Bundesliga Warum Leonardo Bittencourt für Werder so wichtig ist

Werders Leonardo Bittencourt überzeugte gegen Borussia Dortmund als Balleroberer und unangenehmer Zweikämpfer. Das war zuletzt nicht immer so. Warum Bittencourt für die Bremer wieder wichtig ist.
24.08.2022, 11:59
Lesedauer: 2 Min
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Warum Leonardo Bittencourt für Werder so wichtig ist
Von Malte Bürger

Allzu wahrscheinlich ist es nicht, dass sich der eine oder andere Spieler von Borussia Dortmund derzeit im Training erschrocken umblickt und schaut, ob nicht vielleicht gerade wieder Leonardo Bittencourt angerauscht kommt. Verständlich wäre es allerdings schon. Denn der Mittelfeldakteur des SV Werder hat die gegnerischen Spieler vor wenigen Tagen, beim atemberaubenden 3:2-Erfolg seiner Mannschaft gegen den BVB, so richtig genervt. Bittencourt unterbrach häufig die Angriffsbemühungen der Gastgeber, eroberte immer und immer wieder den Ball. Am Ende stand eine glänzende Zweikampfquote von 73 Prozent für ihn zu Buche. Auch deshalb war es für die Bremer Abwehrspieler verhältnismäßig einfach, die meisten gefährlichen Situationen frühzeitig zu verteidigen. „Er macht einen sehr guten Eindruck“, lobt Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, den 28-Jährigen. „Im Zweikampf ist er sehr unangenehm und dazu sehr aktiv gegen den Ball."

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Dass Bittencourt diese Qualitäten besitzt, ist hinlänglich bekannt. Vor allem in der vergangenen Saison kamen sie aber nur selten zum Vorschein. Oft stand er deshalb in der Kritik, zumal er einer der Topverdiener im Kader ist. Doch spätestens seit dem Wiederaufstieg läuft es wieder. Die Vorbereitung nutzte Bittencourt, um Verlorenes aufzuholen, auch von Verletzungen blieb er anders als in der Vergangenheit bislang verschont. Gleich zum Liga-Auftakt gegen Wolfsburg glänzte er als Torschütze, nun lieferte er in Dortmund den nächsten starken Auftritt ab.

In der Gunst vieler Fans war er aber auch schon vorher wieder gestiegen. Dank der kürzlich veröffentlichten Werder-Doku „Ein Jahr Zweite Liga“. Dort ist Leonardo Bittencourt so etwas wie der heimliche Held, ein absoluter Gewinner der Produktion. Weil die Bilder ihn als einen Profi zeigen, der unheimlich wertvoll für das Binnenklima des Teams ist – selbst wenn es für ihn selbst sportlich nicht rundläuft. So wie eben in der Vorsaison. „Auch als er verletzt war, hat er sich stark in die Gruppe eingebracht“, lobt Clemens Fritz. „Leo ist ein Führungsspieler und übernimmt Verantwortung für die Mannschaft."

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Im Idealfall sind diese Attribute auch am kommenden Sonntag zu sehen, wenn Werder die Eintracht aus Frankfurt empfängt. Die Hessen sind etwas schleppend aus den Startlöchern gekommen, weisen aktuell nur zwei Punkte auf. „Da sieht man mal, dass so eine Anfangstabelle nicht viel Aussagekraft hat, weil Mannschaften da unten gerade drin sind, die andere Ambitionen haben“, meint Bittencourt in einem Interview auf Werders Internetseite. Überbewerten will er den 15. Rang der Gäste also nicht – ausnutzen aber gern. „Vielleicht ist es auch gar nicht so schlecht, dass Frankfurt mit enorm viel Druck herkommt, aus drei Spielen nur zwei Punkte geholt zu haben“, sagt er, warnt jedoch umgehend: „Es kann aber auch sein, dass sie mit viel Wut im Bauch kommen und es uns nochmal schwieriger machen. Deshalb ist eine Saison am Anfang immer sehr schwer einzuschätzen. Da weiß man nicht genau, was auf einen zukommt.“ Leonardo Bittencourt ist sich deshalb sicher, dass auf Werder wieder viel Arbeit wartet. Und auf ihn sowieso. Es gibt schließlich wieder einige Zweikämpfe zu gewinnen.

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