Einrichtung in der Lindenstraße 200 Infizierte in Bremer Landeserstaufnahmestelle

Die aufgeheizte Stimmung in der Landeserstaufnahmestelle in der Lindenstraße hat sich nach Aussagen der Sozialbehörde gelegt. Wie viele Geflüchtete mit Corona infiziert waren, wird noch ermittelt.
23.05.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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200 Infizierte in Bremer Landeserstaufnahmestelle
Von Carolin Henkenberens

Wie viele Asylbewerber und unerlaubt Eingereiste aus der Erstaufnahmestelle (Last) in Vegesack mit Corona infiziert waren, ist nach einem Übermittlungsfehler von 47 Fällen weiterhin unklar. Das Gesundheits- und das Sozialressort sind derzeit damit beschäftigt, die genaue Zahl zu ermitteln. Laut Sprecher des Gesundheitsressorts sind es „um die 200“ Fälle.

Aktuell leben 198 Menschen in der Einrichtung, weitere Umzüge sollten folgen, berichtet der Sprecher der Sozialbehörde, Bernd Schneider. Neu ankommende Geflüchtete werden aufgrund der Corona-Fälle seit dem 21. April in einer Dependance der Erstaufnahmestelle in Obervieland untergebracht. Viele Bewohnerinnen und Bewohner wurden auf Übergangswohnheime verteilt.

18 Menschen unter häuslicher Quarantäne

Unter häuslicher Quarantäne stehen dem Sprecher zufolge in Vegesack derzeit 18 Menschen, davon seien zwei positiv auf das Virus getestet worden, die anderen seien Kontaktpersonen ersten Grades. Um Ansteckungen zu vermeiden, gebe es gekennzeichnete Sanitäranlagen für die unter Quarantäne stehenden Personen. Sie bekämen ihr Essen portionsweise ausgeteilt statt in der Kantine.

Die Stimmung in der Unterkunft hat sich offenbar wieder beruhigt. Seit zwei bis drei Wochen habe es keine falschen Feueralarme mehr gegeben. Auch Verstöße gegen die Quarantäne gebe es nicht mehr. „Die allermeisten Menschen halten sich an Regeln. Es gab ein paar, die haben das nicht gemacht“, erläutert Schneider. Hausverbote hätten schon länger nicht mehr ausgesprochen werden müssen.

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Angekündigte Verbesserungen – etwa in Bezug auf die Versorgung mit WLAN, auf das Essen oder eine unabhängige Feedbackstelle für die Bewohner – seien eingeleitet. Das Verlegen einer zweiten Internetleitung sei trotz der geringeren Belegung des für 750 Personen vorgesehenen Gebäudes angeordnet worden, sagt Bernd Schneider. Dafür müssten jedoch Kabel verlegt werden. Die Struktur für ein Feedbackmanagement werde am 4. Juni in der Sozialdeputation vorgelegt. Mit dem Caterer habe es Gespräche gegeben. Vorlieben beim Essen seien allerdings auch kulturell sehr unterschiedlich und die Zufriedenheit mit dem Angebot auch von der Zusammensetzung der Last-Bewohner abhängig. Ein ständiges Nachjustieren sei daher nötig. Ein Essen anzubieten, dass jeden Tag allen gerecht werde, sei nicht möglich.

Neun Tage im Krankenhaus

Lavin Jaza, 19 Jahre alt, lebt seit drei Monaten in der Erstaufnahmestelle in der Lindenstraße und war eigener Aussage zufolge mit dem Virus infiziert – wie fast alle auf ihrem Flur, sagt sie. Die Frau aus dem Nordirak erzählt, sie habe vier Wochen in Quarantäne verbracht, in einem Zimmer ohne WLAN. Ihrer Aussage zufolge kein Einzelfall. „In meinem gesamten Flur ist kein WLAN“, sagt Jaza. Sie habe im Internet surfen können, weil jemand vom Bündnis „Together we are Bremen“ ihr einen Zugang gekauft habe. Während ihrer Infektion sei sie mit hohem Fieber ins Klinikum Bremen-Nord gebracht worden, wo sie neun Tage verbracht habe. Mittlerweile sei sie wieder gesund. Jaza bestätigt, dass es zuletzt keine Feueralarme mehr gegeben habe.

Lavin Jaza, 19 Jahre alt, lebt seit drei Monaten in der Erstaufnahmestelle in der Lindenstraße und war eigener Aussage zufolge mit dem Coronavirus infiziert – so, wie fast alle auf ihrem Flur. Die Frau aus dem Nordirak erzählt, sie habe vier Wochen in Quarantäne verbracht, in einem Zimmer, in dem es kein WLAN gebe. Ihrer Aussage zufolge kein Einzelfall. „In meinem gesamten Flur ist kein WLAN“, sagt Jaza. Sie habe im Internet surfen können, weil jemand vom Bündnis „Together we are Bremen“ ihr einen Zugang gekauft habe. Während ihrer Corona-Infektion sei sie mit hohem Fieber ins Klinikum Bremen-Nord gebracht worden, wo sie neun Tage verbracht habe. Mittlerweile sei sie wieder gesund, erzählt sie. Jaza bestätigt, dass es zuletzt keine Feueralarme mehr gegeben habe.

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