Ex-Rekordmeister kürt Spieler Das sind die besten Stürmer der zweiten Liga

Er hat das Tor getroffen – und zwar oft: Dieter Schatzschneider war lange Zeit Rekordtorjäger der zweiten Liga. Nun kürt er die Torschützen der zweiten Liga.
25.01.2022, 13:45
Lesedauer: 3 Min
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Von Hans-Günter Klemm

Alle reden von diesen „hässlichen Vögeln“, die aus dem Bremer Käfig freigelassen wurden und nun durch die zweite Liga flattern. Auch Dieter Schatzschneider, der lange die personalisierte Torgefahr in dieser Spielklasse war. Der Ex-Profi, für Hannover 96 und Fortuna Köln in 201 Partien am Ball und mit 153 Treffern lange der Zweitliga-Schützenkönig, ehe er im letzten Jahr vom Schalker Simon Terodde überholt wurde, spricht über Werders Sturmvögel, die seit der Selbstcharakterisierung von Niclas Füllkrug Gesprächsthema sind. Auch in der Länderspielpause.

Torjäger und ihre Bedeutung im Aufstiegsrennen. Schatzschneider, ein ausgewiesener Experte in Sachen Torgefahr, der als Angestellter von Hannover 96 das Fußball-Unterhaus hautnah verfolgt, beleuchtet diesen Aspekt. Der 63-Jährige entwirft für unsere Deichstube seine Rangliste der besten Toremacher in dieser Saison.

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Nummer 1: Guido Burgstaller (20 Spiele, 15 Tore, 116 Minuten pro Tor, 4 Assists): „Der aktuelle Torschützenkönig des FC St. Pauli ist der Spitzenmann. Für mich verkörpert er alles, was einen guten Mittelstürmer ausmacht. Ich sage immer: Er ist ein Gangster im Strafraum, was als höchstes Lob zu werten ist. Burgstaller ist also die Triebfeder, die den Kiezklub über Wochen an die Tabellenspitze gehalten hat.“

Nummer 2: Simon Terodde (16 Spiele, 14 Tore, 99 Minuten pro Tor, 3 Assists): „Wenn man so will, ist Terodde noch effektiver als Burgstaller. Für mich war klar, dass er auch in dieser Spielzeit in Serie trifft. Ich habe schon vor dem Start prophezeit, dass er mich überholen wird. Zuletzt fehlte er verletzungsbedingt, doch im neuen Jahr kommt er wieder in Form. Unübertroffen ist bei dem Schalker der ausgeprägte Torriecher. Wie heißt es so schön: Er steht immer da, wo ein Stürmer stehen muss.“

Nummer 3: Niclas Füllkrug (19 Spiele, 8 Tore, 155 Minuten pro Tor, 6 Assists): „Füllkrug ist für mich der beste Kopfballspieler der Liga. Nach einem eher holprigen Start ist er in einen Lauf gekommen. Wichtig für ihn, dass das Spiel über außen funktioniert. ,Fülle‘, den ich lange in Hannover im täglichen Training beobachten konnte, benötigt Flanken. Schon frühzeitig in dieser Spielzeit habe ich mich in einem Interview positioniert, zu einem Zeitpunkt, als Markus Anfang noch abwartete. Meine Forderung: Füllkrug und Ducksch müssen Seite an Seite spielen. Der Grund: Weil sie es können, weil sie bestens harmonieren.“

Nummer 4: Marvin Ducksch (20 Spiele, 11 Tore, 162 Minuten pro Tor, 7 Assists): „Ich nenne ihn Schleicher. Bei Hannover 96 konnte ich mir ein exaktes Bild von Ducksch machen. Für mich ein sehr schlauer Spieler, nicht nur ein sogenannter Zielspieler, der in der Spitze lauert, sondern ein Akteur, der seine Spielintelligenz und seine technischen Fähigkeiten als Vorlagengeber einbringen kann, wie die Statistik zeigt. Insofern eine perfekte Ergänzung zu Füllkrug, eine gute Wahl im offensiven Zentrum, was jeder Abwehrreihe enorme Probleme bereiten kann.“

Nummer 5: Sven Michel (19 Spiele, 14 Tore, 117 Minuten pro Tor, 8 Assists): „Überragend ist der linke Fuß des Paderborners, der seit fünf Jahren das Offensivspiel des SCP auf ein anderes Niveau hebt. An der Seite von Felix Platte (8 Tore in 15 Spielen) blüht die Nummer 11 in dieser Spielzeit regelrecht auf. Kaltschnäuzig nutzt Michel die Chancen, die sich ihm bieten. Michel/Platte bilden ein gefährliches Duo, fast so stark wie die ‚Bremer Vögel‘.“

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Nummer 6: Philipp Tietz (20 Spiele, 12 Tore, 138 Minuten pro Tor, 5 Assists), Luca Pfeifer (18 Spiele, 12 Tore, 111 Minuten pro Tor, 3 Assists): „Bei dem Darmstädter Duo, vielleicht die beste Kombination der Liga nach dem Werder-Gespann, wage ich nicht, eine interne Rangfolge zu benennen. Diese außergewöhnlichen Angreifer stehen für mich auf einer Stufe. Beide zeichnet eine enorme Uneigennützigkeit aus, keiner der beiden tritt egoistisch auf. Sie haben stets ein Auge für den Nebenmann in der Spitze oder für andere besser postierte Kollegen. Überhaupt ist es das Verdienst von Torsten Lieberknecht, eine richtige Elf aufgebaut zu haben, eine wirkliche Einheit, im Angriff und in den anderen Mannschaftsteilen. Mit 45 Toren hat der Spitzenreiter aus Hessen auch die meisten Tore aller Teams markiert. Mehr als die Hälfte geht auf das Konto der beiden Angreifer.“

Der stürmende Rest: „So sieht meine Rangliste der Top-Torjäger aus. Andere Stürmer finde ich nicht erwähnenswert. Allenfalls käme noch der HSV-Torjäger Robert Glatzel (20 Spiele, 10 Tore, 168 Minuten pro Tor, null Assists) infrage. Er hebt sich ein wenig ab vom Durchschnitt, reicht aber nicht an die Qualitäten der in der Liste eingeordneten Kollegen heran. Die weiteren Aufstiegsanwärter haben keine überdurchschnittlichen Goalgetter in ihren Reihen. Die Besten: Tim Kleindienst (20 Spiele, 7 Tore, 240 Minuten pro Tor, 1 Assist) in Heidenheim sowie Manuel Schäffler (17 Spiele, 3 Tore, 247 Minuten pro Tor, 1 Assist) in Nürnberg.“

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