Interimstrainer Danijel Zenkovic „Es war ein komplizierter Tag und ein kompliziertes Spiel"

"Habe keinen Moment gezweifelt“: Werders Interimstrainer Danijel Zenkovic erfuhr erst einen Tag vor dem Schalke-Spiel, dass er als Chef auf der Bank sitzen wird.
21.11.2021, 11:59
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus

Die Info kam am Freitagabend, woraufhin Danijel Zenkovic eine Nachtschicht einlegte und weitestgehend auf Schlaf verzichtete. „Ich habe das Spiel bis um fünf Uhr morgens vorbereitet und war um acht Uhr dann schon wieder am Stadion“, berichtete Werder Bremens Interimstrainer, der keine 24 Stunden vor dem Heimspiel gegen den FC Schalke 04 erfahren hatte, dass er für den wegen der Impfpass-Affäre zurückgetretenen Chefcoach Markus Anfang einspringen muss. Nach dem 1:1 sagte der Österreicher etwas erschöpft: „Es war ein komplizierter Tag und ein kompliziertes Spiel.“

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Erst durch einen mehr als fragwürdigen Foulelfmeter hatte Werder in der Nachspielzeit doch noch einen Punktgewinn verbucht – bei Zenkovic dürfte das auf der persönlichen Kuriositäten-Rangliste seiner vergangenen zwei Tage aber nur für einen hinteren Platz gereicht haben. Trubel hatte der 34-Jährige vor dem Anstoß des Spiels schließlich mehr als genug gehabt. Als Werders Sportchef Frank Baumann dem Co-Trainer am Freitag eröffnete, dass er gegen Schalke als Chef auf der Bank sitzen würde, „habe ich keinen Moment gezweifelt“, sagte Zenkovic. Vielmehr habe er einen Gefühlscocktail empfunden. Die Zutaten: „Große Demut und ganz viel Respekt vor der Aufgabe, aber auch eine riesige Vorfreude auf das Duell. Als Trainer lebt man schließlich für solche Spiele.“

Am Plan, den Anfang unter der Woche gemeinsam mit der Mannschaft für das Schalke-Spiel erarbeitet hatte, änderte Zenkovic nichts mehr. Auch Werders Startaufstellung dürfte identisch mit der gewesen sein, die der Ex-Coach aufgeboten hätte. „Es war heute sehr viel Markus Anfang auf dem Platz“, sagte Zenkovic, der in der Kürze der Zeit lediglich eine Video-Analyse mit dem Team hatte abhalten können. Nach dem Rücktritt des Cheftrainers hatten Zenkovic und Anfang keinen Kontakt mehr gehabt.

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Nach dem Spiel rief Zenkovic die Mannschaft auf dem Rasen in einen Kreis zusammen. So wie es Anfang auch oft getan hatte. „Ich habe allen Beteiligten gratuliert für ihre Leistung“, sagte der Interimscoach, der übrigens darauf verzichtete, nach seinem Debüt in irgendeiner Form öffentlich Ansprüche auf den Trainerposten bei Werder zu stellen. „Wenn der Verein mich braucht, unterstütze ich ihn so gut wie möglich, aber heute gehe ich nur noch ins Bett.“ Die vorangegangene Nacht war schließlich kurz genug gewesen.

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