Guerilla-Künstlers verteilt Masken Neue Aktion des Bremer Banksy

In Bremen und Hamburg hatte er mit Bronzeskulpturen Aufsehen erregt, die er heimlich aufgestellt hatte: der Guerilla-Künstler „Mohamed Smith“. Nun hat er eine neue Aktion im Walle-Center gestartet.
10.11.2020, 05:00
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Neue Aktion des Bremer Banksy
Von Simon Wilke

„Mohamed Smith“ meldet sich zurück. Der Aktionskünstler hatte deutschlandweit als Bremer Banksy Bekanntheit erlangt, weil er anonym und ohne Genehmigung eine Bronzeskulptur in den Wallanlagen installiert hatte. Nun, schreibt er auf Anfrage des WESER-KURIER, sei es Zeit, Gesicht zu zeigen. Und er fragt rhetorisch, welches Medium hierfür derzeit besser geeignet sei als eine Maske. Deshalb habe er das Sortiment der Einzelhändler „Tedi“ und „Woolworth“ im Walle-Center um ein weiteres Produkt ergänzt: sein „fehlendes Gesicht“ in Form einer 3D-Druck-Maske.

Tatsächlich sind in den Filialen Masken des Künstlers im Halloween-Sortiment aufgetaucht, mitsamt Etikett und Barcode, die den Original-Preisschildern der Warenhäuser nachempfunden sind. Die „Maske Mohamed Smith“, laut Label hergestellt in Bremen, sollte einen Euro kosten. Der Künstler dazu: „Eigentlich habe ich die Masken durch die Barcodes unverkäuflich gemacht.“ Trotzdem habe er in den Geschäften seine selbst ausgepreisten Masken erwerben können.

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Wie „Mohamed Smith“ allerdings tatsächlich aussieht, ist auch nach seiner neusten Aktion nicht bekannt. Die Masken bestehen lediglich aus einem ovalen Plastikgesicht mit heller Haut, Löchern für Augen und Nase sowie orangerot getönten Lippen und schwarzen Augenbrauen. Smith erklärt, dass er ein Produkt hergestellt habe, das zwar „billig anmutet, aber mit viel Aufwand produziert wurde“. Das sei als Kritik an billiger Massenware zu verstehen. Außerdem will der unbekannte Künstler eine Botschaft an Maskenverweigerer und Corona-Leugner senden. Scanne und kombiniere man die Barcodes auf den Etiketten, erhalte man die Nachricht „Tragt Masken, die euch und eure Mitmenschen schützen!“

Auf dem Instagram-Account des Künstlers war schon vor Tagen ein Video aufgetaucht, in dem zu sehen ist, wie eine Gesichtsmaske per 3D-Druck entsteht. Zur Einordnung: Die Website „www.fabb-it.de“ gibt als günstigsten Preis für einen Kubikzentimeter 3D-Druck 57 Cent an. Abhängig vom verwendeten Material kann es jedoch auch deutlich teurer werden. In der betroffenen „Woolworth“-Filiale nimmt man das Ganze unterdessen mit Humor. „Unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort sind verblüfft und amüsiert von der Aktion“, sagt eine Sprecherin. Deshalb bewerte man die Kunstaktion positiv. Auch rechtliche Schritte wolle man nicht einleiten.

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