Forderung einer Preisanpassung

Beiräte unterstützen Schwimmfeste in Bremen-Nord

Die Schwimmvereine im Bremer Norden haben ihre Wettbewerbe früher im Fritz-Piaskowski-Bad in Vegesack ausgetragen. Inzwischen gehen sie wegen der Kosten ins Umland. Das will der Regionalausschuss ändern.
13.02.2020, 22:17
Lesedauer: 3 Min
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Beiräte unterstützen Schwimmfeste in Bremen-Nord
Von Aljoscha-Marcello Dohme

Über viele Jahre hinweg war das Fritz-Piaskowski-Bad in Vegesack Austragungsort internationaler Schwimmfeste. Mittlerweile finden die Wettbewerbe nicht mehr im Bremer Norden statt, sondern im Umland, weil die Bäder dort deutlich günstiger genutzt werden können, wie die Schwimmvereine kritisieren. „Es kann nicht sein, dass solche Schwimmfeste außerhalb Bremens stattfinden müssen“, findet Vegesacks Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt. Deshalb hat sich der Regionalausschuss Bremen-Nord während seiner zweiten Sitzung in dieser Wahlperiode am Mittwochabend mit diesem Thema beschäftigt.

„Wir wollen, dass die Bremer Bäder einen Großteil ihrer Ausgaben durch Eigeneinnahmen decken. Aus diesem Grund müssen realistische Preise verlangt werden. Damit das für Vereine, insbesondere im Training machbar ist, bekommt der Landesschwimmverband einen Zuschuss vom Sportamt, um das zu subventionieren“, erklärte Sozial-Staatsrat Jan Fries den Mitgliedern des Gremiums sowie Vertretern der Nordbremer Schwimmvereine bei der Sitzung im Ortsamt Vegesack.

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Gleichzeitig informierte er darüber, dass der Landesschwimmverband die Grundlage der Bezuschussung in den Jahren 2016 und 2017 geändert habe. „Statt fünf Stunden pro Tag werden nur noch fünf Stunden pro Veranstaltung gefördert, wodurch sich der Zuschuss für beispielsweise zweitägige Schwimmfeste durch den Landesschwimmverband halbiert hat“, sagte Fries. „Darauf ist ein Großteil der Mehrbelastung für die Vereine zurückzuführen und nicht durch einen drastischen Preissprung bei den Bremer Bädern.“

Martina Baden, Geschäftsführerin der Bremer Bäder, betonte, dass die Bädergesellschaft ein Interesse an den internationalen Schwimmfesten habe. „Das ist eine tolle Veranstaltung und wir freuen uns über jede Veranstaltung, die in unseren Bädern stattfinden“, sagte Baden. Außerdem verwies sie darauf, dass sich die Preise in den vergangenen zwei Jahren nicht erhöht hätten. „Insofern können wir darüber verhandeln, wie wir an diesen Tagen für alle den Aufwand geringer halten, vielleicht auch dadurch Zeiten eingespart werden können“, so Baden.

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Uwe Schnibben, Vorsitzender des Blumenthaler Turnvereins, kritisierte, dass sich der Abrechnungsmodus geändert habe. So werde nun etwa für den Auf- und Abbau pro Veranstaltungstag eine Pauschale berechnet. „Das hat es früher nicht gegeben. Das macht mal eben über den Daumen gepeilt 900 Euro“, rechnet Schnibben vor. Insgesamt koste ein zweitägiges Schwimmfest im Freizeitbad Vegesack den Verein fast 10 000 Euro.

Die Einnahmen bei derartigen Wettbewerben lägen zwischen 5000 und 6000 Euro, generiert durch die Meldegebühren, berichtete Harald Schützek, sportlicher Leiter bei der Schwimmabteilung der Sportgemeinschaft Aumund-Vegesack. „Wir können nicht die ganzen Meldegelder allein dafür ausgeben, dass wir eine Wasserfläche haben, während andere Bäder in der Region vollkommen andere Preissätze veranschlagen, als wir es derzeit hier in Bremen-Nord haben.“

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Außerdem seien die Schwimmfeste ein enormer Wirtschaftsfaktor für den Bremer Norden. „Wir reden hier über 500 bis 600 Übernachtungen, weil die Vereine teilweise bereits am Mittwoch ankommen und erst am Sonntag oder am Montag wieder abreisen“, sagte Schützek. Hinzu komme, dass die Sportler im Stadtteil essen gehen. „Hier wird an einem Wochenende von sehr vielen Leuten in Bremen-Nord Geld gelassen, weil sie nicht die Zeit haben, in die Stadt zu fahren“, betonte er.

Martina Baden und Jan Fries können die Rechnung der Schwimmvereine nicht nachvollziehen. „Nach unserer Kalkulation sind wir eher bei 5000 als bei 9000 Euro. Das ist eine große Differenz“, befand Fries. „Ich kann das nur bestätigen und gehe davon aus, dass wir bei den Zahlen landen, die wir 2018 hatten. Da waren wir sogar noch unter den 5000 Euro“, sagte Baden. „Ich bin sehr zuversichtlich, wenn ich höre, dass die Schwimmvereine von so hohen Zahlen ausgehen und wir von deutlich niedrigeren, dass wir dann einen guten Kompromiss finden.“

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Die Möglichkeit dazu gibt es nach den Worten von Martina Baden und Jan Fries am 28. Februar. Dann soll ein Gespräch zwischen den ausrichtenden Schwimmvereinen, dem Landesschwimmverband Bremen sowie den Bremer Bädern stattfinden, um die strittigen Punkte zu klären. Ungeachtet davon haben die Mitglieder des Regionalausschusses Bremen-Nord sich einstimmig darauf verständigt, dass die Aussagen des Sportressorts, die Schwimmfeste langfristig im Bremen halten zu wollen, zu begrüßen sind.

Gleiches gilt für die Bemühungen der Bremer Bäder, die Schwimmfeste wieder in Vegesack stattfinden zu lassen. Außerdem fordert das Gremium die Bädergesellschaft dazu auf, die Preise angemessen anzupassen, damit die Schwimmfeste in Vegesack gehalten werden können. Schließlich sei die Veranstaltung wichtig für den Sport, das soziale Gefüge sowie für die Wirtschaft in Bremen-Nord.

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