Nach Niederlage gegen Augsburg Werder sauer, weil Gikiewicz den Elfmeterpunkt manipulierte

In der Schlussphase zwischen Werder und Augsburg spielten sich hitzige Szenen ab. In der unrühmlichen Hauptrolle: Rafal Gikiewicz. Der FCA-Keeper hatte vor dem Bremer Strafstoß den Elfmeterpunkt manipuliert.
10.09.2022, 07:35
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Von kni

Selbst in den Katakomben des Wohninvest Weserstadions ging der Zoff noch weiter – und am Ende hatte Werder Bremens Coach Ole Werner nicht mal mehr Lust, seinen Augsburger Trainerkollegen Enrico Maaßen per Handschlag zu verabschieden. Es war einfach zu viel passiert bei dieser 0:1-Heimniederlage gegen den FC Augsburg. Die unrühmliche Hauptrolle spielte dabei ein gewisser Rafal Gikiewicz. Der Keeper hatte vor dem Bremer Strafstoß in der Nachspielzeit den Elfmeterpunkt manipuliert und sich nach seiner Parade gegen Marvin Ducksch mit den Werder-Fans in der Ostkurve angelegt. Einige von denen kletterten sogar über den Zaun, stürmten Richtung Platz, konnten dann aber doch noch zur Vernunft gebracht werden. Szenen, die so gar nicht zu Bremen passen.

„Aufgrund des Spiels war es eine sehr aufgeheizte Stimmung im Stadion“, befand Clemens Fritz als Werders Leiter Profifußball, stellte dann aber unmissverständlich klar: „Wenn die Fans über den Zaun springen, das wollen wir nicht sehen.“ Ähnlich äußerte sich auch Mittelfeldspieler Christian Groß: „Emotionen gehören zum Sport dazu, aber dass es so weit kommt, war nicht schön.“ Fritz war immerhin froh, „dass wir das relativ schnell wieder beruhigen konnten und die Fans vernünftigerweise schnell wieder zurück in den Block gegangen sind.“

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Der Zorn der Anhänger war deshalb aber noch lange nicht verflogen und richtete sich weiter gegen Rafal Gikiewicz. Der provozierte die grün-weißen Fans im Siegestaumel auch munter weiter. Wie schon nach seinem gehaltenen Elfmeter, als er sich demonstrativ Richtung Ostkurve umgedreht und den Finger auf die Lippen gelegt hatte. Einen noch größeren Ausrutscher hatte er sich aber einige Minuten zuvor geleistet und das im wahrsten Sinne des Wortes: Als es vor der Ausführung des Elfmeters in der Nachspielzeit zur Rudelbildung im Strafraum kam, ließ Gikiewicz seinen Stollenschuh neben dem Elfmeterpunkt hin- und herrutschen.

Unbemerkt von Schiedsrichter Martin Petersen. Den TV-Kameras war das nicht entgangen, genauso wenig wie dem wütend herbeigeeilten Niclas Füllkrug. „Bei aller Rivalität sollte es immer noch fair und respektvoll sein. Da gehört sich so etwas nicht. Wenn da einer noch auf dem Elfmeterpunkt herumtritt, ist es doch nicht so, dass das keiner mitkriegt. Er tut sich am wenigsten damit einen Gefallen. Darüber sollte er mal nachdenken“, meinte Clemens Fritz.

Da kannst du nicht meine Familie beleidigen oder mich persönlich. Das kann ich nicht akzeptieren
Gikiewicz

Zu dieser Szene äußerte sich Gikiewicz nach der Partie übrigens nicht, dafür zu seinem Ärger mit den Werder-Fans – und das auf sehr drastische Weise: „Die Fans haben mich die gesamte zweite Halbzeit beleidigt und hatten keinen Respekt. Wir sind nur Spieler, da kannst du nicht meine Familie beleidigen oder mich persönlich. Das kann ich nicht akzeptieren.“

Mit dem Respekt war das an diesem Freitagabend so eine Sache, den vermissten sehr viele. „Wenn man zwei, drei Mal im Jahr ein Fairplay-Plakat in die Luft hält, darf nicht alles passieren, was in der Schlussphase passiert ist“, hielt Werder-Coach Ole Werner süffisant Richtung FC Augsburg fest – und Fritz meinte noch: „Mir hat auch das eine oder andere von der Augsburger Bank nicht gefallen. Es sollte immer respektvoll sein, das war es heute nicht.“ Er habe darüber auch schon mit seinem Augsburger Kollegen Stefan Reuter, der ebenfalls auf der Bank gesessen hatte, gesprochen, „das ist aber jetzt für mich abgehakt“.

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Ganz so wirkte das am späten Freitagabend allerdings noch nicht. Der FC Augsburg überraschte die Bremer nämlich damit, der obligatorischen Pressekonferenz fern zu bleiben. Angeblich, weil der Flieger in die Heimat noch erreicht werden müsse. Als sich dann Maaßen Mitten in einem TV-Interview von Werner verabschieden wollte, lehnte der sichtlich genervt ab: „Jetzt nicht.“ Das dürfte ein interessantes Rückspiel werden… 

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