Krieg in der Ukraine Werder-Präsident Hess-Grunewald sorgt sich um Ex-Profis des Vereins

Der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine löst auch bei den Verantwortlichen von Werder Fassungslosigkeit aus.
24.02.2022, 18:59
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Russland führt einen Angriffskrieg gegen sein Nachbarland, die Ukraine – entsprechende Nachrichten und Bilder von der russischen Invasion, von Bombenangriffen auf ukrainische Städte sowie von Truppenbewegungen erschüttern seit Donnerstag die Welt. Auch beim SV Werder Bremen haben sie große Fassungslosigkeit ausgelöst. „Wir sind erschüttert und betroffen. Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine herrscht Krieg mitten in Europa. Unser Mitgefühl und unsere Solidarität gilt den Menschen in der Ukraine!“, teilte der Zweitligist am Donnerstag in einem offiziellen Statement mit. Gegenüber unserer Deichstube hat sich Clubpräsident Hubertus Hess-Grunewald zudem eingehender zum Thema geäußert.

Der 61-Jährige hatte – wie wohl die meisten Menschen in Deutschland – am Donnerstagmorgen von der russischen Invasion erfahren. „Es wird mir wahrscheinlich ergangen sein, wie ganz vielen Menschen, die die Nachricht über den russischen Angriff voller Bestürzung und Betroffenheit wahrgenommen haben und realisieren mussten, dass es einen Krieg in Europa gibt“, sagte er. Die Staatengemeinschaft hat bereits scharfe Sanktionen gegen Russland angekündigt. Auch für die Fußballbranche wünscht sich Hess-Grunewald nun Konsequenzen.

So ist etwa das Champions-League-Finale in diesem Jahr an die russische Stadt St. Petersburg vergeben. Zudem wird die Europameisterschaft, die 2024 in Deutschland stattfinden soll, maßgeblich finanziell vom russischen Staatskonzern „Gazprom“ unterstützt, der darüber hinaus seit Jahren als Trikotsponsor des FC Schalke 04 in Erscheinung tritt. Werders Zweitliga-Rivale hat bereits angekündigt, ab sofort auf den Schriftzug des Unternehmens auf der Brust zu verzichten. Zudem will die Uefa am Freitag eine Verlegung des Endspiels der Champions League beschließen.

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Hess-Grunewald: „Es ist nun an der Uefa, in dieser Situation sehr schnell zu entscheiden und einen anderen Austragungsort für das Finale zu suchen. Es kann nicht in einem Land stattfinden, das seinen Nachbarn militärisch angegriffen hat.“ Mit Blick auf die Schalker Entscheidung sagte er, dass er das "nicht unerhebliche wirtschaftlich-moralische Dilemma" verstehen könne, in dem der Verein stecke: "Das gilt es nun weiter zu lösen. Ein erster Schritt ist vollzogen."

Werder selbst pflegt laut Hess-Grunewald keinerlei Geschäftsbeziehungen nach Russland, ist dafür aber auf persönlicher Ebene vom Krieg in der Ukraine betroffen. In Alexander Areshchenko und Zahar Efimenko spielen gleich zwei Ukrainer in Werders Schach-Bundesligateam. Aktuell weiß der Verein nicht, wo sie sich aufhalten. "Wir hoffen natürlich, dass es ihnen gut geht", sagte Hess-Grunewald und erklärte mit Blick auf den Saisonstart in einigen Wochen: "Wir haben die für unsere ukrainischen Spieler notwendige Einladung an sie geschickt und hoffen, dass sie Anfang März in Bremen sein werden."

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Ebenfalls nicht in Kontakt steht der Verein aktuell zu seinem Ex-Profi und -Trainer Viktor Skripnik, der seit Sommer 2019 den ukrainischen Erstligisten Sorja Luhansk betreut. Das Team trägt seine Heimspiele schon lange nicht mehr in der inzwischen von Russlands Präsident Wladimir Putin als unabhängig anerkannten Region Luhansk aus, sondern aus Sicherheitsgründen rund 400 Kilometer weiter westlich in der Stadt Saporischschja. Nach Russlands Angriff wurde der Ligabetrieb in der Ukraine bis auf Weiteres ausgesetzt. Telefonisch war Skripnik auch für unsere Deichstube in den vergangenen Tagen nicht zu erreichen.

In Juri Maximov gibt es noch einen weiteren Ex-Werder-Spieler, der in der Ukraine als Trainer arbeitet (beim Erstligisten Vorskla Poltava). "Diese beiden ehemaligen Spieler zeigen, genau wie unsere Schachspieler, wie nah der Konflikt dann doch auf persönlicher Ebene an Werder herankommt", betonte Hess-Grunewald.

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