Ochtum-Sanierung soll starten

Vier Millionen gegen Flughafen-Gift

Vier Millionen Euro hat der Flughafen zurückgelegt, um die mit Löschschaum-Gift verunreinigte Ochtum zu säubern. Womöglich wird diese Summe aber nicht ausreichen.
04.12.2019, 19:49
Lesedauer: 2 Min
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Vier Millionen gegen Flughafen-Gift
Von Frank Hethey
Vier Millionen gegen Flughafen-Gift

Mithilfe einer hydraulischen Sanierung soll das Ochtumwasser, das wegen einer Schadstoffbelastung durch Löschschaum belastet ist, gereinigt werden.

INGO MOELLERS

Es tut sich was in Sachen Löschschaum-Gift in der Ochtum: Die Ausschreibung für eine Anlage zur Grundwasserreinigung am Flughafen läuft, im Januar soll der Auftrag für vorerst fünf Jahre vergeben werden. Das teilte Flughafen-Projektleiter Carsten Bolte am Mittwoch in der städtischen Deputation für Klima, Umwelt, Landwirtschaft und Tierschutz mit. Um die Kontaminierung der Ochtum mit perfluorierten Chemikalien (PFC) in den Griff zu bekommen, hat der Flughafen eine Rücklage von insgesamt vier Millionen Euro gebildet, davon stehen jetzt 1,7 Millionen Euro zur Disposition.

Allerdings könnte sich der gesteckte Finanzrahmen als unzureichend erweisen. „Es ist die Möglichkeit gegeben, dass es noch teurer wird“, sagte Bolte. Mithilfe einer hydraulischen Sanierung soll das Ochtumwasser gereinigt werden, dabei kommen Drainagen zum Einsatz. Auf die Frage von Magnus Buhlert (FDP) und Arne Gottschalk (SPD), wann das Wasser wieder nutzbar sei, gibt es laut Verwaltung keine seriöse Antwort. „Wir wissen nicht, wie lange es dauert“, sagte Umweltstaatsrat Ronny Meyer (Grüne), es handele sich um einen sehr komplexen Prozess. Nach fünf Jahren soll eine erste Bilanz gezogen werden. „Dann müssen wir weitergucken“, so Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne).

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Gegen den Vorwurf von Frank Imhoff (CDU), die Öffentlichkeit sei nur unzureichend über den Stand der Dinge informiert worden, setzte sich Schaefer zur Wehr. Zum Beweis präsentierte ihr Ressort der Deputation eine lange Liste mit Daten zur Öffentlichkeitsarbeit. „Unser Ziel ist Transparenz und Sanierung“, so Schaefer. Unterdessen machte die staatliche Umweltdeputation den Weg frei für ein Förderprogramm zur Begrünung von Dächern, das jetzt wieder Privatleuten offen steht. In den vergangenen Jahren galt das Programm nur für Großwohnanlagen, laut Pressemitteilung der Grünen erwies es sich aber als „Rohrkrepierer“.

Für ein grünes Dach ab einer Fläche von zehn Quadratmetern können maximal 5000 Euro bei der Bremer Umweltberatung beantragt werden. Insgesamt stehen 84 000 Euro für diesen Zweck bereit. Als „hervorragend“ begrüßte auch CDU-Mann Imhoff den Vorstoß der Grünen, seine Partei stimmte aber nur der Begrünung von Dächern, der Entsiegelung von Flächen und der Nutzung von Regen- und Grauwasser zu, bei der Finanzierung enthielt sie sich.

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