Umweltfreundlicher Genuss

Weniger Plastik in Bremer Betriebskantinen

Viele Firmen haben Kantinen, aber gern nehmen Mitarbeiter mal einen Salat mit an den Schreibtisch oder holen einen Kaffee. Oft entsteht Plastikmüll. Wie auch Bremer Unternehmen versuchen, das zu vermeiden.
03.01.2019, 16:56
Lesedauer: 2 Min
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Von David Schwarz und Stefan Lakeband
Weniger Plastik in Bremer Betriebskantinen

Viele Unternehmen sind dabei, Einweg-Plastik aus ihren Kantinen zu verbannen.

Hauke-Christian Dittrich/dpa

Weniger Kaffeebecher, Strohhalme und Salatschalen aus Plastik: Große Unternehmen in Deutschland verzichten auf Einweg-Behältnisse in ihren Kantinen und Kaffeeküchen. So ersetzt der Telekommunikationskonzern Vodafone nach eigenen Angaben an all seinen Standorten hierzulande Kunststoff-Wegwerfprodukte wie Trinkbecher, Deckel, Rührstäbchen oder Strohhalme durch plastikfreie Alternativen. Auch bei Bremer Unternehmen ist die plastikfreie Kantine mittlerweile ein Thema.

Aus reinem Gutmenschentum machen viele Firmen das aber nicht, vielmehr folgen sie einem gesellschaftlichen Trend zu mehr Nachhaltigkeit. Außerdem kommen sie einem EU-Verbot zuvor, das voraussichtlich 2021 in Kraft treten wird und bestimmtes Einweg-Plastikgeschirr aus dem Handel und der Gastronomie verbannt. Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßte die Bemühungen der Wirtschaft, forderte die Firma aber zu weiteren Schritten auf.

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Besonders bei den umstrittenen Bechern für Kaffee zum Mitnehmen samt Plastikdeckeln gibt es den Unternehmen zufolge Fortschritte. Siemens und die Allianz verzichten in ihren Betriebsrestaurants komplett auf solche Becher. Damit spare man mehr als 700 000 Einweg-Kaffeebecher pro Jahr, sagte Stefan Burghart, Gastronomie-Chef der Allianz in München. Am Hauptsitz des Bremer Energieversorgers SWB in der in der Theodor-Heuss-Allee gebe es in der Kantine zwar noch Einwegbecher mit Deckel, die meisten Kollegen nähmen ihren Kaffee nach dem Mittagessen aber in einer Tasse mit in ihre Büros, sagt SWB-Sprecherin Angela Dittmer. Vergangenes Jahr gab es zudem eine Aktion, bei der Mitarbeiter günstig einen Mehrwegbecher aus Bambus kaufen konnten.

Die Deutschland-Zentrale von Vodafone in Düsseldorf kommt dagegen inzwischen ganz ohne Einweg-Plastik aus, die weiteren Standorte sollen bald folgen. „Die Plastikartikel werden entweder ersatzlos aus dem Sortiment genommen oder durch wiederverwertbare Materialien wie Bambus oder Holz ersetzt“, sagt ein Vodafone-Sprecher. Man werde im Jahr etwa 15 Tonnen weniger Plastikmüll verursachen als zuvor. Auf dem gleichen Weg befindet sich auch SJS Catering und Management aus Bremen. Das Unternehmen verkauft täglich bis zu 2800 Essen und betreibt unter anderem die Kantinen Bel Etage am Brill, im Briefzentrum am Flughafen und im St. Joseph Stift. „Bis Mitte des Jahres wollen wir ohne Plastik auskommen“, sagt Geschäftsbereichsleiter Uwe Dwinger. Auf Strohhalme verzichte man schon. Demnächst folge ein Gespräch mit einem Lieferanten über Verpackungsalternativen – etwa aus Pappe, Palmenblättern oder Bagasse. In vielen Kitas habe man den Kindern zusätzlich auch eine Mehrwegdose geschenkt, damit sie Obst von daheim mitnehmen können, ohne es nochmal extra verpacken zu müssen.

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Dr. Oetker und Siemens verzichten bei der Vor-Ort-Verpflegung laut Angaben ebenfalls auf zahlreiche Einwegprodukte. Der Pay-TV-Sender Sky will bis 2020 Einwegplastik ganz aus seinen Produkten und Geschäftsprozessen entfernen. Bereits 2018 habe man knapp vier Tonnen Plastik eingespart, den Großteil in Kantinen. Einige Einweg-Produkte könne man aber bisher nicht ersetzen, hieß es von verschiedenen Unternehmen – weil das Angebot an plastikfreien Produkten fehle oder wegen hygienischer Vorschriften.

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