Kosten, Nutzen und Preise

Corona-Regeln: Was bei der erweiterten Maskenpflicht zu beachten ist

In Bussen und Bahnen und beim Einkaufen dürfen nur noch medizinische Masken getragen werden. Was ist darunter zu verstehen, was muss man beachten? Fragen und Antworten rund um die erweiterte Maskenpflicht.
21.01.2021, 21:03
Lesedauer: 5 Min
Zur Merkliste
Von Nico Schnurr und Tom Nebe
Corona-Regeln: Was bei der erweiterten Maskenpflicht zu beachten ist

Ab Februar soll in Bremen eine erweiterte Maskenpflicht in Kraft treten, die das Tragen einer medizinischen Maske vorsieht.

Till Simon Nagel / dpa
Ab wann gilt die verschärfte Maskenpflicht?

Anfang Februar tritt in Bremen die verschärfte Maskenpflicht in Kraft. An allen Orten, an denen bisher die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung galt, müssen dann medizinische Masken getragen werden. Zu diesen Orten zählen neben Bussen und Bahnen sowie Geschäften auch diverse ausgewiesene Straßen und öffentliche Plätze.

Wer erhält Gratis-Masken?

Der Senat will allen Bremern zwischen 15 und 59 Jahren fünf FFP2-Masken kostenlos zur Verfügung stellen. Die Masken sollen Anfang Februar per Post verschickt werden. Auch die Bremer Bürger ab 60 Jahren sollen mit mehreren Masken ausgestattet werden. Für diese Altersgruppe wird es laut der Bremer Gesundheitsbehörde allerdings wohl weniger als fünf Exemplare geben. Niedersachsen plant nach derzeitigem Stand keine kostenlose Ausgabe von medizinischen Masken an seine Bürger.

Wann kommen die FFP2-Masken-Gutscheine vom Bund?

Bundesweit sollen mehr als als 34 Millionen Menschen von ihrer Krankenkasse in den nächsten Tagen Gutscheine für zwölf FFP2-Masken zugesandt bekommen. Das sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag. Dazu zählen etwa Menschen über 60 Jahren oder chronisch Kranke. Die Coupons können in der Apotheke vorgelegt werden. Für jeweils sechs Masken müssen sie zwei Euro zuzahlen. Die Gutscheine vom Bund sind auch der Grund, warum Bremen der Altersgruppe ab 60 weniger als fünf Masken schicken will.

Lesen Sie auch

Was sind überhaupt medizinische Masken?

Sie werden vereinfacht OP-Masken genannt und kommen normalerweise in Krankenhäusern und Arztpraxen zum Einsatz. Die mehrschichtigen, meist grünen oder blauen Masken bestehen aus speziellen Kunststoffen. Sie schützen vor allem andere Menschen vor den Tröpfchen, die man beim Sprechen, Lachen oder Husten ausscheidet. Der Eigenschutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist bei den Masken begrenzt, wird aber besser, je enger die Maske anliegt.

Haben die OP-Masken Vorteile gegenüber Alltagsmasken?

OP-Masken haben eine andere Struktur als Stoffmasken. „In den OP-Masken sind spezielle Vliese verarbeitet“, sagt Frank Drewnick vom Max-Planck-Institut für Chemie. „Das sind in aller Regel nicht-gewebte Stoffe, wo die Fasern wild durcheinander liegen.“ Die OP-Masken haben damit in aller Regel nicht so große Poren, durch die sonst die Partikel durchkommen könnten. Drewnick leitet eine Forschungsgruppe, die verschiedene Materialien hinsichtlich ihrer Filterleistung untersucht hat. „OP-Masken schneiden bei unseren Tests mit Blick auf die Filterleistung im Vergleich zu den Alltagsmasken deutlich besser ab“, sagt Drewnick, „das heißt, sie filtrieren deutlich mehr Corona-relevante Partikel aus der Atemluft.“

Sind FFP2-Masken keine medizinischen Masken?

Ursprünglich kommen diese Masken aus dem Arbeitsschutz. Sie schützen Arbeiter davor, Staub oder andere giftige Stoffe einzuatmen. FFP-Masken werden in drei Kategorien eingeteilt, abhängig von ihrer Filterleistung. Die allgegenwärtigen FFP2-Masken müssen mindestens 94 Prozent der Aerosole abfangen. Sie schützen also nicht nur andere Menschen, sondern bieten auch für den Träger einen sehr guten, aber keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Ansteckung.

Was kann den Schutz der FFP2-Masken verringern?

FFP2-Masken müssen eng am Gesicht anliegen, damit der Luftstrom beim Atmen nicht an den Rändern ungehindert ein- und ausströmen kann. Die Maske sollte also beim Einatmen ans Gesicht angesaugt werden. Barthaare oder Narben können den engen Sitz verhindern.

Wie erkenne ich eine FFP2-Maske?

