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Bildung und Wissenschaft: Das sind die Positionen der Bremer Parteien

Der Bremer Senat hat die Beitragsfreiheit in Kitas beschlossen. Dennoch: Es gibt weiterhin zahlreiche Probleme in der Bremer Bildungspolitik. Welche Positionen welche Parteien einnehmen - ein Überblick.
04.05.2019, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Bildung und Wissenschaft: Das sind die Positionen der Bremer Parteien
Von Lisa-Maria Röhling
Bildung und Wissenschaft: Das sind die Positionen der Bremer Parteien

Schul- und Kitaausbau sind in Bremen wichtige Themen.

Daniel Reinhardt/dpa

Die Beitragsfreiheit in Kitas ist beschlossen, trotzdem gibt es in der Bremer Bildungspolitik weiterhin zahlreiche Probleme. Wie können Schul- und der Kita-Ausbau für die kommenden Jahre vorangebracht werden? Was wollen die Parteien gegen den Lehrer- und Erziehermangel tun? Wird es trotz des geschlossenen Schulfriedens einen erneuten Streit über die Weiterführung von G8 oder G9 geben?

SPD

Die SPD hat sich das Ziel gesetzt, die Qualität in Kitas und Schulen in den Fokus zu nehmen. Deshalb sollen die Ausgaben pro Kind deutlich erhöht werden. Für die Kita-Betreuung von Kindern ab drei Jahren streben die Sozialdemokraten eine 100-Prozent-Versorgung an, bei Krippenplätzen eine 70-Prozent-Versorgung. Auch flexible Öffnungszeiten in Kitas stehen auf der Agenda. In den Schulen soll die Ganztagsbetreuung ausgebaut und die Oberschulen sollen gestärkt werden. Langfristig ist eine „Schule für alle“ das Ziel der SPD.

CDU

„Wir benötigen eine Wende in der bremischen Bildungspolitik“, erklärt die CDU in ihrem Wahlprogramm. Dazu gehört für sie: Leistungsorientierung mit Noten ab Klasse drei und sitzen bleiben, flächendeckender Ganztagsunterricht, eine Lehrerversorgung von 105 Prozent, mehr Ausgaben für Schulen und Kitas, ein verpflichtendes drittes Kita-Jahr, längere Betreuungszeiten, ganzjährige Kita-Aufnahme. Außerdem unterstützt die CDU das Inklusionskonzept, will aber auch die Förderschulen weiterhin erhalten.

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Bündnis 90 / Die Grünen

„Heute schon an morgen denken“ lautet das Motto der Grünen. Das wollen sie mit einer besseren Finanzierung von Kitas, besonders in Bremerhaven, sowie mit einem schnelleren Schul- und Kita-Ausbau erreichen. Für die Kitas setzen sie sich für flexible und verlängerte Betreuungszeiten und damit für mehr und besser bezahltes Personal ein. Auch mehr Ganztagsgrundschulplätze soll es künftig geben. Die Schule soll laut den Grünen erst um neun Uhr beginnen, langfristig setzen sie sich für die sogenannte Schule für alle ein.

Die Linke

Unter dem Leitmotto „Wem gehört die Stadt?“ denken die Linken auch das Thema Bildung: So soll eine öffentliche Gesellschaft mit dem Schulbau beauftragt werden, auch der Kita-Ausbau soll vorangetrieben werden. Außerdem setzt sich die Partei weiterhin für die „Schule für alle“ sowie die komplette Abschaffung von Noten ein. Zudem wollen die Linken eine unterjährige Aufnahme von Kindern in Kitas ermöglich, Alleinerziehende sollen bei der Platzvergabe bevorzugt werden und die Krippen- und Hort-Betreuung soll wie die Kita-Betreuung beitragsfrei werden.

FDP

Die FDP will an Schulen „Leistung wieder in den Fokus rücken“, weshalb sie den Bildungskonsens nicht unterschrieben hat. Das heißt: Noten ab Klasse drei und sitzen bleiben wieder einführen, Lehrerversorgung von 105 Prozent, aber auch mehr Digitalisierung und mehr Ganztagsschulen. Zudem wollen die Liberalen Gymnasien und Berufsschulen stärken. In der frühkindlichen Bildung fordert die FDP flexible Kita-Öffnungszeiten, auch Schließzeiten soll es nicht mehr geben. Zudem sollen die Arbeitsbedingungen für das Kita-Personal verbessert werden.

AfD

Die AfD fordert, zum mehrgliedrigen Schulsystem zurückzukehren. Das Abitur nach neun Jahren, genannt G9, befürwortet die Partei genauso wie Schulnoten und die Möglichkeit, Klassen zu wiederholen. Zudem will sie Eltern bei Erziehungsaufgaben stärker in die Pflicht nehmen. Ein Jahr vor der Einschulung sollen Kinder außerdem eine Kindergruppe besuchen, bei Defiziten im Spracherwerb soll die Kita verpflichtend sein. Inklusionsschüler sollen laut AfD zwar an Regelschulen, allerdings in Förderklassen unterrichtet werden.

Bürger in Wut

Die Bürger in Wut fordern eine Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem bestehend aus Haupt- und Realschule sowie den Gymnasien. Welche Schule die Kinder besuchen, sollen standardisierte Test entscheiden. Zudem sind die BIW gegen Inklusion, wollen sitzen bleiben wieder einführen, setzen sich für Notengebung ab Klasse drei ein und fordern eine einheitliche Schulkleidung. Für die frühkindliche Erziehung haben sie eine Kita-Pflicht für Kinder mit Defiziten der deutschen Sprache sowie bei kognitiven Fähigkeiten in ihrem Wahlprogramm verankert.

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