Entwicklung der Bremer Innenstadt

CDU setzt auf eine grüne Fußgängerzone

Die Straßenbahn raus aus der Obernstraße, eine grüne Fußgängerzone oder ein Erlebnisspielplatz auf dem Domshof. So stellt sich die Bremer CDU-Fraktion die Innenstadt der Zukunft vor.
10.09.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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CDU setzt auf eine grüne Fußgängerzone
Von Pascal Faltermann
CDU setzt auf eine grüne Fußgängerzone

Der CDU-Plan für die Obernstraße: Statt der dort fahrenden Straßenbahn sollen Spielgeräte, Bänke und Bäume die Aufenthaltsqualität steigern.

Michael Swakowski/CDU-Bürgerschaftfsfraktion Bremen

Bäume, Blumeninseln und Sitzgelegenheiten statt Straßenbahn. Wenn es nach der Bremer CDU-Fraktion geht, weichen die Gleise aus der Obernstraße. Das ist einer der Punkte des Positionspapiers zur Entwicklung der Innenstadt, das Heiko Strohmann, Sprecher für Stadtentwicklung und Wirtschaft, und CDU-Landeschef Carsten Meyer-Heder am Mittwoch vorgestellt haben. Lebendig und grün soll die City werden, mit besseren Laufwegen, mehr Wohnraum oder einer Verbindung des Marktplatzes zur Schlachte. Insgesamt sechs übergeordnete Themen enthält das Papier, das eine Fortschreibung der CDU-Konzepte von 2012 und 2015 ist.

Die Probleme sind bekannt: Die Innenstadt hat zunehmend mit Leerständen zu kämpfen, Plätze und Seitengassen sind verwaist (wir berichteten). „Die Besucher laufen in viele tote und dunkle Ecken, sie werden nicht durch die Stadt geleitet, es gibt kaum Aufenthaltsqualität“, sagt Strohmann. Einkaufszentren und andere Städte hätten einen Rundlauf, wodurch die Menschen geleitet werden. Das fehle in Bremen. Aus diesem Grund schlägt Strohmann vor, die Knochenhauer- und die Carl-Ronning-Straße zur grünen Fußgängerzone umzugestalten, sobald das Parkhaus Mitte abgerissen ist. Da man dann die Durchfahrtsstraßen nicht mehr benötige, könnten sich neue Laufwege ergeben. Eine Idee, die die CDU bereits 2012 gehabt und dafür viel Kritik eingesteckt habe, so Strohmann.

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Wichtig für die City-Entwicklung sei der Rückbau der Martinistraße, um Fahrradrouten und Flaniermeilen zu ermöglichen, und die Barrierewirkung zur Schlachte aufzuheben, sagt Strohmann. Zudem müsse der Domshof umgestaltet werden, der derzeit den Charme der 90er habe. Die CDU-Vorstellung: ein Erlebnisspielplatz für Kinder, teilmobile Marktstände, ein flexibles Raumkonzept, saisonale Veranstaltungen, Bänke und Hochbeete. Der Wallring um den Stadtkern herum soll, wie von Bremen geplant, für den Autoverkehr einspurig werden, laut der CDU soll der zweispurige Fahrradweg aber zwischen Bürgersteig und Autos entlanglaufen.

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Dass die Straßenbahn aus der Obernstraße verschwinden soll, sei ein langfristiges Projekt, sagt Strohmann. Wegfallen sollen zudem die Gebühren für den öffentlichen Nahverkehr im Innenstadtkern. Das Parkhaus im Katharinenklosterhof soll ausschließlich für Anwohner, Dauermieter und Nutzer von Car-Sharing-Angeboten erreichbar sein. Alle anderen Parkhäuser sollen bestehen bleiben, damit es genügend Parkmöglichkeiten gibt. Für die Prozesse brauche es zudem einen zentralen Ansprechpartner. Aus den anstehenden Baustellen sollen übrigens Attraktionen werden, die von der mobilen Aussichtsplattform „City Skyliner“, die nach Bremen geholt werden müsste, betrachtet werden können.

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Einen anderen Punkt spricht Meyer-Heder an. Er will eine bessere Haltung gegenüber Investoren, die das Geld mitbringen, welches man zur Umgestaltung der Innenstadt brauche. „Wir müssen auch verstehen, dass Investoren langfristig Geld verdienen wollen“, sagt Meyer-Heder.

Der Senat hatte ein Aktionsprogramm aufgelegt, um die Innenstadt zu beleben. Eine Vielzahl von Projekten kosten demnach insgesamt gut 13,2 Millionen Euro. „Ein großer Teil der CDU-Vorschläge ist deckungsgleich mit denen des Senats“, sagt SPD-Politiker Falk Wagner. Es gibt also einen Konsens.

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