Drei Monate nach der gescheiterten Abstimmung

OT Bremen stimmt erneut über die Fusion mit SG Arbergen-Mahndorf ab

Die Verschmelzung von OT Bremen und TuS Vahr mit der SG Arbergen-Mahndorf war schon vom Tisch. Damit wollten sich etwa 300 Osterholzer nicht abfinden. Laut Vereinssatzung ist die erneute Abstimmung möglich.
03.03.2020, 22:10
Lesedauer: 4 Min
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OT Bremen stimmt erneut über die Fusion mit SG Arbergen-Mahndorf ab
Von Jörg Niemeyer
OT Bremen stimmt erneut über die Fusion mit SG Arbergen-Mahndorf ab

Die Mitglieder von OT Bremen können erneut über eine Verschmelzung mit der SG Arbergen-Mahndorf abstimmen.

Grafik Weser Kurier

Dieter Weickert steht dazu, dass er die Sportgemeinschaft Bremen-Ost (SGBO) nicht haben möchte. Der Tischtennis-Abteilungsleiter von OT Bremen hat sich schon im vergangenen November, als sein Verein erstmals über die sogenannte Verschmelzung mit der SG Arbergen-Mahndorf abgestimmt hat, gegen die SGBO ausgesprochen. Nachdem kurz zuvor bereits beim ATSV Sebaldsbrück die erforderliche Drei-Viertel-Mehrheit für eine Verschmelzung verpasst worden war, versetzte das Nein von OT dem Projekt den Todesstoß. Das dachten zumindest alle Beteiligten – und irrten sich.

Gut drei Monate nach ihrem vermeintlichen Scheitern steht die SG Bremen-Ost am kommenden Freitag bei OT ein zweites Mal zur Abstimmung. Nach der Satzung des Vereins muss die Vorsitzende Ute Brunzel eine Versammlung einberufen, wenn ein Zehntel der Mitglieder den Antrag dafür stellen. Im Januar hatte der Klubchefin eine Liste mit knapp 300 Unterschriften von Mitgliedern vorgelegen, die sich mit dem Aus der SGBO nicht abfinden wollten. Am Freitag erhalten sie die Gelegenheit, sich mit ihrem Anliegen letztlich doch noch durchsetzen zu können.

TuS Vahr muss sich auch mit der Fusion beschäftigen

Sollten sich am Ende tatsächlich drei Viertel der Stimmberechtigten für die Verschmelzung aussprechen, käme auch wieder der TuS Vahr ins Spiel. Dieser Verein, das potenziell vierte Mitglied der SGBO, hatte seine Mitglieder nach der Ablehnung von OT gar nicht mehr abstimmen lassen. „Die Verschmelzung hätte für uns keinen Mehrwert, wenn es bei OT in die Hose geht“, sagte Vahrs Vorsitzender Uwe Jacobs im November – und sagt es auch heute noch. Vorsorglich steht das Thema auch auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung des TuS Vahr am 16. März. Wenn sich OT am Freitag für die SGBO entscheiden sollte, kommt es beim TuS Vahr zur Abstimmung. „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es bei uns mit einer Zustimmung klappen wird“, sagt Uwe Jacobs, der in den vergangenen Wochen häufig in den Vereinsabteilungen unterwegs war. „Wenn wir die Zukunft jetzt nicht anpacken, wer macht es dann?“, fragt sich der TuS-Vorsitzende zugleich auch.

Zurück zu OT: So richtig glücklich mit dem Paragrafen in der Satzung sind hier weder die SG-Befürworterin Ute Brunzel noch der SG-Gegner Dieter Weickert. Doch darum geht es nicht, denn die Regularien lassen eine zweite Abstimmung nun einmal zu. Selbst der Tischtennis-Abteilungsleiter hält die Idee der Verschmelzung nicht für abwegig.

