Tabellenführer nach Remis Werder holt dank Ducksch gegen defensives Sandhausen ein 1:1

Am 28. Spieltag der Zweitligasaison haben sich der SV Werder Bremen und Sandhausen 1:1 getrennt. Marvin Ducksch hat den Punkt für die Bremer nach vorübergehendem Rückstand gerettet. Der Spielbericht.
03.04.2022, 15:28
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Werder holt dank Ducksch gegen defensives Sandhausen ein 1:1
Von Malte Bürger

Die Statistik ist manchmal gnadenlos. Da spuckt sie eine klare Überlegenheit des SV Werder Bremen in allen Bereichen aus, nur in der wichtigsten Kategorie, stimmt die Bilanz nicht: beim Ergebnis. Im Heimspiel gegen den SV Sandhausen waren die Gastgeber weit davon entfernt, ein sportliches Feuerwerk abzubrennen, für einen Rückschlag im Kampf um die Zweitliga-Rückkehr gab es dennoch eigentlich keinen Anlass. Es gab ihn aber trotzdem. Weil die Bremer sich einen entscheidenden Patzer leisteten, der zu einem Rückstand führte, den Marvin Ducksch mit seinem 17. Treffer immerhin noch zu einem 1:1 (0:0) umbog. Mehr aber auch nicht. Und das war reichlich ernüchternd.

Werder muss gegen Sandhausen die Abwehr umbauen

Zunächst gab es aber erst einmal andere Dinge zu klären. Nachdem Milos Veljkovic unter der Woche angeschlagen vom Ausflug zur serbischen Nationalmannschaft zurückgekehrt war, wurde im Vorfeld der Sandhausen-Partie ausgiebig darüber spekuliert, wie nun auch noch dieser Ausfall in Abwesenheit von Ömer Toprak und Marco Friedl aufgefangen werden sollte. Aus Mangel an Alternativen kursierte in diesem Zusammenhang immer wieder der Name Lars Lukas Mai – trotz dessen zuletzt schwächerer Auftritte.

Lesen Sie auch

Dass das Vertrauen in die Leihgabe des FC Bayern München jedoch aufgebraucht zu sein scheint, bewies Ole Werner bei seiner Aufstellung. Anstatt Mai zu bringen, zog er Nicolai Rapp zurück in die Dreierkette. Den Grund dafür nannte er kurz darauf am „Sky“-Mikrofon: „Wir haben kürzlich in Heidenheim eine Halbzeit mit Lasse gespielt, eine mit Rappo. Das, was wir bei Rappo gesehen haben, hat uns insgesamt besser gefallen – deswegen haben wir uns so entschieden.“ Diese Umstellung hatte zur Folge, dass Ilia Gruev auf der Sechs ran durfte. Da obendrein Leonardo Bittencourt nach seiner Corona-Infektion anders als Marvin Ducksch noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte war, begann abermals Niklas Schmidt im Mittelfeld.

Werder Bremen tut sich gegen SV Sandhausen schwer

Die neue Bremer Formation benötigte eine Weile, um im Spiel anzukommen. Die Gäste, die zuletzt vor allem durch ihre Defensive aufhorchen ließen, störten unerwartet früh, was Werder den Spielaufbau alles andere als einfach machte. Folglich war es nach einer recht unaufgeregten Anfangsphase dann auch ein Distanzschuss von Rapp, der erstmals Gefahr verströmte. Der Ball touchierte hauchzart die Latte und flog über das Tor (17.).

Die Begegnung war zwar auch danach weit entfernt davon, das Prädikat „schwungvoll“ verliehen zu bekommen, doch die Heimelf zog ganz allmählich das Tempo an – mit der Betonung auf allmählich. Niclas Füllkrug probierte es aus spitzem Winkel gegen Sandhausens Keeper Patrick Drewes, aber der gebürtige Delmenhorster hatte aufgepasst (28.). In der Folge hatte Werder das Geschehen zwar unter Kontrolle, machte aus dieser Überlegenheit allerdings reichlich wenig. So tauchte zur Pause in der Torschuss-Statistik zwar ein Verhältnis von 10:0 für die Grün-Weißen auf, richtig brenzlig war es aber nur selten geworden. Felix Agu hatte unmittelbar vor dem Gang in die Kabine noch einmal eine richtig dicke Chance, nach Flanke von Romano Schmid köpfte er freistehend aber direkt auf den Torhüter (45.).

Lesen Sie auch

SV Sandhausen schockt Werder in der zweiten Halbzeit

Gleich nach dem Seitenwechsel leitete Schmid die nächste Möglichkeit ein, dieses Mal brachte Ducksch den Ball aber nicht an Drewes vorbei (49.). Werder blieb aktiv, suchte immer wieder den Abschluss, doch die Zielgenauigkeit fehlte weiter – etwa als Schmidt und Ducksch kurz hintereinander aus jeweils guter Position weit über das gegnerische Tor schossen. Für Schmidt war kurz danach dann Feierabend, nach einer Stunde war es an der Zeit für das ersehnte Bittencourt-Comeback. Doch bevor der sich überhaupt auszeichnen konnte, kam es so, wie es kommen musste.

Gruev erlaubte sich einen bösen Fehlpass, was den Ex-Bremer Pascal Testroet ins Spiel brachte. Der Stürmer der Sandhäuser machte sich auf den Weg in Richtung Werder-Strafraum, ließ mit einer simplen Körpertäuschung Anthony Jung aussteigen und schob mit dem allerersten Torschuss der Gäste zur Führung ein, weil auch Jiri Pavlenka in dieser Szene keine allzu gute Figur machte (64.). Plötzlich lag Werder hinten, auch die Tabellenführung, die es mit dem vorherigen mageren Pünktchen gegeben hätte, war dahin.

Marvin Ducksch rettet Werder Bremen Punkt im Aufstiegskampf

Allerdings nur für wenige Minuten. Schmid trieb mal wieder den Ball nach vorne, bediente den bis dato nahezu wirkungslosen Ducksch, der in seiner ihm eigenen Manier per Direktabnahme ins lange Eck traf (73.). Der ganz große Schaden war also erst einmal abgewendet, aber ging noch mehr? Die Kulisse war wieder da, die Fans sangen und grölten in der Hoffnung auf den nächsten wichtigen Sieg im Aufstiegsrennen. Doch die Uhr tickte gnadenlos herunter.

Lesen Sie auch

Niclas Füllkrug hatte dennoch die große Gelegenheit, um drei Punkte aufs Bremer Konto zu befördern. Im Strafraum tauchte er in perfekter Position vor dem Sandhäuser Tor auf, doch abermals entschärfte Drewes die Situation (86.). Nicht nur Bittencourt, der noch etwas besser postiert auf ein Anspiel gewartet hatte, schimpfte anschließend wie ein Rohrspatz. Eine fünfminütige Nachspielzeit blieb den Bremern noch, allerdings bugsierten sie den Ball meist viel zu umständlich in die Gefahrenzone. Und so blieb es letztlich beim 1:1. Werder war wieder Tabellenführer. So richtig freuen wollte sich darüber aber niemand enthusiastisch.

Hier können Sie den Liveticker zum Spiel gegen Sandhausen noch einmal durchlesen:

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+