Beirat Osterholz fordert Geld Straßenbahnausbau nicht ohne Bundesmittel

Noch gibt es keine konkreten Planungen für eine Verlängerung der Straßenbahnlinie über das Depot Sebaldsbrück zum Weserpark. Aber die BSAG und das Bauressort halten das Projekt weiter am Leben.
01.06.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Hasemann

Noch gibt es keine konkreten Planungen für eine Verlängerung der Straßenbahnlinie über das Depot Sebaldsbrück zum Weserpark. Aber die BSAG und das Bauressort halten das Projekt weiter am Leben.

Es gibt noch keine konkreten Planungen für eine Verlängerung der Straßenbahnlinie über das Depot Sebaldsbrück entlang der Osterholzer Heerstraße zum Weserpark, aber die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) und das Bauressort halten das Projekt weiter am Leben – so lässt sich der Sachstand zusammenfassen, den Vertreter aus dem Unternehmen und der Behörde dem Beirat Osterholz auf seiner jüngsten Sitzung präsentierten.

„Es gibt keine aktuelle Planung, eine Realisierung ist also eher langfristig zu erwarten“, erklärte Guido Becker, Referatsleiter für strategische Verkehrsentwicklung beim Senator für Bau und Umwelt. Zuletzt habe die Behörde das Projekt der Straßenbahnverlängerung über Osterholz hin zum Weserpark bei der Aufstellung des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) 2025 intern bearbeitet. „Mit dem Ergebnis, dass das Projekt weiter betrachtungswürdig ist“, sagt Becker.

Auch die BSAG hält weiter an den langfristigen Planungen fest. Markus Hallenkamp, Verkehrsplaner bei der BSAG: „Das Ganze befindet sich in der Tat in einer sehr frühen Planung.“ Das Projekt sei 2011 zunächst ausgeschieden – der Kosten-Nutzen-Faktor habe sich in dem Zeitpunkt zum Schlechteren verändert. Dieser Faktor beeinflusst eine Förderung durch den Bund.

Und ohne diese Förderung sind die Kosten für das Land Bremen und das Unternehmen nicht zu stemmen. Ein Straßenbahnkilometer kostet rund zehn Millionen Euro. Das macht für die geplanten 4,2 Kilometer also 42 Millionen Euro. „Dazu kommen die Kosten für die Brücke am Mercedes-Werk“, so Markus Hollenkamp.

Kosten sind immens

Verbunden mit der Verlängerung der Straßenbahntrasse ist auch die Verbindung der Linie 3 vom Weserwehr über die Malerstraße an den Straßenbahnlinienverlauf der Linien 2 und 10. „Da gibt es eine noch nicht finalisierte Machbarkeitsstudie.“ Beides zusammen würde aus Sicht der BSAG Sinn machen.

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Denn so könnte die Linie 3 die Linie 10 auf der Strecke zum Weserpark verstärken. Allerdings: Die Kosten für den Ausbau entlang der Malerstraße sind immens. Für die 500 Meter geht Markus Hollenkamp von geschätzten zehn Millionen Euro aus. „Das ist sehr teuer, weil wir da drei große Kreuzungen haben und die Fernwärmeleitungen.“

Sollte der Ausbau kommen, würde sich auch an der Breite der Osterholzer Heerstraße etwas ändern. Auf fast 30 Meter könnte sich der Verkehrsweg bei je zwei Fahrstreifen für Autos, Straßenbahntrasse und für Rad- und Gehweg auswachsen. Beiratssprecher Wolfgang Haase (SPD) betonte die Bedeutung der geplanten Strecke für den Stadtteil. „Es wäre ein Riesengewinn mit der Linie und einem zeitgemäßen Ausbau der Strecken und Kreuzungen auf der Osterholzer Heerstraße.“

Können Mittel auf Osterholz umgelenkt werden?

Horst Massmann (SPD) ergänzte: „Wir müssen sehen, dass das Ding wieder Fahrt aufnimmt.“ Er verwies außerdem auf die Bautätigkeiten im Bereich des Ehlersdamms und die kommende Ansiedlung des Möbelhauses Höffner am Weserpark, die den Bedarf noch erhöhen würden. Er wollte außerdem mit Blick auf Huchting, wo es heftigen Widerstand gegen den Ausbau der Straßenbahnstrecke gibt, wissen, ob Mittel nicht nach Osterholz umgelenkt werden könnten.

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„Zuerst freut es mich, eine positive Rückmeldung zu bekommen, da sieht es in Huchting ganz anders aus, wenn es dorthin geht“, sagte Guido Becker. Allerdings seien die Planungen in Huchting weit vorangeschritten. „Wir haben nahezu Planungsrecht und es wurde viel Geld ausgegeben.“ In Osterholz gebe es bis auf das erste Teilstück bis Mercedes keinerlei Planungen. Auf bis zu eine Million Euro schätzt er allein den Bedarf, um überhaupt die Planungen zu vervollständigen. „Und genau dieses Geld ist bisher nicht in den Haushalt eingestellt.“

Der Beirat Osterholz fordert in einem von allen Parteien getragenen Beschluss genau das: die Hinterlegung der Planungskosten für den Ausbau der Straßenbahn von Sebaldsbrück über Osterholz zum Weserpark in den kommenden Doppelhaushalt. Damit sendet der Beirat ein klares Signal: In Osterholz ist die Straßenbahn erwünscht – im Gegensatz zu anderen Stadtteilen.

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