Kommentar über Frauen im Fußball

Eine Chance

Imke Wübbenhorst will eigentlich nur ihren Job machen im Männerfußball. Aber so einfach ist das nicht. Sie kämpft nicht nur gegen den Abstieg, sondern auch mit Vorurteilen. Das ist unfair, findet Marc Hagedorn.
01.03.2019, 20:46
Lesedauer: 1 Min
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Eine Chance
Von Marc Hagedorn

Wäre die Welt perfekt, müsste dieser Kommentar nicht geschrieben werden. Dass eine Frau eine höherklassige Männermannschaft im Fußball trainiert, wäre in einer Welt ohne Geschlechterrollen und Vorurteilen nicht der Rede wert. Tatsächlich aber hat die Nachricht, dass Imke Wübbenhorst Chefin der Männer des BV Cloppenburg ist, für so viel Aufregung gesorgt, dass sogar in Brasilien darüber berichtet wurde.

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Imke Wübbenhorst will eigentlich nur ihren Job machen. Aber so einfach ist das nicht. Sie trainiert diese Männermannschaft in Cloppenburg, ob sie es will oder nicht, stellvertretend für alle Frauen, die es in den Männerfußball drängt. Vom Ergebnis ihrer Arbeit werden die zukünftigen Chancen von Frauen abhängen. Denn natürlich trainiert sie gegen alle Skeptiker an, die sich jetzt schon darauf freuen, ihr beim Scheitern zuschauen zu können, weil sie eine Frau ist.

Aber wann wäre sie eigentlich gescheitert? Bei einem Abstieg? Bestimmt nicht, denn sportlich ist die Lage fast aussichtslos. Genauso verlogen wäre es aber, jetzt jeden noch so kleinen Erfolg von ihr grandios abzufeiern. Am Ende darf es nur einen Maßstab geben, um ihre Arbeit zu beurteilen: Ist sie kompetent oder nicht?

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