Millionenprojekt in Farge Halb Kita, halb Wohnkomplex

In Blumenthal sind zwar neue Tagesstätten gebaut worden, doch noch immer fehlen Kita- und Krippenplätze. Jetzt hat ein Investor ein weiteres Millionenprojekt vorgestellt, das Lücken schließen soll.
31.12.2020, 05:00
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Halb Kita, halb Wohnkomplex
Von Christian Weth

Blumenthal. Bauen, bauen, bauen: Weil nirgendwo sonst in Bremen so viele Kitaplätze gefehlt haben wie in Blumenthal, setzte die Behörde mehr als andernorts auf eine Offensive. Inzwischen sind mehrere Tagesstätten dazugekommen und weitere in Planung. Wie ein Neubau an der Farger Straße. Das Millionenprojekt der Rhein Group Deutschland GmbH soll dabei noch eine andere Lücke schließen – bei Wohnungen.

Ursprünglich sah das Konzept des Investors anders aus: Auf dem 3500 Quadratmeter großen Grundstück sollten vorne neue Gruppenräume für Kita- sowie Hortkinder gebaut werden und dahinter mehrere Reihenhäuser. Doch das Bauamt hat sich dann doch umentschieden. Jetzt hat die Rhein Group alles in einem mehrgeschossigen Komplex vereint: unten Kindergarten, oben Wohnungen. Das Investitionsvolumen beziffert Projektentwickler Philip Nitzsche auf rund drei Millionen Euro.

Erst vor Kurzem hat der Planer der Rhein Group die überarbeitete Fassung des Vorhabens der Baubehörde vorgestellt. Nitzsche sagt, dass es dabei vor allem um die Lage des Gebäudes und der Parkplätze ging, aber auch um die Zahl der Etagen. Der Projektentwickler spricht von zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss. Von 90 Kita- und Krippenplätzen, aufgeteilt auf sechs Gruppen. Und davon, dass es fünf Wohnungen geben wird, von denen die kleinste etwa 40 und die größte rund 100 Quadratmeter misst.

Bei der Tagesstätte arbeitet der Investor mit einem Träger zusammen, mit dem er schon öfter zusammengearbeitet hat. Zum Beispiel in Hemelingen. Zum Beispiel in Vegesack. Wie dort ist auch in Blumenthal der Partner die Fröbel-Gruppe. Das Unternehmen gilt als Deutschlands größter überregionaler und gemeinnütziger Träger von Kindertagesstätten. Es kommt inzwischen auf 200 Kitas, Krippen und Horte in zehn Bundesländern. Nitzsche sagt, dass die Rhein Group seit Jahren mit Fröbel kooperiert.

Nach seiner Rechnung werden sich die Räume der Tagesstätte auf 1000 Quadratmeter verteilen. Der Projektplaner geht von 60 Kita- und 30 Krippenplätzen aus. Die Fläche der Wohnungen ist halb so groß wie die des Kindergartens. Laut Nitzsche ist das Vorhaben in Farge kein kleines, aber längst nicht das größte Vorhaben der Rhein Group. Beim Neubau in Vegesack beträgt die Nutzfläche etwa 2000 Quadratmeter. Auch dort baut der Investor nicht bloß eine Kita. Der Komplex an der Dobbheide ist zugleich Fitnessstudio.

Das Vegesacker Vorhaben ist weiter als das Blumenthaler. Nitzsche sagt, dass die Tagesstätte an der Dobbheide im nächsten Jahr fertig wird – und die an der Farger Straße im übernächsten. Läuft alles glatt, soll der Baustart in Blumenthal im Sommer sein. Damit rechnet nicht nur Projektplaner Nitzsche, sondern auch Ortsamtsleiter Oliver Fröhlich. Auf der letzten Sitzung des Stadtteilparlaments in diesem Jahr hat er die Fraktionen darüber informiert, dass die Tagesstätte nun kommen wird.

Laut Nitzsche laufen die Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer, dem Bauamt und der Bildungsbehörde über eine neue Kita in Farge seit zwei Jahren. Beim Projekt an der Dobbheide haben die Gespräche ebenfalls lange gedauert – länger, als es dem Ressort lieb war. Dass nun Vegesack und nicht mehr Blumenthal der Stadtteil im Bremer Norden ist, in dem das größte Betreuungsdefizit herrscht, begründet es nicht zuletzt mit Verzögerung bei der Bauplanung und beim Bauen.

Nach Angaben der Behörde fehlen in Vegesack mehr Angebote als vor einem Jahr, in Burglesum und Blumenthal dagegen weniger. Im ersten Fall kommt sie auf ein Minus von 182 Plätzen, im zweiten und dritten von 21 beziehungsweise 60 Plätzen.

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