Analyse Das sind die Stärken und Schwächen von Werder-Neuzugang Burke

Werder-Neuzugang Oliver Burke möchte sich nach vielen Wechseln in den vergangenen Jahren beim SV Werder Bremen beweisen. Doch wie eine Analyse des Spielers nun zeigt, dürfte das schwierig werden.
03.07.2022, 13:45
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips

Er ist der erste Schotte beim SV Werder Bremen: Aber nicht nur deshalb stellt Oliver Burke – er kam ablösefrei von Sheffield United – eine besondere Verpflichtung dar. Die Experten von Createfootball haben den 25-jährigen Stürmer anhand von zahlreichen Daten für unsere Deichstube unter die Lupe genommen und folgende Analyse erstellt.

Burkes Stärken:

  • Vertikale Tempoläufe
  • Physis
  • Luftzweikampf

Burkes Schwächen:

  • Passspiel

Wie der Spielstil von Oliver Burke?

Oliver Burke hat bereits einige Stationen hinter sich – und im Laufe der Zeit hat sich das ehemals herausragende Potenzial des Flügelspielers mehr oder weniger in Luft aufgelöst. Dazu haben sich auch Position und Spielstil immer weiter verändert. So verpflichtete RB Leipzig 2016 einen klaren rechten Außenbahnspieler, der mit vielen Dribblings bis zur Grundlinie durchmarschierte und mit sich mit seiner wuchtigen Statur die Gegenspieler vom Leib hielt. Immer wieder zog Burke tief im Offensivdrittel in Richtung Tor und kreierte aus zum Teil spitzen Winkeln Chancen für sich und die Teamkollegen. Während der Rechtsfuß in den folgenden Jahren von verschiedenen Trainern auf unterschiedlichsten Angriffspositionen getestet wurde, kristallisierte sich besonders bei Celtic Glasgow und in Sheffield heraus, dass die Physis des 1,88 Meter großen Stürmers im Zentrum am besten zur Geltung kommen dürfte. Seitdem agiert Werder Bremens Neuzugang Oliver Burke als eine Mischung aus „Target Man“ und „Mobile Striker“. Sucht man einen Vergleichsspieler im internationalen Fußball, erinnern die vielen vertikalen Tempoläufe und der Körperbau an Dusan Vlahovic (Juventus Turin) oder gar an Erling Haaland (Manchester City).

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Oliver Burke kann sowohl mit langen Bällen auf den Mann als auch mit Steckpässen in die Sturmspitze in Szene gesetzt werden. Gerne macht der Neuzugang von Werder Bremen mit dem Rücken zum Tor den Ball fest oder nutzt sein Sprinttempo im Laufduell mit dem Verteidiger.

Doch natürlich gibt es Gründe, weshalb Burke in den letzten Jahren häufig den Verein wechselte und nun trotz laufenden Vertrags die „Blades“ ablösefrei in Richtung Werder Bremen verlassen durfte. Bereits die nackte Zahl von vier Toren seit 2019 sagt viel aus. Dieser miserable Wert liegt hauptsächlich an Burkes Abschlussaktionen im letzten Drittel: Weder die Qualität noch die Quantität der Torschüsse zeugt von großer Torgefahr. Zuletzt stand bei Oliver Burke im Schnitt ein Torschuss pro 90 Minuten Spielzeit. Für einen Stürmer ist das ein katastrophaler Wert, der hauptsächlich auf das ungenügende Positionsspiel und das schlechte Durchsetzungsvermögen des Spielers zurückzuführen ist. Hinzu kommt, dass Burke aufgrund seiner nur durchschnittlichen technischen Fähigkeiten eher selten ins Angriffsspiel eingebunden wird. Dementsprechend wenige Torchancen kreiert der schottische Nationalspieler für seine Mannschaftskameraden.

Wie passt Oliver Burke zu Werder Bremen?

Werder Bremen wird aller Voraussicht nach auch in der Bundesliga sein Erfolgssystem mit der Doppelspitze Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch beibehalten – Oliver Burke demnach vorerst als Rotationsspieler und Back-up eingeplant sein. Beide Angreifer harmonieren exzellent im Angriffszentrum. Während Ducksch neben seinen vielen Abschlüssen auch zahlreiche Torchancen kreiert (62, die meisten der 2. Bundesliga), besticht Füllkrug als Vollstrecker und vor allem auch als Wandspieler. Beide Rollen dürfte Burke mit seinem aktuellen Leistungsniveau nicht ansatzweise übernehmen können.

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Allerdings: Als Außenseiter dürften für Werder Bremen nun auch Konter und lange Bälle eine Rolle spielen. Dafür ist ein Oliver Burke gut geeignet. Der 25-Jährige dürfte, geprägt durch die englische Härte, für viele Abwehrspieler mit seinen progressiven Läufen unangenehm zu verteidigen sein.

Fazit zu Oliver Burke

Da Werder Bremens Coach Ole Werner zumeist stringent versucht, seinen passlastigen Fußball durchzusetzen, in dem das Erfolgsduo Füllkrug/Ducksch eine unheimlich wichtige Rolle spielt, dürfte Burke keine leichte Saison vor sich haben. Der Transfer birgt zwar kein allzu großes finanzielles Risiko, weil der Spieler ablösefrei ist, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Oliver Burke in Bremen einschlägt, ist laut den Experten von Createfootball doch als gering einzuschätzen.

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