RTL und Radio Bremen planen Formate Sieling und Meyer-Heder stellen sich TV-Duell

Erstmals wird es vor Bremer Wahlen zu einem TV-Duell der Spitzenkandidaten kommen. RTL und Radio Bremen planen Sendeformate für die Wochen vor dem Urnengang am 26. Mai.
02.03.2019, 18:47
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Sieling und Meyer-Heder stellen sich TV-Duell
Von Norbert Holst

Carsten gegen Carsten. Die Spitzenkandidaten von SPD und CDU zur Bürgerschaftswahl werden voraussichtlich gleich zweimal im Fernsehen aufeinandertreffen. Im April stellen sich Carsten Sieling (SPD) und Carsten Meyer-Heder (CDU) einem TV-Duell auf Einladung von RTL Nord. Im Mai plant dann Radio Bremen nach Informationen des WESER-KURIER eine Diskussionsrunde mit den Spitzenpolitikern der Bremer Parteien, zu der auch Sieling und Meyer-Heder erwartet werden. Es ist das erste Mal überhaupt, dass es vor einer Bremer Bürgerschaftswahl zu TV-Duellen zwischen den Spitzenkandidaten der beiden großen Parteien kommt.

Das Bremer Studio von RTL Nord lässt die beiden Politiker mit einem Schiff auf der Weser schippern. Eine halbe Stunde sollen Meyer-Heder und Sieling Zeit haben, sich im rhetorischen Wettstreit mit dem Kontrahenten zu profilieren. Der Sender hat das geplante Format bestätigt. Voraussichtlicher Sendetermin ist der 26. April um 18 Uhr.

Lesen Sie auch

Radio Bremen will den Spitzenkandidaten der Bremer Parteien angeblich 90 Minuten einräumen. Die Rede ist von einem „Town­hall“-Format nach amerikanischem Vorbild, also einer Art Bürgergespräch. Eingeladen sind die Politiker der Parteien, die in der Bürgerschaft vertreten sind. Angeblich ist noch unklar, ob AfD und Bürger in Wut (BIW), die im Parlament keinen Fraktionsstatus haben, dabei sein werden.

Noch nicht klar, wie genau die Sendung aussehen wird

Neben den Spitzenkandidaten von SPD und CDU werden voraussichtlich Maike Schaefer (Grüne), Kristina Vogt (Linke) und Lencke Steiner (FDP) antreten. Die Diskussionsrunde könnte dem Vernehmen nach am 8. Mai um 20.15 Uhr im Fernseh-Programm von Radio Bremen ausgestrahlt werden. „Wie die Sendung genau aussehen beziehungsweise wann sie zu sehen sein wird, steht noch nicht abschließend fest – das Team um Thomas von Bötticher (Leiter Fernsehen) finalisiert gerade die Planungen“, heißt es dazu vom Sender.

Sowohl Sieling als auch Meyer-Heder wollen an den zwei Fernseh-Duellen teilnehmen. „Klar mache ich das“, war die spontane Reaktion des SPD-Spitzenkandidaten auf die Einladungen. Aus seinem Umfeld heißt es: „Der Regierungschef scheut im Wahlkampf kein Aufeinandertreffen, mit wem auch immer.“ Sieling sieht TV-Auftritte im Wahlkampf als geeignetes Mittel, um auf Politikverdruss und Populismus zu reagieren. „Man sollte jedes Zeitfenster im Fernsehen nutzen, wenn man dadurch den Menschen Politik näher bringen kann.“

Lesen Sie auch

Ein „bisschen unsicher“ fühlte er sich zunächst schon, gibt Herausforderer Meyer-Heder freimütig zu. Schließlich ist der CDU-Spitzenkandidat ein politischer Quereinsteiger, während Sieling schon seit vielen Jahren in der Landes- und Bundespolitik unterwegs ist. Nichtsdestotrotz: „Ich habe Lust auf den direkten Dialog mit Carsten Sieling“, sagt Meyer-Heder. Auch er sieht die TV-Formate als Chance, für eine Teilnahme an der Bürgerschaftswahl zu werben. Allerdings schränkt der Christdemokrat ein: „Die Hauptaufgabe liegt vor uns in den Stadtteilen, wo die Leute frustriert sind oder sich abgehängt fühlen.“

Bislang erstes TV-Duell vor einer Bürgerschaftswahl in Bremen

Vor einer Bremen Bürgerschaftswahl hat es bislang noch nie ein direktes TV-Duell zwischen den Spitzenkandidaten der beiden großen Parteien gegeben. Vor vier Jahren forderte die CDU-Kandidatin Elisabeth Motschmann den damaligen Bürgermeister Jens Böhrnsen zum TV-Duell heraus, doch der SPD-Politiker lehnte ab. Die Herausforderin warf Böhrnsen daraufhin eine „Verweigerung zum Diskurs“ vor. Radio Bremen griff 2015 die Idee eines Fernsehduells nicht auf. Der Sender verwies auf „neue und gesprächswertige Formate“ wie „Kandidatencheck“, „Kandidat im Automat“ und Sondersendungen mit Politikern aus der Straßenbahn.

TV-Debatten gehören mittlerweile in vielen Bundesländern zum festen Repertoire von Landtagswahlen. Zum Aufeinandertreffen von Amtsinhaber und Herausforderer kam es zuletzt auch bei den Wahlen in Bayern und Hessen. Ergänzt wurde dieses Format jeweils durch eine separate Runde mit den Spitzen der kleineren Parteien. Teilweise finden die Fernseh-Debatten ein vergleichsweise großes Interesse. So erreichte die Ausstrahlung des Duells zwischen Volker Bouffier (CDU) und Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) in Hessen einen beachtlichen Marktanteil von 13,5 Prozent im Sendebereich von HR 3.

Info

Zur Sache

WESER-KURIER lädt Kontrahenten ein

Auch der WESER-KURIER hat die Spitzenkandidaten Carsten Sieling (SPD) und Carsten Meyer-Heder (CDU) zu zwei sogenannten „Elefanten-Runden“ eingeladen. Beim WESER-Strand sprechen sie am Freitag, 5. April, ab 21.30 Uhr mit Moderatorin Bärbel Schäfer. Einlass im Café Sand ist um 20.30 Uhr. Ein zweites Mal treffen die Kontrahenten am Sonntag, 12. Mai, beim Bürgerschaftswahl-Talk des WESER-KURIER aufeinander. Zwischen 11 und 12.30 Uhr diskutieren die Beiden in der Bremischen Bürgerschaft. Der Einlass ist ab 10 Uhr, rechtzeitiges Erscheinen ist wegen der freien Sitzplatzwahl ratsam. Der Eintritt ist jeweils frei.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+