Werder-Fans sauer Ultras reisen wegen Polizeiaktion vorzeitig aus Wolfsburg ab

Eigentlich wollten die Fans des SV Werder Bremen die Rückkehr in die Bundesliga beim Auftakt in Wolfsburg feiern. Doch die Ultras sind schon vor Anpfiff abgereist. Grund ist eine Polizeiaktion am Hauptbahnhof.
06.08.2022, 13:54
Lesedauer: 3 Min
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Ultras reisen wegen Polizeiaktion vorzeitig aus Wolfsburg ab
Von Malte Bürger

Seit Monaten fiebern die Fans des SV Werder Bremen diesem Moment entgegen, am Samstag steigt beim VfL Wolfsburg die ersehnte Rückkehr in die 1. Bundesliga (15.30 Uhr). Etliche Anhänger der Grün-Weißen erlebten bei der Reise nach Niedersachsen jedoch eine böse Überraschung: Am Mittag mehrten sich in den sozialen Medien zunächst die Meldungen, dass die Wolfsburger Polizei am Hauptbahnhof die Anreise zum Stadion erschwere. Via Twitter teilten die Beamten schließlich mit, dass „aus gefahrentechnischen Gründen“ eine Kontrollstelle eingerichtet worden sei, „um Auseinandersetzungen von Fangruppierungen und das Abbrennen von Pyrotechnik zu verhindern“.

Nicht wenige Werder-Fans witterten Willkür – weil eben jene Partie in der Vergangenheit nicht dafür bekannt war, für Probleme zu sorgen. Auch weil der gastgebende VfL nicht über eine große Anhängerschaft vor Ort verfüge, das Stadion auch in der vergangenen Bundesliga-Saison selten ausverkauft gewesen ist. Darüber hinaus äußerten sie Unverständnis darüber, dass die anwesenden Polizisten den Fans vor Ort die Nutzung der Toiletten verweigerten. Wenig später zogen die angereisten Ultras Konsequenzen aus der Polizeiaktion, verzichteten auf ein Besuch des ersten Saisonspiels und kehrten stattdessen nach Bremen zurück.

Liveticker zum Bundesliga-Auftakt: So schlägt sich Werder Bremen in Wolfsburg

Im Zuge der Ereignisse meldete sich auch die Fanhilfe Bremen via Twitter zu Wort. Auch sie bestätigte die Kontrollstelle und teilte zudem mit, dass „Werder-Fans nur in Polizeibegleitung zum Stadion laufen“ dürften. In diesem Zusammenhang hätten die Beamten auf ein „Aufenthaltsverbot für Risikogruppen“ verwiesen. „Wir werden die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen genauestens prüfen“, kündigte die Fanhilfe an.

Auch von Werder selbst gab es eine Reaktion auf die Geschehnisse in Wolfsburg: „Mit großem Unverständnis hat der SV Werder die Maßnahmen der Polizei am Wolfsburger Bahnhof zur Kenntnis genommen“, teilte der Verein mit. „Obwohl das Spiel im Vorfeld von beiden Klubs als unbedenklich eingestuft worden ist, werden von der Polizei intensive Durchsuchungsmaßnahmen und Personalienfeststellungen durchgeführt, Fans werden festgehalten und haben nicht die Möglichkeit, sich frei zu bewegen.“

Auch die daraus resultierende Abreise der Ultras fand Erwähnung. „Das stellt zudem einen klaren Wettbewerbsnachteil für Werder dar“, erklärte der Klub, der normalerweise auf eine lautstarke Unterstützung bei dieser Auswärtspartie hätte bauen können. Den Fans wurde dabei kein Vorwurf gemacht. „Der SV Werder solidarisiert sich mit seinen Anhänger:innen und verurteilt die durchgeführten Maßnahmen“, heißt es in der Stellungnahme.

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