Sie müssen der Norm EN 149:2001 entsprechen und ein CE-Kennzeichen sowie eine vierstellige Nummer aufgedruckt haben. Außerdem finden sich die Buchstaben „R“ oder „NR“ auf der Maske – Masken mit R sind wiederverwendbar, Masken mit NR sind es laut Hersteller nicht. Unter bestimmten Voraussetzungen können aber auch NR-Masken nach Einschätzungen von verschiedenen Experten mehrfach verwendet werden. Auch ein Herstellername oder eine Marke sollte auf der Maske zungen?

Gibt es Fälschungen?

Es sind gefälschte Masken im Umlauf. Umso wichtiger ist es, dass man die Kennzeichnungen genau prüft. In der Nando-Datenbank der EU-Kommission lassen sich online zum Beispiel die vierstelligen Nummern dem jeweiligen Prüfinstitut zuordnen. Taucht die Nummer auf der Maske dort nicht auf, sollte man stutzig werden.

Was ist mit anderen Kürzeln?

K95-Masken stammen aus China und entsprechen dortigen Normen. Sie haben nach Angaben der Verbraucherschützer eine ähnliche Filterwirkung und bieten damit vergleichbaren Schutz wie eine FFP2-Maske. Die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Gabriele Regina Overwiening, nennt noch weitere gleichwertige Schutzmasken, die verkehrsfähig seien – sie trügen Typenbezeichnungen wie N95, P2, D2, oder CPA.

Lesen Sie auch

Was kosten FFP2-Masken und OP-Masken?

Das lässt sich schwer beantworten. FFP2-Masken sind teurer als OP-Masken, der Stückpreis liegt je nach Anbieter zwischen 3 und 7 Euro. Bei sehr günstigen Angeboten sollte man stutzig werden. Die OP-Masken gibt es oft im Paket – auch hier lohnt der Preisvergleich. Manchmal kosten 50 Stück 20 Euro, woanders gibt es die gleiche Menge für 50 Euro. Die Masken gibt es online, in Drogerien und Apotheken, aber unter anderem auch in manchen Supermärkten.

Werden die Produkte nun teurer?

Wenn die Nachfrage überproportional zum Angebot ansteige, seien erhebliche Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen, erklärt der Bundesverband Medizintechnologie und betont: „Überhöhte Preise, wie wir sie aus dem ersten Lockdown kennen, waren ein Problem von einzelnen Händlern, auf die die Hersteller keinen Einfluss haben.“ Die Herstellerpreise für die Abnehmer seien vertraglich vereinbart und marktüblich. Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor überhöhten Maskenpreisen im Onlinehandel und fordert Festpreise. „Sinnvoll wäre, sicherzustellen, dass die Masken zu fairen Preisen verkauft werden“, sagte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Es müsse verhindert werden, dass es zu Wucherpreisen komme.

Lesen Sie auch

Gibt es genug Masken?

Die Apothekerverbände und der Medizinproduktehersteller gehen davon aus, dass es weiterhin genug Masken geben wird, trotz der steigenden Nachfrage. Die Hersteller seien bei den erforderlichen Produkten aktuell lieferfähig, teilt der Bundesverband Medizintechnologie mit. „Ich sehe derzeit keine Engpässe“, sagt ABDA-Präsidentin Overwiening. Die Apotheken seien auf eine große Nachfrage nach FFP2-Schutzmasken und OP-Masken vorbereitet. „Es gibt derzeit viele zuverlässige Hersteller und vertrauenswürdige Händler, bei denen die Apotheken die Masken beziehen können.“

Ist eine mehrfache Verwendung möglich?

Die OP-Masken gelten als Einwegprodukte, die man regelmäßig wechseln und nach der Verwendung entsorgen sollte. Spätestens, wenn sie durchfeuchtet sind. FFP2-Masken können mit dem Buchstaben „R“ als wiederverwendbar gekennzeichnet sein. Sie lassen sich dann für mehrere Tage jeweils kurzzeitg nutzen – sofern sie weiter intakt sind und nicht stark verschmutzt wurden. Laut Münsteraner Forschern lassen sich auch nicht wiederverwendbare FFP2-Masken bis zu fünf Mal aufbereiten – zum Beispiel, indem man sie mindestens eine Woche lang an der Luft trocknet.

Haben die Alltagsmasken aus Stoff nun ausgedient?

Es macht Sinn, die Alltagsmasken zu behalten. Bei privaten Treffen können auch die Stoffmasken weiterhin getragen werden. Wer den Eigenschutz erhöhen will, kann die Stoffmasken auch in Kombination mit einer OP-Masken beim Einkauf oder auf der Fahrt zur Arbeit tragen. „Das große Problem der OP-Masken ist, dass sie nicht dicht am Gesicht abschließen“, sagt Aerosolforscher Frank Drewnick. Die Stoffmasken könne hier helfen. „Wenn man eine gut sitzende Alltagsmaske drüberzieht, drückt es die OP-Maske an das Gesicht heran. Das schließt diese Lücken“, sagt Drewnick. „Dadurch filtriert die OP-Maske besser, als wenn man sie alleine nutzt.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+