Werders Abwehrplan Friedl soll bleiben - aber wer muss gehen: Toprak oder Veljkovic?

Die Kaderplanung bei Werder Bremen für die neue Bundesliga-Saison läuft auf Hochtouren. In der Abwehr soll Marco Friedl verlängern - bei Ömer Toprak und Milos Veljkovic sieht die Situation etwas anders aus.
31.05.2022, 18:24
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Der Slogan, mit dem die österreichische Gemeinde Bad Tatzmannsdorf auf ihrer Internetseite wirbt, könnte kaum mehr nach Urlaub klingen. „Slow down and relax“ steht dort geschrieben, garniert mit dazu passenden Bildern von Menschen, die auf Massagebänken liegen, in Swimmingpools oder die sich beim Dinner genussvoll zuprosten. Als „führenden Gesundheits- und Wellness-Ort im Burgenland“ beschreibt sich Bad Tatzmannsdorf selbst – was Marco Friedl aber vollkommen egal sein dürfte.

Zwar hält sich der Profi des SV Werder Bremen gerade in der 1600-Seelen-Gemeinde in seinem Heimatland auf, mit Entspannung hat das jedoch nichts zu tun, im Gegenteil. Während die meisten seiner Teamkollegen längst im wohlverdienten Urlaub weilen, bereitet sich Friedl mit Österreichs Nationalmannschaft in Bad Tatzmannsdorf auf vier anstehende Partien in der Nations League vor. Kroatien, Dänemark, Frankreich und nochmal Dänemark heißen die Gegner, gegen die der Bremer unter Nationaltrainer Ralf Rangnick auf möglichst viel Einsatzzeit hofft.

Baumann glaubt an Friedl-Verbleib

Die gute Zweitliga-Saison, die hinter ihm liegt, möchte Friedl nun auch auf internationalem Parkett bestätigen, was ihn noch etwas mehr ins Blickfeld anderer Vereine rücken könnte. Sorgen bereitet das Werder Bremen allerdings nicht – vielmehr sind sie am Osterdeich überzeugt davon, dass Friedl seine Zukunft weiterhin in Bremen sieht. Im Hintergrund wird längst eifrig an einer Verlängerung des 2023 auslaufenden Vertrags gearbeitet.

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„Ich bin zuversichtlich, dass Marco auch in der kommenden Saison bei Werder spielen wird“, sagt Sportchef Frank Baumann im Gespräch mit der DeichStube. Dass der 24-Jährige – so wie im Vorjahr – erneut mit Abwanderungsgedanken vorstellig wird, glaubt Baumann nicht. Zur Erinnerung: Ende August hatte Friedl einen Einsatz im Heimspiel gegen Hansa Rostock verweigert, weil er einen Wechsel zu Union Berlin erzwingen wollte, woraus letztlich nichts wurde. „Bei Marco ging es aber nie darum, dass er sich in Bremen oder bei Werder nicht mehr wohlgefühlt hat“, betont Baumann – und fügt an: „Er hat einfach gewisse Ambitionen und sieht sich selbst in der Bundesliga.“ Deshalb damals der Wechselwunsch nach Berlin – und jetzt? „Jetzt sind wir wieder aufgestiegen, insofern gibt es von Marcos Seite nicht das starke Bedürfnis, den Verein wechseln zu müssen“, sagt Baumann, in dessen Kaderplanung der Österreicher eine große Rolle einnimmt.

Friedl soll mehr Verantwortung übernehmen

Nachdem sich der Union-Transfer zerschlagen hatte, nahm Friedl die Aufgabe in Bremen sofort wieder professionell an, spielte eine ordentliche bis gute Saison in der 2. Liga – oder wie Baumann es ausdrückt: „Er hat einen wichtigen Teil dazu beigetragen, dass wir aufgestiegen sind.“ Im Oberhaus soll der Linksfuß nun noch mehr Verantwortung übernehmen – im Vergleich zur gerade abgelaufenen Spielzeit könnte er sogar zur einzig altbewährten Kraft werden. „Wir werden mit einer sehr ähnlichen Zahl an Abwehrspielern in die Saison gehen, wie es im letzten Jahr der Fall war“, sagt Baumann, möchte aber – mit Ausnahme von Friedl – nicht über einzelne Namen sprechen.

In die Serie 2021/22 war Werder mit fünf Innenverteidigern gestartet (Ömer Toprak, Milos Veljkovic, Lars Lukas Mai, Marco Friedl und Fabio Chiarodia). Mit dieser Anzahl plant der Club erneut. „Wir möchten nächstes Jahr die Option haben, auch mit einer Dreierkette zu spielen. Dafür brauchen wir mindestens fünf Innenverteidiger, die das spielen können, um im Zweifel Optionen zu haben“, hatte Trainer Ole Werner unlängst erklärt.

Toprak oder Veljkovic – einer muss wohl gehen

Hinter Friedl, der weiterhin für den linken Part in der Dreierkette vorgesehen ist, soll Talent Fabio Chiarodia auch in der Bundesliga als Back-up fungieren. Dazu kommen die bereits verpflichteten Amos Pieper und Niklas Stark sowie der Abgang von Mai, sodass noch eine Planstelle in der letzten Reihe frei ist – es in Toprak und Veljkovic aber noch zwei Kandidaten gibt, deren Zukunft ungeklärt ist. Die Verträge beider Profis laufen am 30. Juni aus, bleiben wird laut Medienberichten, die sich mit Informationen der DeichStube decken, letztlich höchstens einer von ihnen, was nicht zuletzt finanzielle Gründe hat.

Wer es sein wird? Noch offen. Aktuell führt Werder Gespräche mit den beiden Spielerlagern, um auszuloten, was Veljkovic und Toprak sich vorstellen. Gegen einen Verbleib von Kapitän Toprak spricht dessen große Verletzungsanfälligkeit, zudem müsste er sich wohl auf einen stark leistungsbezogenen Vertrag einlassen. Veljkovic hingegen möchte den Sprung in den serbischen WM-Kader schaffen und könnte bei Angeboten aus dem Ausland ins Grübeln kommen. Möglich auch, dass am Ende beide Spieler den Verein verlassen. In diesem Fall würde Werder nach Pieper und Stark noch einen dritten neuen Innenverteidiger verpflichten.

Bis zum Trainingsauftakt am Sonntag, 19. Juni, möchte Sportchef Baumann in Sachen Abwehr Klarheit haben. Die neue Besetzung soll sich möglichst vom ersten Tag an einspielen können – schließlich dürfte in der Bundesliga jede Menge Arbeit auf sie zukommen.

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