Kuss nach Vorlage Wie Füllkrug und Ducksch bei Werder zur Einheit verschmelzen

Nach der Vorlage zum 3:0-Treffer gegen Erzgebirge Aue drückt Niclas Füllkrug Marvin Ducksch einen Schmatzer auf die Wange. Ein Zeichen dafür, wie sehr die Stürmer bei Werder Bremen zusammengewachsen sind.
05.12.2021, 17:04
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander

Als Marvin Ducksch den Ball nach der Vorlage von Niclas Füllkrug zum 3:0 gegen Erzgebirge Aue ins Tor geschoben hatte, drückte der Assistgeber dem Vollstrecker einen Kuss auf die Wange. Arm in Arm jubelten die beiden Stürmer, über denen lange die offene Frage stand, ob sie jemals zu einer Einheit zusammenfinden würden.

Wir verstehen uns. Mittlerweile funktioniert es richtig gut.
Marvin Ducksch über das Verhältnis zu Niclas Füllkrug

Schließlich sind beide Alphatiere im Angriff, Ducksch wurde Füllkrug im Sommer sogar vor die Nase gesetzt. Doch sollte es jemals tiefgreifende Animositäten oder Eifersüchteleien zwischen den beiden gegeben haben, so sind sie längst abgebaut. „Natürlich war Niclas am Anfang – als er nicht von Beginn an gespielt hat – etwas frustriert“, bestätigt Clemens Fritz, der Leiter Profi-Fußball beim SV Werder Bremen, ein anfängliches Knirschen: „Aber Niclas hatte nie ein persönliches Problem mit Marvin.“ Ducksch erklärt es so: „Wir haben uns mal zusammengesetzt und besprochen, wie wir unsere Stärken gemeinsam am besten einbringen können.“ Er fasst in Worte, wofür Füllkrug am Freitag nur einen Kuss brauchte: „Wir verstehen uns. Mittlerweile funktioniert es richtig gut.“

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Ducksch und Füllkrug seit fünf Spielen in Werders Startelf

Seit fünf Spielen stehen die beiden Torjäger gemeinsam in der Startelf des SV Werder Bremen – seither blüht vor allem Füllkrug auf, der vorher nur als Joker fungierte. Vier Tore und vier Vorlagen verzeichnete er, Ducksch kommt im gleichen Zeitraum auf zwei Tore und eine Vorlage. In der Saisonstatistik liegt er mit sechs Treffern für Werder aber noch einen Hauch vor Füllkrug (5).

Das 3:0 gegen Aue war die dritte direkte Koproduktion des Gespanns – beim 1:2 in Kiel hatte Ducksch mit einem Einwurf den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Füllkrug eingeleitet, dazu hatte Füllkrug beim 1:1 gegen den FC St. Pauli die Führung durch Ducksch vorbereitet.

Obwohl es eine lange Zeit brauchte, ehe die beiden Torjäger erstmals gemeinsam in einer Bremer Anfangself standen, war für die Werder-Planer von vornherein klar, dass die Kombination Füllkrug/Ducksch das Modell für die Saison sein würde. Fritz: „Beide zusammen – das war ganz klar unsere Wunschkonstellation. Deswegen wollten wir Marvin unbedingt haben. Denn er ist nicht nur der klassische Mittelstürmer, sondern kann auch dahinter oder daneben spielen. Uns war wichtig, dass sie auch gemeinsam funktionieren können. Das klappt schon sehr gut und wird noch besser werden, je länger sie sich kennen.“

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Will Ole Werner mit einer Doppelspitze spielen?

Nun muss nur noch Ole Werner, der neue Trainer, mitspielen. Er stand bei Holstein Kiel nicht für eine Lösung mit einer Doppelspitze. Doch an Füllkrug und Ducksch führt bei Werder im Moment kein Weg vorbei. „Es sind Spieler mit einer außerordentlichen Qualität“, sagt der 33-Jährige: „Solche Spieler finden sich in der Regel auch, wenn man sie auf den Platz stellt und ihnen gewisse Dinge mitgibt.“

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