Räumdienste in Alarmbereitschaft

Wie sich die Region gegen Schnee und Eis rüstet

Der Winter kehrt am Wochenende wohl mit Wucht nach Norddeutschland zurück. Die Meteorologen erwarten Dauerfrost und viel Schnee. Die Räumdienste in Bremen und der Region sehen sich dafür gut gerüstet.
04.02.2021, 20:59
Lesedauer: 3 Min
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Wie sich die Region gegen Schnee und Eis rüstet
Von Pascal Faltermann
Wie sich die Region gegen Schnee und Eis rüstet

Die Meteorologen warnen vor starkem Schneefall. Nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) werden voraussichtlich Niedersachsen und Bremen am stärksten betroffen sein.

OWEN HUMPHREYS

Dem Norden steht am Wochenende wahrscheinlich ein heftiger Wintereinbruch bevor. Die Meteorologen erwarten Dauerfrost, jede Menge Schnee und Verwehungen durch stürmischen Wind. Nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) werden Niedersachsen und Bremen am stärksten betroffen sein. Die Streu- und Räumdienste in Bremen und der Region bereiten sich auf einen Kraftakt vor. Zwischen Bremen und der Lüneburger Heide könnten am Sonntag bis zu 20 bis 30 Zentimeter Schnee fallen, sagt DWD-Meteorologin Franka Nawrath.

„Die Salzlager sind gut gefüllt, die Schneefräsen und Fahrzeuge überprüft, die Schichtpläne angepasst“, sagt Patrick Amrhein, Sprecher der Autobahn GmbH, deren Außenstellen in Verden und Oldenburg für die Autobahnen im Umland und in Bremen zuständig sind. In der Hansestadt bereiten sich die Mitarbeiter des Winterdienstes der Bremer Stadtreinigung (DBS) auf verschneite und glatte Straßen vor. „Es ist alles alarmiert, was geht. Alle Fahrzeuge, die wir dahaben, werden im Einsatz sein“, sagt DBS-Sprecherin Antje von Horn.

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Das Entsorgungsunternehmen werde mit 30 großen und 50 kleinen Streufahrzeugen unterwegs sein. „Rund 200 Mitarbeitende stehen für die Räumung und Streuung bereit“, sagt von Horn. Lediglich zwischen 22 und 1 Uhr nachts gelte in Bremen keine Streupflicht. In Bremen-Nord ist der Winterdienst laut DBS über externe Dienstleister 24 Stunden in Bereitschaft, auch auf den Strecken der BSAG. Im Notfall könnten zusätzlich Fahrzeuge und Personal des Umweltbetriebs geordert werden.

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Schneeräumung hat auf Bus- und Straßenbahnstrecken Priorität

Die Strecken mit Bus- und Straßenbahnverkehr haben laut einer Liste Priorität und werden als Erstes vom Schnee befreit. Neben den Strecken des öffentlichen Nahverkehrs haben Brücken, Hauptstraßen, Ampelanlagen, Kreuzungen und einige Plätze Vorrang. Auf den Nebenstraßen werde laut DBS hingegen nur auf Zuruf von Polizei und Feuerwehr gestreut.

Kritik an den Prioritäten äußert Grünen- Politiker Ralph Saxe. Auf Hauptrouten des Fuß- und Radverkehrs habe nach dem vergangenen Wochenende mehrere Tage lang noch Schnee gelegen. So sei beispielsweise die Rad-Premiumroute (Rembertistraße, Parkallee, Wachmannstraße) nicht frei gewesen. „Es muss gleichrangig geräumt werden und nicht von der Autofahrbahn auf den Radweg“, so Saxe. Es dürfe kein Ungleichgewicht zulasten der Fußgänger und Radfahrer geben.

Bei starkem Wintereinbruch steht laut der DBS genügend Streumittel zur Verfügung. Neben den Salzlagern in Bremen-Nord und in der Juiststraße gebe es im Hafengebiet ein großes Außenlager, und vier Silos seien mit je 45 Kubikmeter Sand gefüllt, sagt von Horn. Das war nicht immer so: 2010 ging Bremen das Streusalz aus. Der damalige Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) machte den Winterdienst daraufhin zur Chefsache.

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Stadt Bassum wartet bisher vergeblich auf Streusalz

In Lilienthal haben Vertreter der Gemeindeverwaltung, des Baubetriebshofs und der Feuerwehr eine Task Force mit einem Bereitschaftsdienst eingerichtet, um sich für die kommenden Tage abzustimmen. Streusalz sei ausreichend vorhanden, hieß es aus dem Rathaus. Ähnlich gut aufgestellt sei die Gemeinde Worpswede, versichert Bürgermeister Stefan Schwenke. Darüber hinaus habe man bereits mit Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) gesprochen, um im Katastrophenfall reagieren zu können.

Gut vorbereitet sehen sich die Vertreter der Kreisstraßenmeisterei im Landkreis ­Osterholz, das Team des Achimer Bauhofs oder der Straßenmeisterei Oyten. Sie betonen übereinstimmend, dass alle Mitarbeiter, Fahrzeuge und Geräte durchgängig im Einsatz sein werden. Von einem gut gefüllten Salz-Vorratslager spricht Horst Dietz, Chef der Autobahnmeisterei Wildeshausen. Er ist für 40 Kilometer der Autobahn 1 zwischen den Dreiecken Ahlhorn und Stuhr zuständig. Hinzu kommen Teile der A 29 und A 28 sowie die Dreiecke Stuhr und Delmenhorst. „Der Winterdienst arbeitet in einem 24-Stunden-Betrieb“, sagt Dietz.

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Auch für den Dienst auf Kreis-, Landes- und Bundesstraßen in Stuhr, Bassum, Twistringen und Schwaförden bis Sulingen werden Vorkehrungen getroffen. „Wir sind fleißig am Aufstocken“, sagt Sonja Stuwe, Leiterin der Straßenmeisterei Bassum mit Blick auf das Salzlager. 80 Prozent der Lagerkapazität, 500 Tonnen, stehen zur Verfügung. Anders sieht es in Bassum aus. Die Stadt habe Nachschub bestellt, aber weder eine Auftragsbestätigung noch eine Lieferung bekommen, teilt Bauhofleiter Klaus Ehlers mit. „Das wird ein Problem werden“, so Ehlers.

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