Anfangs Kunststück in Liga zwei

Die spezielle Torjäger-Trilogie

Einen treffsicheren Stürmer kann Werder gut gebrauchen, wenn es ordentlich in der 2. Liga laufen soll. Da passt es, dass sich Trainer Markus Anfang mit Torschützenkönigen im Unterhaus auskennt.
04.06.2021, 13:01
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus
Die spezielle Torjäger-Trilogie

Markus Anfang weiß, wie es sich anfühlt, einen treffsicheren Angreifer in seinen Reihen zu haben.

Christian Charisius/dpa

Im Briefkopf des SV Werder Bremen taucht die Zahl nicht auf, was zugegebenermaßen auch etwas übertrieben wäre. Neben Meisterschaften (4), Pokalsiegen (6) und dem Europapokal-Erfolg würde sie schlicht und einfach verblassen. Beinahe lächerlich wirken. Was aber nichts daran ändert, dass sie unumstößlich ist. Und der Verein stolz auf sie sein kann. Vier Mal stellte Werder in seiner Bundesliga-Geschichte bisher den Torschützenkönig. Rudi Völler (23 Treffer in der Saison 82/83), Mario Basler (20, 94/95), Ailton (28, 03/04) und Miroslav Klose (25, 05/06) lauten die passenden Namen dazu.

Schon klar, lang lang ist's her, und mit der Bundesliga haben die Bremer vorerst ohnehin nichts mehr zu tun. Zurück ist sie aber plötzlich dennoch, diese vage Hoffnung, dass Werder nach dem Abstieg womöglich mal wieder den Top-Angreifer in seiner Liga hervorbringen könnte. Neu-Trainer Markus Anfang bringt sie praktisch mit an die Weser.

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In seinen bisher drei Zweitliga-Saisons – eine mit Holstein Kiel, eine mit dem 1. FC Köln und eine mit Darmstadt 98 – hatte Anfang am Ende jeweils den Torschützenkönig in seiner Mannschaft. „Das war sicher kein Zufall“, betont Werders Sportchef Frank Baumann, der sich – nicht ganz uneigennützig natürlich – sehr über Anfangs vierten Streich freuen würde. Begonnen hatte die Torjäger-Trilogie des Trainers in der Saison 2017/18, als Marvin Ducksch in Kiel plötzlich aufblühte und sich mit 18 Treffern an die Spitze des Rankings schoss. Anfang, so heißt es, hatte den als nicht unbedingt unkompliziert geltenden Spieler zu nehmen gewusst, was dieser prompt zurückzahlte. Im Januar 2017 war der Stürmer per Leihe vom FC St. Pauli gekommen – ausdrücklich auch wegen Anfang, wie er ein halbes Jahr später im Interview mit dem „Straubinger Tageblatt“ erklärte. „Ich hatte damals auch andere Angebote, aber mir hat das Konzept und die Spielphilosophie einfach super gefallen. Kiel war dann ein absoluter Glücksgriff für mich. Ich konnte mich hier super entwickeln und endlich mein Potenzial beweisen“, schwärmte Ducksch, der heute bei Hannover 96 spielt.

Als Anfang vor der Saison 2018/19 zum 1. FC Köln wechselte, standen die Chancen auf „seinen“ nächsten Torschützenkönig von vornherein gut. Schließlich hatte sich Simon Terodde zuvor bereits beim VfL Bochum (25, 15/16) und VfB Stuttgart (25, 16/17) an die Spitze geschossen. Unter Anfang sollten ihm dann sogar 29 Treffer glücken. Schon vor der Saison hatte der Angreifer gegenüber „bundesliga.com“ betont: „Wir haben einen guten Plan, wie wir nach vorne spielen wollen. Jeder Spieler in der Offensive weiß Bescheid, wo die Räume liegen, die es zu besetzen gilt.“ Dann stimmte er sogar ein wahres Loblieb auf Markus Anfang an: „Er hat eine klare Ansprache an die Mannschaft, nimmt die Spieler mit und bringt gut herüber, was er von uns fordert. Er gibt uns ein klares System an die Hand und kann anhand dessen klar bewerten, wie die einzelnen Rollen ausgefüllt werden sollen.“

Bliebe noch Serdar Dursun, der amtierende Torschützenkönig der 2. Liga, der unter Anfang für Darmstadt 98 in der abgelaufenen Serie stolze 27 Treffer markiert hat – und der weiß, bei wem er sich dafür bedanken muss. „Markus Anfang lässt einen tollen offensiven Fußball spielen, davon profitiert man als Stürmer definitiv. Auch wegen ihm habe ich in diesem Jahr so viele Tore wie noch nie geschossen“, sagte Dursun jüngst dem Fußballmagazin "11Freunde". Es ist ein Satz, der nach der Zweitliga-Saison 2021/22 auch aus dem Mund von, sagen wir, Niclas Füllkrug oder Johannes Eggestein ganz hervorragend klingen würde.

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