Sieg gegen Paderborn Ole Werner könnte auch ohne Videobeweis gut leben

Die Videoschiedsrichter hatten beim Werder-Spiel gegen Paderborn Schwerstarbeit zu erledigen. Werder-Trainer Ole Werner würde sich eine traditionellere Herangehensweise wünschen.
22.01.2022, 18:44
Lesedauer: 2 Min
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Von Malte Bürger

Die Statistiker hatten natürlich ganz schnell die passenden Zahlen zur Hand. Satte zwölfmal wurde der VAR, der Video-Assistant-Referee, bemüht, ehe der Auswärtssieg des SV Werder Bremen beim SC Paderborn (4:3) tatsächlich feststand. Nun ist dieser Wert natürlich mit Vorsicht zu genießen, da allein die sieben Treffer auf ihre Korrektheit überprüft wurden. Inzwischen ganz normaler Alltag in den deutschen Stadien der 1. und 2. Bundesliga. Und trotzdem war es außergewöhnlich, was an diesem Samstagnachmittag in Ostwestfalen passierte. Weil es eben genügend weitere Szenen gab, die dem Kölner Keller und dem dort arbeitenden Guido Winkmann Schwerstarbeit bescherten.

Doch auch auf der Bremer Bank wurde gehörig geschwitzt: „Das ist eine Nervenprobe“, gestand Trainer Ole Werner. Mal musste er seinen Jubel abrupt beenden, dann wieder hoffen, dass ein gegnerischer Treffer nicht zählte. Und was für Tore das mitunter waren. Die Partie hatte bereits allerlei Höhepunkte geliefert, mittlerweile stand es 3:3, als zunächst Paderborns Felix Platte das nächste Traumtor gelang – das dann aber wegen eines Fouls an Ömer Toprak doch nicht zählte. Und als wenig später Marvin Ducksch wunderschön traf, hatte Niclas Füllkrug zuvor im Abseits gestanden. Allein diese beiden Kunstwerke hätten es verdient gehabt, in die engere Auswahl zum „Tor des Monats“ zu kommen. Stattdessen wanderten sie ins Kuriositätenkabinett.

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Immerhin: Der häufige Zwischenruf des VAR verursachte allenfalls kurzfristigen Frust. „Ich habe gerade gehört, dass man die Entscheidungen wohl alle so treffen kann. Insofern ist es ja ganz gut gewesen, dass der Video-Schiedsrichter heute da war“, meinte Ole Werner, der dennoch die emotionale Achterbahnfahrt erst einmal verdauen musste. „Es ist eine Sache, die gewöhnungsbedürftig ist, wenn der eine oder andere Jubel zu spät kommt oder man zu früh jubelt – dann kommt man sich ein bisschen bescheuert vor, wenn das Ding dann wieder zurückgenommen wird.“

Auch seine Spieler litten reichlich. Ömer Toprak etwa, der SCP-Stürmer Sven Michel mit der Hand unglücklich im Gesicht getroffen und deshalb den frühen Elfmeter der Gastgeber verursacht hatte. „Der Schiedsrichter meinte, dass es klar sei“, sagte Werders Abwehrchef, „und dann ist es auch so. Wir müssen das als Spieler akzeptieren, was aber natürlich immer etwas schwierig ist.“ Und allein mit dem vermeintlichen Foul war es ja auch nicht getan, der Strafstoß wurde schließlich wiederholt, weil Marco Friedl unerlaubterweise im Halbkreis des Strafraums gestanden hatte. „Wenn man sich das genauer anschaut, kann man das so entscheiden. Für meine Begriffe war es relativ kleinlich“, urteilte Ole Werner. „Das hat dann vielleicht dazu geführt, dass dann überall der Check gemacht wurde.“

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Auch wenn dieses Mal aus Bremer Sicht alles gut ausging, braucht Werders Chefcoach die Vielzahl der Unterbrechungen nur bedingt. „Ich würde mir schon eine traditionellere Herangehensweise wünschen. Ich weiß aber auch, warum man das eingeführt hat“, erklärte der 33-Jährige. „Es geht in gewissen Saisonphasen für Vereine und einzelne Personen um wahnsinnig viel. Ich finde auch, dass viele Dinge schon viel besser geworden sind. Wenn man mal zurückdenkt an die Einführung, als man teilweise nicht nachvollziehen konnte: Wann wird rausgegangen? Wann guckt man sich was an? Wann nicht? Trotzdem könnte ich auch gut damit leben, wenn es keinen Videobeweis gäbe.“

Gibt es aber. Und für Werder hat es sich zumindest dieses Mal gelohnt. „Es war der absolute Wahnsinn und die Video-Thematik hat noch mal eine spezielle Dramatik reingebracht“, bilanzierte Ole Werner. Und da wollte ihm nun wahrlich niemand widersprechen. Nicht einmal der Kölner Keller.

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