Nach schwacher erster Hälfte Werder kommt gegen Schalke nicht über ein Remis hinaus

Werder Bremen ist am 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga nicht über ein 1:1 (0:1) gegen den Tabellenletzten hinausgekommen. Vor allem in der ersten Hälfte enttäuschte das Team von Florian Kohfeldt.
30.01.2021, 17:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Etliche Menschen am Osterdeich, die Stimmung irgendwo zwischen Euphorie und Vorfreude – viel fehlte nicht, und man hätte am Samstag kurz vor dem Heimspiel von Werder Bremen gegen den FC Schalke 04 annehmen können, die guten alten Zeiten seien zurück, der Stadionbesuch wieder erlaubt. Mit Fußball hatte der Menschenauflauf allerdings weniger zu tun: Die Leute waren nach dem plötzlichen Wintereinbruch zum Schlittenfahren gekommen, was an diesem Nachmittag zunächst ohne Frage der angenehmere Zeitvertreib war.

Nur wenige Meter weiter, im Weserstadion, lieferte Werder eine unterirdische erste Halbzeit ab, lag mit 0:1 hinten – um nach dem Wechsel dann plötzlich ein ganz anderes Gesicht zu zeigen. Nach einer deutlichen Leistungssteigerung inklusive Tor von Kevin Möhwald reichte es unter dem Strich aber nicht mehr als zu einem 1:1. Insgesamt haben die Bremer nun 22 Zähler auf dem Konto und sind Elfter.

Werder startet gegen Schalke wieder mit Sargent

Im Vergleich zum 4:1-Erfolg bei Hertha BSC hatte Kohfeldt nur eine Änderung in seiner Startelf vorgenommen: Für den angeschlagenen Davie Selke (Oberschenkelprellung) kehrte Josh Sargent in die Sturmspitze zurück, was hier ausdrücklich festgehalten werden soll, zur Sicherheit, denn während des ersten Durchgangs wirkte es so, als hätten die Hausherren überhaupt keine Offensivspieler auf dem Platz.

Nichts lief zusammen im Bremer Spiel, Chancen oder zumindest vielversprechende Angriffe verzeichnete die Mannschaft keine, was von forschen und immer entschlosseneren Schalkern ausgenutzt wurde. Nachdem Matthew Hoppe (2.) und Timo Becker (19.) mit ihren Versuchen noch gescheitert waren, machte es Omar Mascarell besser und traf nach einem schönen Spielzug über Becker und Amine Harit zur verdienten 1:0-Führung für das Schlusslicht (38.). Und Werder? Da war der auffälligste Mann mit Abstand der Trainer.

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Werder-Trainer Kohfeldt tobt an der Außenlinie

Florian Kohfeldt schrie, tobte sogar bisweilen an der Außenlinie, um irgendwie Einfluss auf seine lethargische Mannschaft nehmen zu können. „Ihr seid immer einen Schritt zu spät“, brüllte er etwa und nahm eine vielsagende Änderung vor: Gegen Ende der ersten Hälfte beorderte er den völlig indisponierten Manuel Mbom aus dem Mittelfeld in den Sturm – vermutlich, weil der 20-Jährige dort weniger Schaden anrichten konnte.

Zur zweiten Hälfte kehrte Mbom dann nicht mehr zurück, Kevin Möhwald übernahm seinen Platz. Zudem feierte Ludwig Augustinsson (kam für Felix Agu) sein Comeback nach drei Spielen Verletzungspause, und Milot Rashica ersetzte Romano Schmid. Drei Wechsel zum Wachrütteln. Und das zeigte Wirkung.

Werder-Tor in der Nachspielzeit wird zurückgepfiffen

In den ersten Minuten nach Wiederanpfiff verzeichnete Werder gleich drei Offensivaktionen: Ömer Toprak (50.) und Josh Sargent (51./53.) meldeten ihre Mannschaft mit reichlich Verspätung in diesem Spiel an. Die Bremer hatten nun – im Gegensatz zur ersten Hälfte – deutlich mehr Ballbesitz als der Gegner, suchten nach Lücken – und fanden sie. Einen Kopfball des für Sargent eingewechselten Yuya Osako lenkte Schalkes Torhüter Ralf Fährmann noch spektakulär an die Latte (74.), beim Schuss von Möhwald war er dann aber machtlos – 1:1 (77.).

In der Schlussphase drängten die Bremer dann vehement auf den Siegtreffer - und hätten ihn angesichts des spielerischen Übergewichts auch verdient gehabt. Toprak (82.), Augustinsson (86.) und Rashica (87.) schafften es aber nicht, den Ball ein zweites Mal im Schalker Tor unterzubringen. Anders Maximilian Eggestein, dessen Treffer in der Nachspielzeit aber nicht zählte, weil Theodor Gebre Selassie im Abseits stand.

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