Bilanz 2018 Weniger Gewerbeflächen in Bremen vermarktet

Die Zahl der erschlossenen Grundstücke für mögliche Ansiedlungen in Bremen ist 2018 deutlich gesunken. Die Wirtschaftsförderung zieht dennoch eine positive Bilanz. Die CDU kritisiert den Senat.
04.04.2019, 17:51
Lesedauer: 2 Min
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Von Ilias Subjanto

Die Zahl der neu vermarkteten Gewerbeflächen in der Stadt Bremen ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Veräußerte die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) 2017 noch 56,9 Hektar, waren es 2018 lediglich 32,2 Hektar. Eine ähnliche Tendenz ist auch bei der Erschließung von Gewerbeflächen festzustellen: Diese ist von 59,4 Hektar auf 16,3 Hektar gesunken. Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) präsentierte diese Zahlen am Donnerstag.

Günthner erklärt den Rückgang mit der Ansiedlung von Unternehmen der Automobil-Zulieferindustrie, die 2017 für einen Erschließungsrekord gesorgt habe. Auch wenn sich dieser Trend nicht fortgesetzt hat, zieht Andreas Heyer, Geschäftsführer der WFB, eine erfolgreiche Bilanz für die Jahre 2015 bis 2018. Allein durch die Vermarktung von Gewerbeflächen seien in den vergangenen vier Jahren in Bremen rund 9900 Arbeitsplätze gesichert worden und über 3300 neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse durch die Mitwirkung der Wirtschaftsförderung entstanden. Außerdem seien in diesem Zeitraum privatwirtschaftliche Investitionen von mehr als 766 Millionen Euro für den Wirtschaftsstandort Bremen ausgelöst worden. Am meisten sei in der Überseestadt investiert worden, aber auch das Güterverkehrszentrum (GVZ), der Bremer Technologiepark und der Bremer Industrie-Park hätten gut abgeschnitten. Für 2019 gibt Heyer das Ziel aus, 30 Hektar zu vermarkten und Investitionen in Höhe von 100 Mio. Euro zu generieren.

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Dass inzwischen seit längerer Zeit im GVZ eine 140.000 Quadratmeter große Fläche für den Autohersteller Borgward vorgehalten wird, ohne dass etwas passiert, finden Günthner und Heyer unproblematisch. Die Fläche sei noch bis Mitte 2019 für das Unternehmen reserviert, und es gebe derzeit auch keine anderen Interessenten für das Grundstück, so WFB-Chef Heyer. Er sehe jedoch „keine Schwierigkeit“ darin, neue Investoren zu finden, falls eine Ansiedlung Borgwards in Bremen platzen sollte. Günthner gab sich angesichts der ausgedehnten Reservierung ebenfalls gelassen und bezeichnet sie als „ganz normalen Vorgang“. Hätte er darauf verzichtet, würde die Opposition dies als „fahrlässig“ bezeichnen.

Der CDU-Fraktionssprecher für Wirtschaft und Arbeit, Jörg Kastendiek, kritisierte die Bilanz der WFB. Nach wie vor stünden viel zu wenig Gewerbeflächen zur Verfügung. „Es gibt kein Angebot für großflächige Ansiedlungen“, sagte der Bremer CDU-Landeschef. Ebenfalls stört ihn, dass die Flächenentwicklung für 2020/21 noch vollkommen unfinanziert sei. Die FDP-Fraktionsvorsitzende Lencke Steiner moniert die Vorgehensweise der WFB, Gebiete grundsätzlich nur nachfrageorientiert zu erschließen: Ohne genügend bereits erschlossene Gewerbeflächen könnten Interessenten nicht kurzfristig bedient werden. Steiner kann sich vorstellen, im Bremer Stadtgebiet langfristig auch Kleingartengebiete in Gewerbeflächen umzuwandeln.

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