Neues Geschäftsmodell Wohninvest will sich womöglich am Weserstadion beteiligen

Das Weserstadion ist nach wie vor eine finanzielle Belastung für Werder. Doch nun ist eine Lösung in Sicht: Sponsor Wohninvest kann sich offenbar vorstellen, Anteile am Stadion zu übernehmen.
23.01.2022, 18:56
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Es ist kein Geheimnis, dass das Wohninvest Weserstadion finanziell eine große Belastung für den SV Werder Bremen darstellt und sich allein durch die Spiele des Zweitligisten nicht trägt. Zwar gehört die Arena direkt an der Weser nicht nur Werder, sondern zur Hälfte auch der Stadt Bremen, doch für die Finanzen der Bremer Weserstadion GmbH (BWS) ist vor allem der Club zuständig. Rund sechs Millionen Euro muss Werder jährlich aufbringen, um die Kredite in Folge der Umbauten in der Vergangenheit zu bedienen. Auf dem Stadion lasten immer noch Schulden in Höhe von etwa 65 Millionen Euro. Doch nun ist eine Lösung in Sicht: Die Wohninvest Holding GmbH, seit 2019 für drei Millionen Euro im Jahr Namenssponsor des Weserstadions, möchte nach Informationen unserer Deichstube Innenräume der Arena für ein neues eigenes Geschäftsmodell (Brainhouse247) nutzen und kann sich dabei im besten Fall auch einen Einstieg in die BWS vorstellen. Laut dem Internetportal "90min.com" sei dabei angedacht, dass das Weserstadion künftig wieder nur Weserstadion heißt. Doch das ist nur ein Randaspekt in einer komplexen Geschichte, zu der sich Werder aktuell nicht äußern möchte.

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Unterschrieben ist nach Informationen unserer Deichstube noch nichts. Bislang handelt es sich dem Vernehmen nach um eine Idee, über die aber schon intensiv gesprochen wird. Wohninvest möchte bundesweit ein neues Geschäftsmodell etablieren, hat dafür das Unternehmen Brainhouse247 gegründet. Nicht nur bei Werder taucht dieser Schriftzug seit Saisonbeginn auf den Werbetafeln auf, sondern auch auf den Trikots von Zweitliga-Konkurrent Hannover 96. In der niedersächsischen Landeshauptstadt hat Wohninvest bereits eine Immobilie gefunden, wo das neue Konzept umgesetzt werden soll. Ähnliches gilt für Stuttgart. Dabei geht es um Coworking-Spaces, also Büroräume, die von großen Unternehmen und Start-ups für ihre Mitarbeiter oder auch von Freelancern angemietet werden können – und das zu jeder Zeit in verschiedenen Städten, durchaus auch als Alternative zum Homeoffice. Das Weserstadion ist deshalb so interessant, weil es nicht nur die nötige Infrastruktur vorhält, sondern zum Beispiel auch ein Sportangebot oder Catering für die Mieter ermöglicht. Bauliche Veränderungen sind nur im Innenbereich vorgesehen. Genutzt werden sollen vor allem die VIP-Räumlichkeiten, in denen abgesehen von Spieltagen fast immer Stille herrscht.

Schon seit Jahren versucht Werder, das Weserstadion nicht nur für Fußball zu nutzen. In den vier Bürotürmen gibt es bereits einige Mieter (ÖVB, EWE, Bremer Fußball-Verband), inzwischen ist sogar die Paracelsus Klinik mit einer Praxis eingezogen, doch es wird noch mehr Potenzial gesehen. Darum soll sich künftig auch Jörg Otto kümmern, den die BWS zum 1. Februar 2022 als neuen hauptamtlichen Geschäftsführer eingestellt hat. Ihm wurde aufgetragen, das Weserstadion für neue Geschäftsfelder zu öffnen, hieß es Ende vergangener Woche in einer Pressemitteilung.

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Das Interesse von Wohninvest passt da natürlich bestens. Hinter den Kulissen wird intensiv diskutiert. Eine Beteiligung von Wohninvest an der BWS ist allerdings nicht ganz so einfach. Da müsste nicht nur Werder mitspielen, sondern auch die Stadt. Viele Fragen gilt es zu beantworten: Wie viele Anteile können verkauft werden, zu welchem Preis und mit welchen Folgen? Wem gehört dann das Weserstadion? Wer bestimmt über die Zukunft? Gibt es Sicherheiten? Mit einer Umsetzung der Idee wird frühestens in einem Jahr gerechnet. Am Ende sei auch eine reine Vermietung der Räumlichkeiten an Wohninvest denkbar, heißt es, um das Konzept sorgfältig zu prüfen. Der Club hofft darauf, dass das Weserstadion nicht mehr so eine große finanzielle Belastung darstellt – und die bisherigen Millionen dafür in den Sport gesteckt werden können.

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