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„Politisch gesehen, kann ein Großverein Vorteile haben – das will ich nicht abstreiten“, sagt Weickert. Er kann sich vorstellen, dass sich die Befürworter diesmal mit der erforderlichen Mehrheit durchsetzen. Denn nach allem Anschein haben sie mehr Mitglieder mobilisieren können als im November. Waren damals etwa 300 Mitglieder inklusive der SG-Gegner zur Versammlung gekommen, haben sich allein auf der Unterschriftenliste fast 300 Befürworter zu erkennen gegeben. Außerdem positionierten sich in der vergangenen Woche auch der Beirat Osterholz und Ortsamtsleiter Ulrich Schlüter: Sie unterstützen die Verschmelzung der Vereine.

Ute Brunzel sieht die Chance, dass diesmal eine Drei-Viertel-Mehrheit zustande kommt, bei 50:50. Die Vorsitzende fühlt sich seit Wochen in einer Art Wahlkampfmodus. „Es war eine anstrengende Zeit“, sagt sie, „ich bin fast jeden Abend in Sportgruppen unseres Vereins gewesen.“ Dabei hat sie auch mit Gegnern des Projekts gesprochen, was für sie kein Problem war. Verschiedener Meinung zu sein, akzeptiert sie. Was ihr unter die Haut geht, sind allerdings persönliche Anfeindungen, wie sie sie auch bei der Versammlung im November erfahren hat.

Konsequenzen gezogen

Aus dieser Erfahrung hat Ute Brunzel Konsequenzen gezogen. Erstens in persönlicher Hinsicht. „Ich weiß nun, was auf mich zukommt, und ich bin diesmal gut präpariert.“ Zweitens aber auch in organisatorischer Hinsicht. Da die Halle im November zu klein und zu stickig war, findet die Versammlung am Freitag ab 19 Uhr in der großen Halle der Bezirkssportanlage Schevemoor statt.

Weil die Mitglieder im Herbst noch kurz vor Beginn in langen Schlangen vor der Halle standen, ist der Einlass diesmal ab 18 Uhr möglich. Aus gutem Grund: Bei jeder Person muss am Eingang überprüft werden, ob sie Vereinsmitglied und über 18 Jahre alt ist. Falls nicht, erhält die Person keine Stimmkarte. Der OT-Vorstand wird, damit die Überprüfung am Freitag schneller geht, fünf Personen für diese Aufgabe abstellen. Und ein Notar wird am Ende dafür einstehen, dass alles seine Richtigkeit hat. Der Notar wird schließlich auch bei der Auszählung der in geheimer Wahl abgegebenen Stimmen dabei sein.

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Sicher ist: Der Freitagabend wird von großer Spannung geprägt sein – natürlich für die anwesenden OT-Mitglieder, aber auch für die mitbeteiligten SG Arbergen-Mahndorf und TuS Vahr. Mehr als zehn Jahre hatten die Vertreter der Klubs, bis November auch die des ATSV Sebaldsbrück, ihre Idee entwickelt, ihre Vorstellungen konkretisiert und schließlich die Verschmelzung vorbereitet. Mit Beteiligung des ATSV Sebaldsbrück hätte die SGBO etwa 6000 Mitglieder zusammengeführt, ohne ihn wären es etwa 5000. Die Verschmelzung würde demnach einen der größten Bremer Sportvereine hervorbringen.

Was geschieht, wenn bei OT erneut keine Drei-Viertel-Mehrheit hinter dem Projekt steht? „Ich werde dann weg sein“, sagt Ute Brunzel. Mit ihr würden der zweite Vorsitzende Rafael Kiel und der Kassenwart Michael Bryan ihre Ämter abgeben. Bislang habe sich bei ihr kein Interessent gemeldet, den sie möglicherweise als Vorsitzenden einarbeiten könnte. Für die SG Bremen-Ost würde sie weiter arbeiten, für OT nach einer Einarbeitungsphase ihres Nachfolgers aber nicht mehr.

Sollte die SGBO am Freitag ein zweites Mal abgelehnt werden, wird es vermutlich im April eine ordentliche Jahreshauptversammlung bei OT geben – die letzte mit Ute Brunzel. „Wenn sich dann niemand für den Vorstand finden sollte, werde ich beim Gericht einen Notvorstand beantragen“, sagt sie – und hofft, dass es nicht dazu kommt.

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