Internationaler Raumfahrtkongress

Von Bremen live zur ISS - so können Sie dabei sein

Eine Live-Schaltung zu Alexander Gerst in der Internationalen Raumstation (ISS) steht auf dem Programm, wenn der Internationale Raumfahrtkongress am 3. Oktober die Öffentlichkeit willkommen heißt.
29.09.2018, 18:29
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Rabba Olga Gala
Von Bremen live zur ISS - so können Sie dabei sein

Anfang September gab es in der Technischen Universität Berlin eine Live-Schaltung zu Alexander Gerst. Am "Public Day" des IAC wird "Astro-Alex" mit den Kongress-Besuchern in Bremen sprechen.

Arne Immanuel Bänsch/dpa

Rund 4500 Fachleute aus aller Welt werden zum International Astronautical Congress (IAC) erwartet, der vom 1. bis 5. Oktober in den Bremer Messehallen an der Bürgerweide stattfindet. Am Tag der Deutschen Einheit, Mittwoch, 3. Oktober, ist dabei auch die interessierte Öffentlichkeit eingeladen. Für sie wurde ein abwechslungsreiches Programm organisiert. Einer der Höhepunkte ist eine Live-Schaltung zur Internationalen Raumstation (ISS). Dort wird Alexander Gerst - „Astro-Alex“ - Gesprächspartner sein.

Das Jahr 2018 steht in Bremen bereits seit Beginn ganz im Zeichen des Raumfahrtkongresses. Unter dem Motto „Sternstunden 2018“ wurden mehr als 100 Veranstaltungen rund um die weite Welt der Raumfahrt und Bremen als wichtigem Standort der europäischen Luft- und Raumfahrt organisiert.

Bremen zum zweiten Mal Gastgeber

Im vergangenen Jahr hat die IAC-Generalversammlung Bremen den Zuschlag als Austragungsort für den IAC 2018 erteilt. Die Hansestadt setzte sich dabei gegen Bewerbungen aus Wien und Punta del Este in Uruguay durch. Schon 2003 war Bremen Gastgeber des weltgrößten Weltraumkongresses.

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Luft- und Raumfahrt hat in Bremen Tradition. Gemessen an den Einwohnern hat Bremen deutschlandweit die meisten Beschäftigten in der Luft- und Raumfahrt. Jährlich werden laut der Wirtschaftsförderung Bremen GmbH (WFB) vier Milliarden Euro erwirtschaftet. Zahlreiche Unternehmen der Branche haben in der Hansestadt eine Niederlassung wie etwa die Airbus Group oder OHB. Aus Bremen stammen die Ariane-Oberstufe und das Satellitennavigationssystem Galileo. Auch der europäische Beitrag zur ISS, das Columbus-Modul, wurde in Bremen zusammengesetzt.

Zwei Ausstellungen

Vier Kongresstage gehören allein den Experten, mittendrin können sich am Mittwoch, 3. Oktober, auch interessierte Gäste ab zwölf Uhr die Fachausstellung in der Messehalle 5 ansehen. Dort stellen sich Raumfahrt-Unternehmen und -Agenturen vor. Neben der Nasa präsentiert sich auf dem „Team-Germany-Boulevard“ die deutsche und Bremer Raumfahrtszene. Darunter das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (Zarm) der Universität als örtlicher Veranstalter des Kongresses sowie bekannte Firmen wie OHB, Airbus, ArianeGroup und MT Aerospace. Die private Internationale Space University und die Universität Bremen informieren zudem über neue Masterstudiengänge zu Weltraumwissenschaften.

Auch eine Ausstellung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter dem Motto „ALL.täglich“ ist Teil des Kongresses. Sie informiert über Ergebnisse aus der Raumfahrt und Raumfahrtforschung mit direktem Nutzen für den Alltag auf der Erde. Zahlreiche Satelliten zum Beispiel ermöglichen heute unter anderem eine genaue Navigation und Wetterprognosen. Weltraummissionen trugen und tragen auch dazu bei, unseren Planeten aus ganz anderer Perspektive zu sehen und den Wissenshorizont der Menschheit zu erweitern.

Diskussion über Sicherheit im Orbit

Stichwort Satelliten: Im engeren und weiteren Erdorbit ist schon sehr viel los. Auch Weltraumschrott hat sich dort jede Menge angesammelt, seit die Menschheit ins All aufgebrochen ist. Rund 750.000 Objekte, die größer als ein Zentimeter sind, sollen bereits um den Planeten kreisen. Für Weltraummissionen stellen sie durchaus eine Gefahr dar. Um die Sicherheit im Weltraum dreht sich deshalb eine Podiumsdiskussion, die am „Public Day“ um 13.30 Uhr beginnt. Auch um die Frage, wie drohende Einschläge von Asteroiden oder Kometen auf der Erde frühzeitig erkannt und verhindert werden können, geht es dabei.

Der Veranstalter weist darauf hin, dass die Kongress-Sprache auch am "Public Day" Englisch ist.

Ein Modell der Ariane 6-Rakete wirbt auf der Bürgerweide für den Internationalen Raumfahrtkongress.

Ein Modell der Ariane 6-Rakete wirbt auf der Bürgerweide für den Internationalen Raumfahrtkongress.

Foto: Michael Rabba

Astronauten beantworten Fragen

Gegen 14.30 Uhr steht eine Live-Schaltung zur Internationalen Raumstation ISS auf dem Programm. Gesprächspartner an Bord ist Alexander Gerst, der erste Kommandeur in der 20-jährigen Geschichte der Raumstation. Gerst ist am 6. Juni zum zweiten Mal zur ISS geflogen. 65 europäische Experimente, 41 davon unterstützt vom DLR, stehen unter anderem auf dem Arbeitsplan von „Astro Alex“, der auch mit seinen aus ISS aufgenommenen Fotografien der Erde immer wieder zu beeindrucken weiß.

Die Besucher können am „Public Day“ zudem weitere Astronautinnen und Astronauten kennenlernen, die in Bremen zu Gast sind und über ihre Erlebnisse im Weltraum berichten. Gegen 14.45 Uhr stehen sie auch für Fragen zur Verfügung.

Der Eintritt zum IAC ist am Tag der Öffentlichkeit kostenlos. Nähere Informationen zum Kongress gibt es hier.

Informationen über die Angebote unter dem Motto „Sternstunden 2018“ gibt es hier.

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