Handball-Oberliga Zwei Corona-Fälle in der Mannschaft: Spiel der HSG Delmenhorst verlegt

Die Handballer der HSG Delmenhorst waren von diversen Verletzungen gebeutelt, jetzt haben sich auch noch zwei Spieler mit dem Coronavirus infiziert. Das Spiel gegen Beckdorf findet daher nicht statt.
17.11.2021, 14:45
Lesedauer: 2 Min
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Zwei Corona-Fälle in der Mannschaft: Spiel der HSG Delmenhorst verlegt
Von Christoph Bähr

Jörg Rademacher flüchtete sich in Ironie. "Was soll jetzt noch Schlimmes passieren?", fragte der Trainer der HSG Delmenhorst. "Ich wüsste nichts." In den vergangenen Wochen ist der Handball-Oberligist durch massive Verletzungssorgen in der Tabelle zurückgefallen, und jetzt kommt auch noch Corona dazu: Zwei Delmenhorster Spieler haben sich infiziert, wie der Verein am Mittwoch mitteilte. "Wie unsere gesamte Mannschaft und alle Betreuer sind die beiden doppelt geimpft. Trotzdem hat es sie getroffen", sagte Rademacher. "Zum Glück geht es ihnen den Umständen entsprechend gut."

Das für Sonnabend geplante Heimspiel gegen den SV Beckdorf fällt somit aus. Der Gegner sei dem Wunsch der Delmenhorster nach einer Spielverlegung nachgekommen, sagte der HSG-Vorsitzende Jürgen Janßen. "Dafür sind wir sehr dankbar." Als neuer Termin waren der 4. oder 5. Dezember vorgesehen, doch an dem betreffenden Wochenende steht die Stadionhalle der HSG Delmenhorst nicht zur Verfügung. Also wurde mit Beckdorf das Heimrecht getauscht. Das Hinspiel wird nun am Freitag, 3. Dezember, ab 20 Uhr in Beckdorf ausgetragen. Dafür findet das Rückspiel in Delmenhorst statt – am 30. April 2022.

Infizierte Spieler wohnen in Bremen

Die beiden Spieler, bei denen in der vergangenen Woche nach der 29:31-Niederlage in Varel eine Corona-Infektion festgestellt wurde, nannte die HSG Delmenhorst nicht namentlich. Beide wohnen nach Angaben des Vereins in Bremen, weshalb auch das Bremer Gesundheitsamt für sie zuständig sei. "Von dort haben wir durch die Überlastung der Gesundheitsämter noch keine Rückmeldung zu der Einordnung der anderen Spieler erhalten", erklärte Janßen. Die gesamte Mannschaft habe sich PCR-Tests unterzogen. "Und alle Spieler machen derzeit täglich einen Selbsttest", sagte Janßen. Dennoch herrsche eine gewisse Unsicherheit.

Mit Blick auf die Inkubationszeit, die laut Robert Koch-Institut bis zu 14 Tage betragen kann, hatte die HSG Delmenhorst zunächst beim Handball-Verband Niedersachsen (HVN) um eine Verlegung des Spiels gebeten. "Diese wurde nicht genehmigt", berichtete Janßen. Jens Schoof, der Vizepräsident Spieltechnik des HVN, verwies in dem Zusammenhang auf die Durchführungsbestimmungen: "Bei bis zu sechs Spielern in Quarantäne muss gespielt werden. Die Regeln gelten für alle. Wir müssen den Spielbetrieb aufrechterhalten."

Spielverlegung ist gebührenfrei

Schoof kann die Position der HSG Delmenhorst durchaus verstehen. Wenn sich die Klubs auf eine Verlegung einigen und das Spiel innerhalb von vier Wochen nachholen, sei das kein Problem. "Dann kommen wir den Vereinen ja entgegen und nehmen keine Gebühren für die Verlegung. Für die HSG Delmenhorst ist diese jetzt auch kostenfrei", betonte Schoof.

Ohne die diversen Verletzten und die zwei Corona-Infizierten hätten die  Delmenhorster am Wochenende ohnehin kaum eine konkurrenzfähige Mannschaft aufs Feld schicken können. "Zum einen wollen wir lieber auf Nummer sicher gehen. Zum anderen ist unsere Verletzungsmisere nicht ausgestanden", unterstrich Janßen. Das Spiel am 27. November beim HC Bremen kann laut dem Vereinschef nach aktuellem Stand ausgetragen werden.

Vernünftig darauf vorbereiten kann Jörg Rademacher seine Spieler allerdings nicht. "Mit den letzten verbliebenen Leuten gehen wir zwar in die Halle, können aber natürlich nicht richtig trainieren", sagte der Coach. "Wir haben wirklich die Seuche. Das ist eine ganz schwierige Situation, und das demoralisiert einen auch." Er frage sich, wie es überhaupt weitergehen solle. Der Handball-Verband Sachsen hat den Spielbetrieb wegen der Pandemie bereits unterbrochen. "Da sind die Infektionszahlen natürlich höher, aber bei uns steigen sie auch immer weiter an", schwant Rademacher Böses.

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