Basketball-Bundesliga Eisbären Bremerhaven müssen sich geschlagen geben

Nach einer kämpferisch und über viele Phasen auch spielerisch sehr starken Leistung mussten sich die Basketballer der Eisbären Bremerhaven dem Bundesliga-Topteam aus Bamberg knapp mit 88:93 geschlagen geben.
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Eisbären Bremerhaven müssen sich geschlagen geben
Von Frank Büter

Es hat nicht gereicht. Nach einer kämpferisch und über viele Phasen auch spielerisch sehr starken Leistung mussten sich die Basketballer der Eisbären Bremerhaven dem Bundesliga-Topteam aus Bamberg knapp mit 88:93 (37:42) geschlagen geben. Am Ende machte die Summe vieler kleiner Dinge den entscheidenden Unterschied aus. Doch festzuhalten bleibt: Bei den runderneuerten Eisbären wächst etwas heran. Und so darf man anfügen: Es hat noch nicht gereicht, um gegen einen Großen der Branche zu bestehen.

„Die Mannschaft entwickelt sich“, sagte Eisbären-Coach Arne Woltmann. Der 44-Jährige war durchaus zufrieden mit dem Auftritt seines Teams – einerseits. Andererseits ärgerte es ihn naturgemäß schon, nach 40 intensiven Minuten doch eine Niederlage quittieren zu müssen. Woltmann würde es eben gerne sehen, dass sich seine Mannschaft noch schneller entwickelt. Aber auch so bleibt nach diesem vierten Spieltag der noch jungen Saison festzuhalten: Die Perspektive stimmt.

Chris Warren führt Regie

12, 14, 15, 12 und 16 – das sind (in dieser Reihenfolge) die Bremerhavener Abschlussplatzierungen der vergangenen fünf Spielzeiten von 2013 bis 2018. Spielzeiten, die vom Abstiegskampf geprägt waren. Gegen den neunmaligen Deutschen Meister aus Bamberg erhielten die 2327 Zuschauer jetzt jedenfalls einen guten Eindruck davon, dass dieses neu zusammengestellte Team deutlich mehr Potenzial besitzt als die Eisbärenteams der Vorjahre. Und dass man in der Seestadt womöglich auch mal wieder von einer Play-off-Platzierung träumen darf.

Die Eisbären 2018/19, sie sind recht homogen aufgestellt. Und sie verfügen über eine gute Mischung. Da sind Spieler mit Führungsqualitäten wie Point Guard Chris Warren, wie der NBA-erfahrene Darnell Jackson oder auch Flügelspieler Elston Turner. Akteure, die enorme Qualität besitzen, die vorangehen, die bereit sind, in entscheidenden Situationen Verantwortung zu übernehmen. Und da sind Spieler wie der erst 22-jährige Jan Niklas Wimberg, dem noch etwas Erfahrung fehlt, der aber ein großes Talent besitzt. Oder Spieler wie das Bremerhavener Eigengewächs Adrian Breitlauch, der sich vor allem aufgrund seiner Defensivstärke immer besser in Szene zu setzen weiß und auch gegen Bamberg wieder viel Einsatzzeit erhalten hat.

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„Mental war das für uns ein sehr schweres Spiel“, sagte Breitlauch nach der Partie, als er abgekämpft im Spielertunnel stand. Es sei schwer gewesen, immer einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen, den Ausgleich aber nicht gemacht zu haben. Breitlauch war dennoch ein bisschen stolz auf die gebotene Teamleistung. Und auf seine eigene noch dazu, denn als es in der Schlussphase zur Sache ging, in der sogenannten Crunch-Time, da stand er auf dem Parkett und kämpfte mit um jeden Ball, um jeden Punkt. Ein Vertrauensbeweis von Trainer Woltmann, der den 25-Jährigen damit auch für seinen engagierten Auftritt belohnte: „Adrian hat sehr stark gespielt, er hat uns in der Defensive viel gegeben.“

Viel gegeben hat auch Chris Warren. Der Spielmacher stand 38 Minuten und 42 Sekunden auf dem Parkett. Er rackerte unentwegt. Er suchte seine Nebenleute. Suchte den Weg zum Korb. Warren war einmal mehr Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Eisbären, die den Ball gut bewegten und insgesamt auf 17 Assists kamen – ein starker Wert. Ebenso stark waren die 26 Punkte, für die Chris Warren selbst sorgte. Er traf allein fünf Dreier und war am Ende klarer Sieger im Spielmacherduell mit seinem Bamberger Pendant Tyrese Rice (19 Punkte). Zudem punkteten auf Bremerhavener Seite auch Elston Turner (17), Keith Benson und Darnell Jackson (je 11) zweistellig.

Ein kleiner, aber feiner Unterschied

„Es hat mir gefallen, wie wir uns in der Offensive gezeigt haben“, sagte Arne Woltmann später. Im Angriff, das war dem Headcoach allerdings schon zu Saisonbeginn klar, verfügt das Team über großes Potenzial. Doch auch in der Defensive geht es voran, „wir machen Schritte“, sagte Woltmann auch mit Blick auf das in Hälfte zwei verbesserte Reboundverhalten.

Manche Schritte sind etwas kleiner, andere eben schon größer. Wieder und wieder schafften es die gut eingestellten und aggressiv deckenden Eisbären, die physisch starken Bamberger zu stellen. Was mitunter fehlte, war die Hilfe des Nebenmannes. Und so kam Bamberg dann irgendwie bei 71 Prozent der Angriffe im Nahbereich des Korbes doch immer noch zu einem erfolgreichen Abschluss. „Das ist zu viel“, sagt Woltmann.

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Trotz dieser Fehlerquellen in der Defensive und trotz einiger (zu) leicht vergebenen Wurfchancen im Angriff waren die Eisbären lange auf Tuchfühlung mit dem Favoriten. Es war noch exakt eine Minute auf der Uhr, als Warren per Dreier auf 83:86 verkürzte. In der Folge aber machte Bamberg dann von der Freiwurflinie alles klar. 29-mal insgesamt durfte der Gast an die Linie, Bremerhaven übrigens nur zwölfmal. Auch dieses Talent, immer wieder Fouls zu ziehen und Freiwürfe herauszuholen, machte an diesem Nachmittag einen kleinen, aber feinen Unterschied aus.

Eisbären: Jenkins (5), Warren (26), Breitlauch (2), Wimberg (7), Bleck (2), Turner (17), Benson (11), Brangers (7), Jackson (11.

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