Verschärfte Maskenpflicht

Bremer Senat will Gratis-Masken per Post verschicken

Ab Februar gilt in Bremen eine verschärfte Maskenpflicht. Der Senat will alle Bremer Bürger mit kostenlosen FFP2-Masken ausstatten. Die Masken sollen per Post verschickt werden.
21.01.2021, 19:36
Lesedauer: 3 Min
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Bremer Senat will Gratis-Masken per Post verschicken
Von Nico Schnurr
Bremer Senat will Gratis-Masken per Post verschicken

Der Bremer Senat will die versprochenen Gratis-Masken per Post verschicken.

Frank Rumpenhorst/dpa

Der Senat will allen Bremer Bürgern zwischen 15 und 59 Jahren fünf FFP2-Masken kostenlos zur Verfügung stellen. Die Masken werden per Post verschickt. Sie sollen Anfang Februar zugestellt werden. Den Transport wird ein externer Dienstleister übernehmen. Alle Bremer ab 60 Jahren werden in den nächsten Tagen ohnehin über die Krankenkassen mit Gutscheinen für Masken versorgt. Zusätzlich plant der Senat, auch die Bürger ab 60 mit mehreren Masken auszustatten. Für diese Gruppe wird es laut Gesundheitsbehörde allerdings wohl weniger als fünf Exemplare geben.

Ab Februar gilt eine verschärfte Maskenpflicht in Bremen. Darauf hat sich der Senat am Donnerstag geeinigt. Stoffmasken reichen nicht mehr aus. Künftig wird es verpflichtend sein, medizinische Masken zu tragen. Darunter fallen OP-Masken sowie Masken der Standards FFP2 und KN95/N95. Die verschärfte Maßnahme gilt weiterhin in Bussen und Bahnen sowie in Geschäften und diversen ausgewiesenen Straßen und öffentlichen Plätzen. Bremen setzt damit um, was Bund und Länder am Dienstag beschlossen haben.

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„FFP2-Masken bieten einen hohen Fremd- und Eigenschutz“, sagte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). „Wir möchten mit der Verteilung sicherstellen, dass allen, unabhängig von den eigenen finanziellen Möglichkeiten, dieser hohe Schutz gewährt werden kann.“ Die Verteilaktion wird Bremen mehrere Millionen Euro kosten. Allein in der Altersgruppe zwischen 15 und 59 Jahren sollen etwa 370.000 Bremer jeweils fünf Exemplare erhalten. Die FFP2-Masken liegen wegen der großen Bestellmenge bei einem Stückpreis von etwa einem Euro.

Andreas Dotzauer, Virologe an der Uni Bremen, lobt die Pläne des Senats. „Die Aktion, FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen, hilft dabei, die Anzahl an neu ausgelösten Infektionsketten zu unterbrechen und zu reduzieren“, sagte Dotzauer. „Dieses Ziel ist besonders im Fall der neuen, infektiöseren Virusvariante wichtig, um deren Ausbreitung auszubremsen und unterstützt die anderen Maßnahmen in ihrer Wirksamkeit.“

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Zusätzlich zu den Gratis-Masken, die der Bremer Senat verschicken will, verteilt Bremerhaven Bus an diesem Freitag kostenfrei medizinische Einweg-Masken an die Fahrgäste. Die Masken sollen an den Haltestellen am Hauptbahnhof ausgegeben werden.

Niedersachsen plant derzeit keine kostenlose Ausgabe von medizinischen Masken an seine Bürger. „Bund und Länder haben bewusst nicht das Tragen einer FFP2-Maske für Einzelhandel, ÖPNV und andere Bereiche, in denen viele Menschen zusammenkommen vorgesehen, sondern lediglich das Tragen einer OP-Maske“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen (SPD). Dabei seien Ministerpräsidenten und Kanzlerin davon ausgegangen, dass OP-Masken wenig kosten und in ausreichender Zahl verfügbar seien. „Übergangsprobleme bei der Einführung der Pflicht zum Tragen medizinischer Masken werden von den Verantwortlichen vor Ort sicher angemessen berücksichtigt werden.“

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Schon am Vorabend hatte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Sorge vor sozialen Verwerfungen mit Verweis auf die günstigeren OP-Masken zurückgewiesen. Die Bund-Länder-Runde hatte am Dienstag einen Stückpreis von 40 Cent zugrunde gelegt. Sollten Lieferengpässe zu deutlichen Preiserhöhungen führen, müsse man die Lage neu bewerten, hieß es nun.

Auch die Bundesregierung hat aktuell weder vor, Bedürftige noch die Gesamtbevölkerung bei der Anschaffung von FFP2-Masken finanziell zu unterstützen. Sollten die Einschränken noch lange bestehen bleiben, müsse die Bundesregierung „darüber nachdenken, ob wir noch auch mal helfen müssen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag. Noch gebe es dafür keine Pläne. „Wenn das jetzt über Wochen geht mit der Medizinische-Masken-Pflicht, wird das sicherlich ein Thema auch der Diskussion bleiben“, betonte Merkel.

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In jedem Fall sollen in den nächsten Tagen bundesweit mehr als 34 Millionen Menschen von ihrer Krankenkasse Gutscheine für zwölf FFP2-Masken zugesandt bekommen. Dazu zählen etwa Menschen über 60 Jahren oder chronisch Kranke. Die Coupons können in der Apotheke vorgelegt werden. Für sechs Masken müssen zwei Euro zugezahlt werden. Der Bund rechnet mit Kosten in Milliardenhöhe.

In Bremen waren schon im November und Dezember 1,7 Millionen FFP2-Masken an Bürger im Alter über 65 Jahren verteilt worden. Die Apotheken hatten die Masken ausgegeben.

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