"Jedes blinde Huhn..." Werder-Stürmer Ducksch ist froh über das Ende der Torflaute

Knoten geplatzt: Gegen Mönchengladbach konnte Marvin Ducksch seinen ersten Saisontreffer in der Bundesliga bejubeln. Von Ole Werner gibt es Lob - und der Trainer erklärt, wie Ducksch sein Spiel umgestellt hat.
02.10.2022, 10:22
Lesedauer: 3 Min
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Von dco/kni

Bremen - 22 mal hatte Marvin Ducksch in der laufenden Saison bereits vergeblich auf des Gegners Tor geschossen, ehe es am frühen Samstagabend zur Erlösung kam: Während Werders Bremens begeisternden 5:1-Heimerfolgs über Borussia Mönchengladbach markierte der Stürmer in der achten Minute mit seinem 23. Versuch das zwischenzeitliche 2:0 - und konnte danach endlich über seinen ersten Saisontreffer jubeln. "Jedes blinde Huhn findet mal ein Korn, oder wie heißt das?", scherzte Ducksch nach der Partie - und räumte ein: "Natürlich ist mir ein kleiner Stein vom Herzen gefallen."

Während der Aufstiegssaison war der 28-Jährige mit insgesamt 20 Zweitliga-Toren im Werder-Trikot noch einer der Garanten für die Bundesliga-Rückkehr gewesen. Auch im Oberhaus überzeugte Ducksch an den ersten sieben Spieltagen mit ansprechenden bis guten Leistungen, bereitete drei Tore vor - ließ allerdings einen eigenen Treffer vermissen. "Ich freue mich darüber, dass es jetzt geklappt hat und er der Mannschaft damit helfen konnte", sagte Werders Cheftrainer Ole Werner, der sich während Duckschs Torflaute keine Sorgen um den Stürmer gemacht hatte: "Ich hatte in den vergangenen Wochen nie das Gefühl, dass ihm die Selbstverständlichkeit verloren geht."

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Im Gegenteil. Ducksch habe im Training konzentriert und hart an sich gearbeitet. Deshalb gab es seitens Werner auch keine speziellen Maßnahmen, um dem Angreifer einen Schub zu geben. "Wir sind nicht besonders mit ihm umgegangen, weil wir das Gefühl hatten, dass es mit dem Tor nur eine Frage der Zeit ist", berichtete der Coach, dessen Kurs sich auszahlen sollte. Werner: "Marvins gute Leistung ging aber auch gegen Gladbach weit über seinen Treffer hinaus."

In der Tat hatte Ducksch auch ein Vorlagenkonto auf nun fünf Assists (Ligabestwert) in die Höhe geschraubt. Erst bediente er Sturmpartner Niclas Füllkrug vor dem 3:0, dann brachte er mit einer Flanke das Eigentor des Gladbachers Ramy Bensebaini zum 4:0 auf den Weg. "Duckschi war die ganze Zeit über schon wichtig für unser und natürlich auch für mein Spiel", sagte Füllkrug.

Er hat sich sein Tor nach der Durststrecke einfach verdient.
Füllkrug über Ducksch

Dass diese Einschätzung von allen Werder-Spielern geteilt wird, zeigte die große Jubeltraube rund um Ducksch nach dessen Treffer, den Gladbachs Trainer Daniel Farke nach eigener Aussage übrigens vorausgeahnt hatte: „Ich habe mir fast gedacht, dass bei ihm ausgerechnet gegen uns der Knoten platzt, bei der Vergangenheit, die wir gemeinsam haben.“ Bei Borussia Dortmund II hatte Farke Duckschs arg ins Stocken geratener Karriere einst neuen Schwung verliehen.

Und trotzdem: Bis zur laufenden Saison hatte Ducksch bisher nicht nachhaltig unter Beweis stellen können, dass er gut genug für die Bundesliga ist. Aktuell befindet er sich auf einem guten Weg, es in Bremen zu tun. Auch, weil er sein Spiel im Vergleich zum vergangenen Zweitligajahr angepasst hat, wie Werner verriet.

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"Er ist viel mehr in Bewegung und dadurch viel präsenter. Wenn man sich anschaut, an wie vielen Aktionen er beteiligt ist, dann sind das alles Parameter, die höher sind als im vergangenen Jahr in der 2. Liga", sagte der Coach. Anhand von Duckschs Daten ließe sich das belegen. Eine Klasse tiefer könne sich ein Stürmer "vielleicht noch etwas mehr auf die eigene Intuition verlassen" - in der Bundesliga muss er in einer Mannschaft wie Werder hingegen vollends eingebunden sein.

"Das Zusammenspiel ist ganz entscheidend", sagte Werner, "es muss optimal funktionieren, damit du gefährlich sein kannst". Und das war Ducksch auch an den ersten sieben Spieltagen durchaus schon gewesen. Gegen Gladbach sprang nun endlich erstmals Zählbares dabei heraus. "Der Ball ist mir vor die Füße gefallen, und ich bin froh, dass ich ihn reingemacht habe", sagte Ducksch, ehe er versprach: "Ich werde versuchen, so weiterzumachen.“ 

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