Testspiel gegen Oldenburg Werner-Ansage nach Werder-Fehlstart: „Wir müssen seriöser spielen“

Erst die frühe Führung, dann das bittere Ende: Werder hat am Samstag das erste Testspiel gegen den Drittligisten VfB Oldenburg mit 1:3 verloren. Ole Werners Ansage ist deutlich: "Wir müssen uns steigern."
25.06.2022, 20:22
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips

Während die kleinen Fans begeistert den Rasen stürmten und ihre Lieblinge vom SV Werder Bremen um Autogramme baten, herrschte bei den grün-weißen Anhängern auf der Tribüne des Stadions am Berliner Ring in Verden große Enttäuschung: Der Bundesliga-Rückkehrer hatte mit der durchaus verdienten 1:3 (1:0)-Pleite gegen den zwei Klassen tiefer angesiedelten VfB Oldenburg einen Fehlstart in die Testspiel-Saison hingelegt. Auch Trainer Ole Werner war etwas gefrustet und fand nach der Partie deutliche Worte, genauso wie Clemens Fritz als Leiter Profifußball.

„Man stellt sich so einen ersten Test anders vor. Nach vier Tagen am Ball kann man zwar noch keine klaren Abläufe erwarten, umso seriöser musst du es spielen“, monierte der Coach und ärgerte sich: „Wir haben uns im Endeffekt die drei Tore selbst reingeschossen. Da muss ich verlangen, dass wir seriöser spielen, auch wenn Beine schwerer sein sollten. Wir werden das deutlich ansprechen. Wir müssen uns im Laufe der Vorbereitung erheblich steigern, das ist vollkommen klar.“

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Immerhin sei dafür noch ausreichend Zeit. So sah das freilich auch Fritz: „Manchmal ist es ganz gut, wenn nicht alles direkt rund läuft. Dann sind direkt alle sensibilisiert.“ Doch der Ex-Profi sparte trotzdem nicht mit Kritik: „Es war heute in der einen oder anderen Situation zu fahrlässig. Wir brauchen eine hohe Intensität, wir brauchen Spielfreude. Es tut in der Vorbereitung auch mal weh, und dann musst du bereit sein, den letzten Schritt zu machen.“

Der Fairness halber muss aber dringend angemerkt werden, dass aus Gründen der Belastungssteuerung zwei Werder-Mannschaften in Verden auf dem Platz standen und sich dabei sehr unterschiedlich präsentierten. Das erste von Christian Groß als Kapitän angeführte Team bot zumindest eine solide Leistung an. Niclas Füllkrug verdiente sich dabei mit großem Einsatz genauso ein Fleißkärtchen wie sein Sturmpartner Benjamin Goller, der nach seiner Ausleihe an den Karlsruher SC eigentlich gar nicht mehr da sein sollte. Seine scharfe Hereingabe fälschte Oldenburgs Robert Zietarski unglücklich zur Bremer Führung ab (29.).

Zuvor hatte U23-Talent Marc Schröder per Kopf die Latte getroffen (6.). Das war jetzt nicht das große Bremer Chancen-Festival, aber immerhin ein bisschen Fußball vor 3333 Zuschauern. Hinten präsentierte sich Werder allerdings schon da anfällig, was weniger an Neuzugang Amos Pieper lag. Der Ex-Bielefelder bügelte sogar noch den einen oder anderen Fehler der Kollegen aus.

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Beide Teams wechselten in der Halbzeit komplett – und das war für den VfB, der auch erst seit Montag im Training ist, wesentlich besser als für Werder. Affamefuna-Michael Ifeadigo köpfte prompt das 1:1 (53.), weil er einfach höher sprang als Nicolai Rapp und Felix Agu. Nur neun Minuten später jubelte der Oldenburger Stürmer erneut, weil sich Niklas Stark und Eduardo dos Santos Haesler ein „Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“ geleistet hatten. Der Neuzugang sah dabei noch ein bisschen schlechter aus als der Keeper. „Da fehlt es an der Abstimmung. Sicherlich ist auch von den letzten Tagen so ein bisschen die Müdigkeit in den Knochen drin. Aber ja, das ist natürlich viel besser lösbar und das sollte auch unser Anspruch sein“, meinte Fritz.

Der hatte in der 76. Minute einen weiteren, noch größeren Bock mit ansehen müssen. Rapps Einwurf landete direkt beim Gegner, sodass Marco Schultz ganz locker das 3:1 machen konnte. Es waren aber nicht nur diese Fehler, die ins Auge fielen. Auch Leonardo Bittencourt, der nach der Pause die Kapitänsbinde trug, und ein Marvin Ducksch präsentierten sich weit entfernt von ihrer Bestform. Das machte es für die Talente wie Fabio Chiarodia, Jakob Löpping oder den sehr engagierten Jascha Brandt nicht leichter.

Und wie schlug sich Neuzugang Nummer drei, Dikeni Salifou? Der 19-Jährige zeigte gute Ansätze, aber auch noch Anpassungsschwierigkeiten. Es war nicht zu übersehen, dass der Ex-Augsburger erst gerade aus der Jugend kommt. Auch ihm werden die nächsten Wochen helfen, wenn Werner sein Team auf Bundesliga-Niveau bringen will. Nach einem freien Sonntag geht es ab Montag „in die noch heißere Phase, da wird auch im athletischen Bereich noch mal etwas draufgepackt“, kündigte der Coach mit Blick auf das Trainingslager ab Donnerstag im Zillertal an. Dort werde dann auch mehr im taktischen Bereich gearbeitet. Wie sich das dann aufs Spiel auswirkt, kann in einer Woche begutachtet werden, wenn in Zell am Ziller der nächste Test gegen Zweitligist Karlsruher SC auf dem Programm steht.

Werder (1. Hz.): Zetterer – Pieper, Groß, Schröder – Rosenboom Gruev, Park – Schmidt, Woltemade – Füllkrug, Goller.

Werder (2. Hz.): Dos Santos Haesler – Rapp, Stark, Chiarodia – Agu, Salifou, Jung – Bittencourt, Löpping – Brandt, Ducksch.

++ Dieser Artikel wurde am 25. Juni um 20.27 Uhr aktualisiert. ++

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