Ex-Werder-Manager Wie Düsseldorfs Sportvorstand Allofs den Kownacki-Transfer einschätzt

Werder Bremen hat mit Dawid Kownacki einen neuen Stürmer verpflichtet. Ex-Werder-Manager Klaus Allofs kennt den Polen als Sportvorstand von Fortuna Düsseldorf bestens. Was er zum Transfer sagt.
23.05.2023, 10:07 Uhr
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Ein Spiel noch, dann ist Fortuna Düsseldorf für Dawid Kownacki Vergangenheit, für den Stürmer geht es dann beim SV Werder Bremen weiter. Was bei einem gewissen Klaus Allofs gemischte Gefühle auslöst. Einerseits hätte der Sportvorstand der Fortuna den Polen gerne weiter im Trikot der Düsseldorfer gesehen, andererseits freut er sich, dass ausgerechnet sein Ex-Klub das große Werben um den ablösefreien Angreifer gewonnen hat.

„Dawid hat eine sehr gute Saison gespielt, er ist unser gefährlichster Stürmer. Wir hätten ihn gerne behalten und haben intensive Gespräche geführt. Leider hat es nicht geklappt“, berichtet Allofs im Gespräch mit unserer Deichstube. Er hege da überhaupt keinen Groll, alles sei sehr ordentlich abgelaufen: „Wir können seinen Wunsch verstehen, dass er sich in der Bundesliga beweisen möchte.“ Dieses Ansinnen hatte Kownacki schon früh kommuniziert. Und da die Fortuna nur sporadisch ins Aufstiegsrennen eingreifen konnte, war das Thema Vertragsverlängerung frühzeitig vom Tisch. Dabei ist Allofs aber etwas aufgefallen, dass er unbedingt loswerden möchte: „Dawid hat bei uns bis zum Schluss wirklich alles versucht, um uns als Aufsteiger zu verlassen.“

Er hat Dynamik und kann auch als Zielspieler agieren, aber das ist nicht seine größte Stärke.
Klaus Allofs

Das ist nicht unbedingt selbstverständlich, schließlich war die Beziehung Fortuna/Kownacki keine ganz einfache. Noch vor Allofs‘ Zeit im Vorstand hatten die Rheinländer den Polen für die Rekordsumme von 7,5 Millionen Euro nach einer Leihphase fest verpflichtet. „Er war der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte und damit auch ein großer Hoffnungsträger. Aber diese Hoffnungen blieben eine lange Zeit unerfüllt“, berichtet Allofs.

Kownacki geriet in den Teufelskreis von Torflaute und Verletzungen. „Quasi als ultima Ratio ist er dann zurück nach Polen, damit er wieder Spielpraxis und Vertrauen sammeln kann. Er hat es dort sehr gut gemacht“, erinnert sich Allofs an Kownackis Zeit bei Lech Posen – inklusive Gewinn der Meisterschaft. Trotzdem hätte die Fortuna den Stürmer nach der beendeten Leihe im vergangenen Sommer gar nicht so recht auf dem Zettel gehabt. Doch in der Vorbereitung war Kownacki dann so gut, dass er blieb. Zum Glück, denn mit zwölf Toren und zehn Vorlagen gehört er zu den besten Angreifern der Liga.

„Es ist gar nicht so einfach, ihn als Stürmer einzuordnen“, gesteht Allofs: „Dawid ist kein typischer Mittelstürmer, eher eine zweite Spitze, die ihre Freiheiten braucht. Dabei ist er auch sehr torgefährlich. Er hat Dynamik und kann auch als Zielspieler agieren, aber das ist nicht seine größte Stärke. Ich traue ihm die erste Liga absolut zu.“ Nicht umsonst hätten sich gleich mehrere Bundesligisten um den polnischen Nationalspieler bemüht. Und als ehemaliger Spieler und Manager der Grün-Weißen stellt Allofs zufrieden fest: „Ich freue mich, dass er bei Werder gelandet ist und werde das gespannt verfolgen.“

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