Zwischennutzung am Güterbahnhof Zuckerwerk könnte ins Papageienhaus ziehen

Die Grünen setzen sich dafür ein, dass das Kulturnetzwerk Zucker für einige Jahre ins Papageienhaus einzieht und dort ein Kulturzentrum einrichtet. Die SPD hat jedoch andere Pläne für das Gebäude.
02.11.2017, 17:01
Lesedauer: 2 Min
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Zuckerwerk könnte ins Papageienhaus ziehen
Von Sara Sundermann

Das Kulturnetzwerk Zuckerwerk soll in das Papageienhaus in der Nähe des Güterbahnhofs ziehen. Dafür setzen sich die Bremer Grünen auf Initiative ihrer Landesvorsitzenden Kai Wargalla ein. „Die Lage ist optimal, es gibt keine unmittelbar benachbarte Wohnbebauung, auf der einen Seite fährt der Zug, auf der anderen die Autos“, sagt Wargalla.

Langfristig solle das Zuckerwerk – wie politisch gewollt und beschlossen – in den Hochbunker an der Hans-Böckler-Straße in der Überseestadt einziehen. Dafür hatte der Verein zuvor bereits viele Spenden von Unterstützern bekommen, um den Kauf und Umbau des Bunkers zu einem großen Kulturclub zu finanzieren.

Papageienhaus hat 4000 Quadratmeter

Doch bis das Wirklichkeit werden könnte, können noch Jahre vergehen. Für die Zeit bis dahin stellt sich Wargalla eine langfristige Zwischennutzung des Papageienhauses durch das Zucker vor. Sie spricht von einem Zeitraum von drei bis zehn Jahren. Eine Begehung des Gebäudes mit Vertretern des Zuckers, der Zwischenzeitzentrale, des Finanzressorts und der Inneren Mission habe es bereits gegeben.

Das Papageienhaus heißt eigentlich Jakobushaus, hat eine bunte, auffällig gestaffelte Fassade und steht zwischen der riesigen Gleishalle des Güterbahnhofs und dem Autobahnzubringer, der vom Breitenweg nach Westen führt. Das rund 4000 Quadratmeter große Gebäude steht seit zwei Jahren leer. Bis 2015 betrieb hier die Innere Mission eine Einrichtung für Obdachlose. Diese Einrichtung wurde aufgelöst, Obdachlose sollen jetzt dezentral untergebracht werden, zudem gibt es nun eine zentrale Anlaufstelle der Inneren Mission für Wohnungslose an der Diskomeile.

Kulturzentrum könnte Impulse für Stadt geben

Wargalla hält die Zwischennutzung des Pagageienhauses durch das Zuckerwerk für „eine Riesenchance“. Zum Ende des Jahres würden rund 100 Künstlerinnen und Künstler auf der Straße stehen, sagt die Grünen-Politikerin. Der Grund: Ateliers und Werkstätten, die die Kreativen bislang auf dem Kelloggs-Gelände in der Überseestadt nutzen konnten, fallen Ende dieses Jahres weg, den Nutzern wurde gekündigt, die Überseestadt verändert sich.

Im Papageienhaus könne ein temporäres Kultur- und Kreativzentrum mit Club in zentraler Lage entstehen. „Ein urbanes Labor“, sagt Wargalla, das auch Impulse für Stadtentwicklung geben könne.

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Die SPD hat allerdings etwas andere Vorstellungen und Pläne für das Papageienhaus: „Wir sind offen für eine Zwischennutzung durch das Zuckerwerk“, sagt Matthias Koch, Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Allerdings wolle die SPD das Gebäude zeitnah für eine sinnvolle dauerhafte Nutzung umbauen. Die Sozialdemokraten wollen das Papageienhaus sanieren und dort ein Wohnheim für Studierende oder Auszubildende einrichten. Junge Leute könnten dort in zentraler Lage günstig wohnen.

Wenn dieser Plan umgesetzt würde, wäre nur eine kurze Zwischennutzung durch das Zuckerwerk denkbar: Koch zufolge könnten noch in 2018 Bauarbeiten am Papageienhaus anlaufen, falls es zum Wohnheim umgebaut wird. Das Grundstück, auf dem das Papageienhaus steht, gehört der Stadt und ist über Erbpacht an die Innere Mission vergeben. Sollte das Gebäude zu einem Wohnheim werden, könnte die Stadt das Gebäude von der Inneren Mission zurückkaufen.

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