Delmenhorst verschärft Corona-Maßnahmen Neue Regeln und verschärfte Kontrollen

In Delmenhorst werden eine Sperrstunde für die Gastronomie angeordnet, öffentliche Veranstaltungen verboten und private Treffen eingeschränkt. Die Maskenpflicht wird auf Kundenparkplätze erweitert.
19.10.2020, 13:43
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Neue Regeln und verschärfte Kontrollen
Von Gerwin Möller

Die Zahl der Corona-Infizierten in Delmenhorst steigt rasant: Waren es am 6. Oktober noch 215 Betroffene, wurde am Sonntag die Zahl 468 gemeldet. Der für behördliche Auflagen entscheidende Inzidenzwert liegt bei 197,6 Fällen auf 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche, schon ab dem Wert 50 muss gehandelt werden.

Im Rathaus verkündeten heute Oberbürgermeister Axel Jahnz, sein Corona-Krisenmanager Rudolph Mattern, Gesundheitsamtschef Helge Schumann und für die Polizei deren stellvertretender Inspektionsleiter Carsten Hoffmeyer neue Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Schon seit gestern sind alle Gottesdienste sowie sämtliche Sportveranstaltungen abgesagt. Möglichst ab sofort tritt eine Sperrstunde in Kraft, die Gastronomie schließt dann ab 23 Uhr. Für private Feiern in der Gastronomie gilt eine Obergrenze von 25 Personen. Vereine dürfen keinerlei öffentliche Veranstaltungen mehr durchführen. Stärker reglementiert werden auch private Zusammenkünfte. Es dürfen nur noch maximal zehn Personen aus zwei Haushalten in geschlossenen Räumen zusammenkommen. Auch bei Treffen unter freiem Himmel gilt diese Beschränkung. Die Maskenpflicht, seit vergangenem Mittwoch schon auf die gesamte Fußgängerzone ausgeweitet, gilt mit einer noch zu formulierenden Allgemeinverfügung auch für weitere öffentliche Plätze, beispielsweise den Bahnhofsvorplatz. Die Maskenpflicht gilt darüber hinaus auch auf den Kundenparkplätzen von Einkaufsmärkten. Dort müssen die Händler die Einhaltung kontrollieren und sind auch für eine Bereitstellung von Desinfektionsmöglichkeiten in der Verantwortung. Auch die Prostitution wird in Delmenhorst wieder verboten.

Oberbürgermeister Jahnz kündigte an, dass man die Einhaltung der Auflagen laufend kontrollieren werde. Er appelliere in erster Linie natürlich an die Eigenverantwortlichkeit der Bürgerinnen und Bürger. Die Stadtverwaltung könne nicht bis an jede Haustür alleinverantwortlich für die Kontrolle sein. Man werde Hinweisen aus der Bevölkerung auf „schwarze Schafe“ nachgehen. Regelverstöße dürften nicht geduldet werden.

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Am Wochenende hat die Polizei bereits gastronomische Betriebe überprüft. „Die meisten Gastronomen waren in Bezug auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen und des Führens von Kontaktpersonenlisten vorbildlich“, sagte Carsten Hoffmeyer. Aber es hatte auch fünf Betriebe gegeben, in denen die Listen unvollständig waren oder gar nicht vorgelegt werden konnten. Diese fünf Gaststätten wurden von der Polizei geschlossen.

Der Leiter des Gesundheitsamtes berichtete, wie aufwändig es sei, die Kontaktdaten von Infizierten nachzuverfolgen. Im Gesundheitsamt seien 50 Kräfte mit diesen Rückverfolgungen befasst. Die Bundeswehr ist am Wochenende um Amtshilfe gebeten worden. Oberbürgermeister Jahnz beschreibt die Rückverfolgung als eine so wichtige Maßnahme, dass er um Verständnis bat, falls die eine oder andere Dienststelle der Stadtverwaltung demnächst nicht mehr erreichbar wäre, das könnte daran liegen, dass weiteres Personal zum Gesundheitsamt delegiert werde.

Oberbürgermeister Jahnz zeigt sich angesichts der aktuellen Lage bedrückt. Viele Menschen hätten die im Sommer vollzogenen Lockerungen von Regeln in eine zu große Lockerheit ausarten lassen. Er ist sich sicher, dass die Corona-Krise gemeistert wird. Jetzt sei es aber erst einmal geboten, wie schon im Frühjahr, das Motto auszugeben: „Bleiben Sie zu Hause!“

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