CO2-Ausstoß Bremen verfehlt Klimaziele deutlich

Eigentlich wollte Bremen seinen CO2-Ausstoß bis 2020 deutlich reduzieren: um 40 Prozent gegenüber 1990. Doch daraus wird wohl nichts werden, bis 2016 wurde nur ein Rückgang von 15 Prozent erreicht.
06.11.2019, 18:08
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Bremen verfehlt Klimaziele deutlich
Von Frank Hethey

Schlechte Nachrichten in Sachen Umweltschutz: Bremen wird die selbst gesteckten Klimaziele deutlich verfehlen. Eigentlich sollte der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 drastisch gesenkt werden: um 40 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 1990. Doch nach Mitteilung des Umweltressorts wurde bis 2016 nur ein Minus von 15,2 Prozent erreicht. Negativ ins Gewicht fallen vor allem die gestiegenen CO2-Emissionen des verarbeitenden Gewerbes, zu dem auch die Müllverbrennung gehört. Für die Opposition sind die Zahlen eine „Bankrotterklärung der Bremer Klimapolitik“, so Martin Michalik (CDU) am Mittwoch in der Klima- und Umweltdeputation der Bürgerschaft.

Um Vorschläge für eine effiziente Klimapolitik zu erarbeiten, will die CDU laut Michalik die Einrichtung einer Enquetekommission beantragen. Zwei seiner Kritikpunkte: Der ÖPNV sei noch immer viel zu teuer und bei der Gebäudesanierung im öffentlichen Raum nichts passiert. Skeptisch äußerte er sich über den im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Klimavorbehalt, der bei allen Entscheidungen die Vereinbarkeit mit dem Klimaschutz vorschreibt. „Am Ende wird doch nur nach Kassenlage gestimmt.“

Lesen Sie auch

Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne) räumte ein, mit den bislang erreichten CO2-Einsparungen könne man nicht zufrieden sein. Zum schlechten Ergebnis habe auch beigetragen, dass immer mehr Umlandgemeinden in Bremen ihren Müll verbrennen. „Das ist ein Problem für unsere Klimabilanz. Dann wird es schwierig, die CO2-Ziele einzuhalten.“ Gefragt seien jetzt konkrete Lösungsvorschläge. Denn: „Es nutzt nichts, immer nur zu nölen.“ Um den CO2-Ausstoß zu vermindern, mahnte Umweltstaatsrat Ronny Meyer (Grüne) Änderungen im Alltagsverhalten der Menschen an. „Technische Innovationen allein werden nicht ausreichen.“

Nicht allein auf freiwillige Verhaltensänderungen wollen sich die Grünen verlassen. Philipp Bruck forderte, den Parkraum zu reduzieren und zu bewirtschaften. Neben technischen Innovationen seien auch soziale Innovationen erforderlich. Dagegen warnte Frank Imhoff (CDU) mit Hinweis auf Bremens Stellung als Logistik-Standort davor, den Verkehr mit Verboten aus der Stadt zu drängen. „Gerade für Pendler müssen wir attraktive Alternativen schaffen, dann werden die Menschen auch umsteigen.“ Für Bruck ist das allerdings keine Option: „Wer so argumentiert, hat die Dramatik der Situation nicht verstanden.“

Lesen Sie auch

Laut Vorlage war die Verfehlung der 2015 im Klimaschutz- und Energiegesetz (KEG) festgeschriebenen Klimaziele schon frühzeitig absehbar. Deshalb habe das Umweltressort bereits im September 2016 ein externes Gutachten in Auftrag gegeben.

+ + Dieser Text wurde um 22.36 Uhr aktualisiert + +

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+