsdorf Rönnebeck der Bremer Heimstiftung.

Schließlich folgt das Ortsamtsgebiet Burglesum mit einer weiteren Prüfung: An der Helsingborger Straße auf dem Marßeler Feld sollen Eltern und Kinder der Kleinkindgruppe „Nordcap“ des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) künftig sicherer die Fahrbahn überqueren können.

Die Machbarkeitsstudie für die Verwirklichung neuer Tempo-30-Zonen in der Stadtgemeinde Bremen hat das Stadtbüro in der Baumwollbörse im Auftrag des Amtes für Straßen und Verkehr erarbeitet. Untersucht wurde dabei auch, welcher Zeitverlust entsteht, wenn die Geschwindigkeit auf einer 300 Meter langen Strecke von Tempo 50 auf 30 reduziert wird. Er liege rechnerisch bei 14,4 Sekunden, hinzu kämen knapp zehn Sekunden für das Abbremsen und wieder Beschleunigen, haben die Experten errechnet.

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Fahrgäste der Bremer Straßenbahn AG müssen auf einigen Strecken allerdings noch etwas mehr Geduld aufbringen. Am stärksten betroffen im gesamten Stadtgebiet sind die Buslinien 90 und 95 in Bremen-Nord. Während die Linie 90 zwischen Gröpelingen und Neuenkirchen zwei Minuten verliere, müssten sich die Fahrgäste der Linie 95 zwischen Marßel und Bockhorn auf einen Zeitverlust von 73 Sekunden einstellen, heißt es im Projektbericht des Stadtbüros.

Mit den vom Amt für Straßen und Verkehr empfohlenen Geschwindigkeitsreduzierungen werde sich der Verkehrsausschuss des Beirats Vegesack wahrscheinlich am 22. Oktober befassen, sagt sein Sprecher Torsten Bullmahn (CDU). Und die Verkehrsexperten des Beirats Burglesum wollen nach Auskunft von Ortsamtsleiter Florian Boehlke am 8. November über die Vorschläge beraten. Nicht für erforderlich hält hingegen der Sprecher des Verkehrsausschusses im Beirat Blumenthal, Alex Schupp (SPD), eine Beratung. Schupp: „Was in der Machbarkeitsstudie für den Ortsamtsbereich Blumenthal aufgelistet und vorgeschlagen wird, fordern wir bereits seit Jahren.“

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