100 Millionen Euro fehlen Windanlagenhersteller Senvion beantragt Insolvenz

Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg und einem Werk in Bremerhaven hat die Insolvenz in Eigenregie beantragt. Davon betroffen sind in der Seestadt mehr als 300 Beschäftigte, weltweit geht es um Tausende Jobs.
09.04.2019, 16:34
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Windanlagenhersteller Senvion beantragt Insolvenz
Von Florian Schwiegershausen

Der kriselnde Windanlagenhersteller Senvion ist in die Pleite gerutscht. Am Dienstagnachmittag beantragte das Unternehmen beim Amtsgericht Hamburg eine Insolvenz in Eigenverantwortung. Ziel sei es, Senvion wieder auf Kurs zu bringen. In einer Mitteilung des börsennotierten Unternehmens hieß es: „Parallel hierzu befinden sich Kreditgeber und wesentliche Anleihegläubiger aktuell weiterhin in intensiven Diskussionen zu einem bestehenden Finanzierungsangebot, um die Unterstützung des laufenden Geschäfts sicherzustellen.“

Bereits zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet, dass Senvion wegen Verzögerungen bei den Projekten kurzfristig 100 Millionen Euro benötigt, um das Geschäft fortzuführen. Bereits in der Vergangenheit hatte der Finanzinvestor, Centerbridge, dem mehrheitlich die Senvion-Aktien gehören, mehrmals zweifache Millionenbeträge in den Windanlagenbauer gesteckt.

Von der Insolvenz sind in Deutschland 2100 Mitarbeiter betroffen. In der Konzernzentrale in Hamburg sind es 500 Mitarbeiter, weltweit beschäftigt Senvion mehr als 4000 Mitarbeiter. Im Werk in Bremerhaven waren zuletzt mehr als 300 Beschäftigte für das Unternehmen tätig.

Doch eigentlich gibt es dort momentan genug zu tun. So wurden gerade erst für Offshore-Windpark „Trianel Borkum II“ die ersten Gondeln verladen. In ihnen sind das Getriebe und der Stromgenerator untergebracht. Insgesamt 32 dieser Gondeln kommen aus Bremerhaven. In gut einer Woche soll die Montage der ersten der insgesamt 32 Senvion-Windräder in der Nordsee beginnen. Der Plan sieht vor, dass bis Juli alles ausgeliefert sein soll.

Zuversichtlich äußerte sich der Sprecher von Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD), Tim Cordssen: „In Bremerhaven haben wir es mit qualifizierten Mitarbeitern zu tun, die gute Produkte herstellen und eine gute Auftragslage haben. Daher sind wir optimistisch und gehen davon aus, dass es am Ende einen positiven Weg nehmen wird.“

Schon vor Bekanntgabe der Insolvenz war die Senvion-Aktie bereits im Sinkflug. Zum ersten Mal seit dem Börsengang rutschte sie auf 92 Cent ab. Damit war das Unternehmen, das einst einen Wert von mehr als einer Milliarde Euro hatte, gerade mal etwas mehr als 67 Millionen Euro wert.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+